SCHRAMBERG –  Vor dem Hintergrund der sich verschlechternden  Wirtschaftslage fand am Mittwoch bei Kern-Liebers in Sulgen eine Betriebsversammlung statt. Die Geschäftsleitung will mit der IG Metall „über alle tariflichen Elemente“ verhandeln, bestätigt der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Udo Schnell auf Nachfrage der NRWZ.

Zunächst habe er der Belegschaft über „die weltweit zu verzeichnende Konjunktureintrübung“ berichtet, die sich auch bei Kern-Liebers in Schramberg bemerkbar mache: „Im Juli und August hatten wir einen Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das ist ‚ne Nummer.“

„Projekt Zukunft“

Außerdem habe er über das „Projekt Zukunft“ berichtet, das er im NRWZ-Interview bereits ausführlich geschildert hatte. Aus der Belegschaft seien zehn Fragen zuvor an die Geschäftsleitung gerichtet worden, die er und seine Kollegen  Dirk Heers und Hannes Steim beantwortet hätten. Steim habe über „neue Produkte und spannende Themen, die wir im Rohr haben“, berichtet. Darunter seien Produkte aus dem Nicht-Automobilbereich, die sehr vielversprechend und zukunftsfähig seien.

Auch der neue Mann in der Geschäftsleitung, Rolf Rickmeyer, habe erläutert, welche Aufgaben er bei der Umstrukturierung des Unternehmens habe. Rickmeyer und er selbst hätten einzelne Module des Projekts Zukunft angesprochen und an Beispielen erläutert, so Schnell.

Weniger Geld?

Für die Mitarbeiter besonders spannend war die Frage, was das alles für sie und ihren Geldbeutel bedeutet: „Wegen der Eintrübung der Konjunktur wollen wir mit der IG-Metall ins Gespräch kommen. Wir müssen alle tariflichen Elemente anschauen“, kündigt Schnell an.

Er habe mit dem IG-Metall-Vertreter Georg Faigle  bereits gesprochen und der IG Metall in einem Brief Verhandlungen angeboten. „Wir müssen kurzfristig ein Paket schnüren, das uns weiterhilft.“ Insgesamt fand Schnell die Betriebsversammlung „sehr konstruktiv und sachlich“.

IG Metall will prüfen

Für den IG-Metall-Betriebsbetreuer Faigle war erfreulich, dass die Geschäftsleitung wieder mit der IG-Metall verhandeln will. Nach seiner Einschätzung gehe es insbesondere um Weihnachts- und Urlaubsgeld und das sogenannte T-Zug. Die IG Metall wolle sich nun „alles genau anschauen, mit den eigenen Fachleuten prüfen, und dann mit den Gewerkschaftsmitgliedern beraten, ob man mit der Geschäftsführung in Verhandlungen einsteigt“. Auch Faigle berichtete, dass diesmal die Stimmung in der Betriebsversammlung „eher ruhig und sachlich“ gewesen sei.