Ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele stand der diesjährige Schramberger Zunftball. Nicht nur das Programm, sondern auch das Publikum. Im Saal tummelten sich Schneeflocken und Eishockey-Cracks, Olympische Flammen und Skihaserl, Bioathletinnen und Schneemänner.
Schramberg. Nach dem traditionellen Hanselsprung mit der Stadtmusik, Kehraus, Da-Bach-na-Fahrern, Narro, Bruele und Hansel zeigte der Elferrat Folgendes. So hatte das Olympische Komitee die Schramberger Sportstätten begutachtet und für olympiareif erachtet: von der rasanten Abfahrt im Remsbach über die Rodel- und Skeletonbahn am Steighäusle bis zu den imposanten Anlagen für die Eröffnungsfeier auf dem Waldsportplatz.






Das Krankenhaus als Olympisches Dorf
Das Krankenhaus fungiert als Olympisches Dorf, während die Herren des IOC in der Villa Junghans standesgemäß untergebracht werden.

Das olympische Feuer holte sich Vizezunftmeister Udo Neudeck an historischer Stätte am abgebrannten Dolomiti, um es dann durch aller Herren Länder bis in den Bärensaal zu tragen. Die Olympische Flamme entzündete dann sein Kollege Jürgen Bihlmaier.

Einzug der Athleten
Anschließend hielten die verschiedenen Sportarten Einzug: von den Skispringern über ein Curling-Team, die Langläufer und Biathleten und den Viererbob bis hin zu einem Eiskunstlaufpaar. Sieger im interdisziplinären Wettkampf wurden die Skispringer vor den Biathleten und der Bobmannschaft Die Hoorig-Katz-Fahne und die Nationalhymne erklangen stilgerecht.



An das Gastgeberland erinnerte das Kinderballett: drei junge Kellner servierten jungen Schönheiten Espressi – bis schließlich drei Köche aus der Küche die Pizza brachten. Großer Beifall für das Kinder- und Jugendballett unter der Leitung von Steffi Melvin und Steffi Rauch.

Bissiger Sportreporter
Von den Spielen berichtete Sportreporter Hans-Jörg Dierstein live. Besonders den Skisprung von Tobse Dold verfolgte er bis runter nach Haslach, wo dieser schließlich gelandet war. Doch auch er, wie die anderen Sportler, musste sich mit Silber und Bronze begnügen, denn: „Die Goldmedaille als Präsent bekam der dümmste Präsident.“

Zunftmeister Dold, der wieder durchs Programm führte und die Umbaupausen füllte, berichtete von einem „ganz entspannten“ Skiausflug mit den Kindern, bevor „bunt und tierisch“ die Elferfrauen ein Vogel-Strauß-Ballett mit spektakulären Lichteffekten auf die Bärenbühne zauberten.

Mit „Bandenwerbung“ für einen „ElfenBert Strauss“ zeigten sie, dass auch Olympia nicht ohne Sponsoren funktioniert.
Fähnchen schwenkend und jubelnd grüßte der Zunftball via WhatsApp Janina Hettich, die sich derzeit in Antholz auf ihre echten Wettkämpfe vorbereitet.
Neue Disziplin „Verantwortungsweitwurf“
Von den Bach-Na-Fahrern stiegen Ann-Katrin Brantner und Arno Jauch in die Bütt. Wie sich die verschiedenen Nationalitäten im Kirchenbach schlagen, das hatte Ann-Katrin gereimt. Arno wusste, dass zuvor aber eine Machbarkeitsstudie fällig war.
Für die Rathausspitze erfand er eine neue Disziplin: den „Verantwortungsweitwurf“. Für die großen Ausgabenposten hatte er eine Finanzierungsquelle aufgetan: „Der Feurenmoosertrag gleicht das ja aus. Gottseidank isch die E-Mail ned naus.“ An die Oberbürgermeisterin als Bach-na-Fahrerin gewandt, reimte Jauch: „Ob sie eine zweite Fahrt wird wagen, steht in den Sternen, sozusagen.“


Anschließend unterhielten die „Saure Kuttla“ um Dominik Dieterle mit einer Schunkelrunde.

Tobse Dold wunderte sich, weshalb in seinem superfeinen Hotelzimmer alles aus Glas ist: der Tisch, die Fenster, die Dusche. Tief in der Nacht, nach langem Grübeln, kam ihm die Erleuchtung: „Ah, da isch Pfand drauf!“
Mexikanische Hochspringer

Die Turnerinnen und Turner der SG Schramberg (Leitung: Mona Brändle und Katja Lohrer) zeigten olympiareife Sprünge und artistische Kunststücke.
In ihrer „Brunsnummer“ nahmen die Reporter der drei Schramberger Zeitungen Schwabo, NRWZ und Hoorig Katz‘, Fabi, Max und Basti die große und die Lokalpolitik gehörig auf die Schippe. Besonders bös: Trump komme zu den Olympischen Spielen nur, um zu studieren, wie hoch die Mexikaner springen können. Zur E-Mail-Affäre, stellten die Lokalreporter fest, die Pontius-Pilatus-Methode tauge nichts: „Der Fisch stinkt vom Kopf.“

Bei einem Ratewettbewerb und Singen mit Kork im Mund schmetterte der Saal „Ihr Kinderlein kommet“ mit der Schramberger Melodie. Tobse: „Zum Glück isch heut der Kocholl ned do.“

Ein Skiballett mit besonderer Trinkeinlage präsentierte das „Männerballett der Stadtmusik“.


Schlussfeier im Stadion
Mit einem von Daphi Finkbeiner einstudierten Regenschirmtanz des Elferrats endete das offizielle Programm. Dank ging an die SV 08er, die die Gäste bewirtet hatten, und an das THW für die Saalwache. Für Licht und Ton war Dennis Dieterle verantwortlich, in der Maske hatten Sabine Rapp und Frederik Armbruster gewirbelt. Achim Schaub sorgte im Hintergrund für den reibungslosen Ablauf.

Nach dem Schlussbild im Olympiastadion mit allen Beteiligten führte Tobse Dold die Polonaise durch den Saal an. Die „Saure Kuttla“ spielten noch bis tief in die Nacht für das närrisch tanzende Olympiapublikum. Das olympische Feuer loderte noch lang …



