Heckler und Koch Foto: him

Die Geschäfts­füh­rung von Heck­ler und Koch und die IG Metall haben sich auf Mehr­ar­beit und  Lohn­ver­zicht für alle Mit­ar­bei­ter geei­nigt.  Eine Mit­glie­der­ver­samm­lung der IG-Metall habe das Ver­hand­lungs­er­geb­nis am Sams­tag „mit knap­per Mehr­heit” ange­nom­men, so die Ers­te Bevoll­mäch­tig­te der IG Metall Freu­den­stadt, Doro­thee Diehm auf Nach­fra­ge der NRWZ.

Die wirt­schaft­li­che Lage  des Unter­neh­mens ist wei­ter­hin sehr kri­tisch (wir haben berich­tet). Der Tarif­ver­trag sieht vor, dass die Mit­ar­bei­ter pro Woche zwei­ein­halb Stun­den unbe­zahl­te Mehr­ar­beit leis­ten und zwei Jah­re auf die Son­der­zah­lung von 400 Euro ver­zich­ten. „Es war klar, dass bei die­ser Situa­ti­on die Beleg­schaft wütend auf das Manage­ment und die Eigen­tü­mer ist”, erläu­tert Diehm zum knap­pen Aus­gang der Ent­schei­dung. „Die Mit­ar­bei­ter bestehen aber dar­auf, dass die Eigen­tü­mer und das Manage­ment einen Bei­trag in glei­cher Höhe wie die Beschäf­tig­ten leis­ten, um das Unter­neh­men zu sta­bi­li­sie­ren.”

Das Unter­neh­men ver­pflich­te sich, „einen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag pro Jahr am Stand­ort Obern­dorf zu inves­tie­ren”, so die IG-Metall wei­ter. Dar­über hin­aus habe die IG Metall für Betriebs­rat und die Beschäf­tig­ten ver­pflich­ten­de Bestim­mun­gen der „Kon­trol­le“ über die not­wen­di­gen betrieb­li­chen Ver­än­de­rungs­pro­zes­se bei Heck­ler und Koch tarif­lich fest­ge­legt. „Ver­trau­en muss sich die Geschäfts­füh­rung bei ihrer Beleg­schaft erst wie­der ver­die­nen“, so Diehm.

Auf­grund des gegen­sei­ti­gen Ver­trau­ens­ver­lus­tes zwi­schen Beleg­schaft, Betriebs­rat und Geschäfts­füh­rung beinhal­te das erziel­te Ver­hand­lungs­er­geb­nis meh­re­re Aus­stiegs­op­tio­nen für die IG Metall aus dem Tarif­ver­trag. Der Ver­trag hat eine Lauf­zeit von 24 Mona­ten und sieht für die­se Zeit eine Beschäf­ti­gungs­si­che­rung vor. Die wöchent­li­che Arbeits­zeit wird von 35 Stun­den auf 37,5 Stun­den erhöht, die Mehr­ar­beit ist unbe­zahlt.

Laut Schwä­bi­scher Zei­tung ist Heck­ler und Koch mit 180 Mil­lio­nen ver­schul­det und hat knapp 200 Mil­lio­nen Jah­res­um­satz erwirt­schaf­tet. Der Jah­res­ver­lust belief sich im ver­gan­ge­nen Geschäfts­jahr auf 13,4 Mil­lio­nen Euro.