In Waldmössingen war großes Interesse an den Informationen vor dem Stadtspaziergang. Fotos: him

Zum sieb­ten und vor­letz­ten Stadt­spa­zier­gang fan­den sich in Wald­mös­sin­gen etwa 80 Inter­es­sier­te ein. Bald wur­de klar, wel­ches Pro­blem den Wald­mös­sin­gern beson­ders unter den Nägeln brennt: Das Park­pro­blem im Wei­her­wa­sen, also rund um den Bereich Erleb­nis­bau­ern­hof Sport­platz und Aben­teu­er­spiel­platz.

Orts­vor­ste­he­rin Clau­dia Schmid sicher­te am Ende denn auch zu, dass sich der Ort­schafts­rat in sei­ner nächs­ten Sit­zung um eine kurz­fris­ti­ge Lösung bemü­hen wer­de. Sie ließ aller­dings offen, wie die­se aus­se­hen könn­te.

Nur Ideen, keine Pläne

Zuvor hat­te Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager die lang­fris­ti­gen Per­spek­ti­ven für den Wei­her­wa­sen, aber auch für den Ort ins­ge­samt auf­ge­zeigt. Es sei „kei­ne Pla­nung, kei­ne Fest­le­gung“, beton­te Mager eins ums ande­re Mal, „eher eine Ide­en­samm­lung, ein Brain­stor­ming.“ Die Ver­wal­tung habe Ide­en aus der Bür­ger­ver­samm­lung auf­ge­grif­fen, habe im Zusam­men­hang mit der Lan­des­gar­ten­schau  nach­ge­dacht, wie „alle Stadt­tei­le auf­blü­hen kön­nen“.

Mager sprach die Umfah­rungs­pro­ble­ma­tik an. Dafür sei eine Ver­kehrs­un­ter­su­chung in Arbeit. Der klas­si­sche Zebra­strei­fen kom­me wie­der mehr in Mode, freu­te er sich, die „fuß­gän­ger­freund­li­che Stadt“ rücke in den Vor­der­grund. Er frag­te, ob denn der Bau­hof rich­tig plat­ziert sei. Vier Gebäu­de mit­ten im Ort. Dazu das Gar­ten­fest­ge­län­de und der Schlacht­hof. Wäre der Bau­hof nicht bes­ser im Indus­trie­ge­biet Weber­tal 3? Dann könn­te man die Flä­che für Wohn­be­bau­ung nut­zen.

Könn­te man den Schlacht­hof nicht in den Erleb­nis­bau­ern­hof inte­grie­ren? „Wir zei­gen, wie die Tie­re auf­wach­sen, das Ende aber nicht“, mein­te Mager etwas pro­vo­kant. Auch die Feu­er­wehr wäre in der heu­ti­gen Zeit bes­ser im Indus­trie­ge­biet unter­ge­bracht. Das sei nicht aktu­ell, soll­te aber in einem Feu­er­wehr­ge­samt­kon­zept mit bedacht wer­den. Was pas­siert mit der Kirch­berg­hal­le, was mit der Kas­tell­hal­le? Bei­de wür­den inten­siv genutzt, „eine Lösung schie­ben wir vor uns her“

Der Rad­weg nach Hei­li­gen­bronn auf Schot­ter, für Rad­wan­de­rer ok, nicht aber für Rad­pend­ler. Die Geschwin­dig­kei­ten in Zei­ten von Pedel­ecs und E-Bikes stie­gen, da müs­se ein Rad­weg breit genug und asphal­tiert sein.

Weiherwasen: Funktionen entflechten

Zum Haupt­the­ma Wei­her­wa­sen über­leg­te Mager, wie die ver­schie­de­nen Berei­che Sport, Aben­teu­er­spiel­platz und Erleb­nis­bau­ern­hof neu ange­ord­net und damit kon­flikt­frei­er exis­tie­ren könn­ten. Ein Gedan­ke: Die Zufahrt wird kom­plett gesperrt, Zusätz­li­che Park­plät­ze kom­men zur Kas­tell­hal­le, ein Sport­platz wird  auf den Aben­teu­er­spiel­platz ver­legt, die­ser rückt Rich­tung Römer­kas­tell.

Die Klär­an­la­ge könn­te eines Tages  durch eine ande­re Lösung ersetzt wer­den. Am Heim­bach schafft man zusätz­li­che Flä­chen für Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men. Neue Fuß- und Rad­we­ge erschlie­ßen das Gelän­de. Bei der Kas­tell­hal­le könn­ten auch ein Wohn­mo­bil­stell­platz und ein Fest­platz ent­ste­hen. Dann könn­te man die Infra­struk­tur mit Toi­let­ten, Küche und Anschlüs­sen der Hal­le nut­zen.

Kritik von vielen Seiten

Beim anschlie­ßen­den Spa­zier­gang tau­chen gleich beim Sport­ge­län­de die ers­ten kri­ti­schen Fra­gen auf: „Wie vie­le neue Park­plät­ze wol­len Sie bau­en?“ – „80 Pro­zent mehr als heu­te.“ – „Das reicht nie!“ – „Haben Sie die Autos gezählt?“ – „Wir sam­meln Ide­en, haben kei­ne kon­kre­ten Plä­ne.“ – „Wenn man beim Sport­heim nicht mehr par­ken kann, dann kön­nen Sie Fami­li­en­fei­ern ver­ges­sen.“ – „Die Gäs­te kön­nen doch die 200 Meter von der Kas­tell­hal­le lau­fen.“ – „Hier läuft kei­ner 200 Meter.“ – „In mei­nem Dorf lau­fen alle 200 Meter zur Fest­hal­le und zur Wirt­schaft.“ Mager hat kei­nen leich­ten Stand. 

Der Ist-Zustand passt den Bür­gern nicht. Ändern darf man aber auch nichts. Mager betont, es gehe dar­um, einen Rah­men­plan zu ent­wi­ckeln, in dem dann die ein­zel­nen Pro­jek­te umge­setzt wer­den. Wegen der Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung habe sein Team die­se Gesamt­be­trach­tung vor­ge­nom­men. Es gehe dar­um, die Din­ge so zu lösen, dass man sich für die Zukunft nichts  ver­baut. „Was wür­de man machen, wenn man im Kon­text han­deln könn­te.“

Viel Aufklärungsarbeit

Mit der Lan­des­gar­ten­schau käme alles schnel­ler, ohne müs­se man im Rah­men des Haus­halts schau­en, was wann umge­setzt wer­den kann. Der Spa­zier­gang sei ein „ers­ter Auf­schlag, des­halb sind Ihre Anre­gun­gen so wich­tig“, beschwich­tigt Mager. Er muss noch eini­ges klar stel­len: selbst­ver­ständ­lich müss­te nicht der Sport­ver­ein den neu­en Sport­platz bezah­len. Nein, der Bau­hof kommt nicht nach Schram­berg, son­dern, wenn über­haupt, ins Weber­tal.

Zurück in der Kas­tell­hal­le ging es um den Zustand des Lösch­teichs, um feh­len­de Que­rungs­hil­fen, gefähr­li­che Rad­weg­über­gän­ge und einen mög­li­chen Markt­platz an Stel­le des Bau­hofs. Das von der katho­li­schen Kir­che vor­ge­schla­ge­ne Fami­li­en­zen­trum sei „in den Über­le­gun­gen drin“, wenn eine zusätz­li­che Kita-Grup­pe gebraucht wer­de, so Orts­vor­ste­he­rin Schmid.

Die „wil­de Par­ke­rei“ beim Aben­teu­er­spiel­platz ging man­chem Anwoh­ner auf die Ner­ven, und dass die Auto­fah­rer blo­ckie­ren­de Baum­stäm­me ein­fach umfah­ren. Schmid ver­sprach, den Gemein­de­voll­zugs­dienst vor­bei zu schi­cken, damit die­ser „an einem schö­nen Sonn­tag Knöll­chen ver­teilt“.

Mit dem Hin­weis, der Rah­men­plan sei ein Pro­zess, bei dem „nichts abge­schlos­sen“ sei, been­de­te Mager schließ­lich die Ver­samm­lung. Er bat die anwe­sen­den Wald­mös­sin­ger, als Mul­ti­pli­ka­to­ren zu wir­ken. Nun gel­te es die Ent­schei­dung zur Lan­des­gar­ten­schau Ende Juli abzu­war­ten.

Info: Beim letz­ten Stadt­spa­zier­gang am 9. Juli ist das The­ma „Grü­nes Band – Sin­nespark in Hei­li­gen­bronn“. Treff­punkt ist um 18.30 Uhr im Eli­sa­be­tha-Glöck­ler-Saal, Stif­tung St. Fran­zis­kus Hei­li­gen­bronn. Neben dem Blick auf Hei­li­gen­bron­ner The­men möch­te die Ver­wal­tung an die­sem Abend die Erkennt­nis­se und Ergeb­nis­se aus den bis­he­ri­gen Spa­zier­gän­gen zusam­men­fas­sen. Ende Juli wird der Minis­ter­rat ent­schei­den, wel­che Städ­te 2026, 2018 und 2030 zum Zuge kom­men.