Der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss des Rottweiler Gemeinderats befasst sich in der kommenden Woche mit der Zukunft des Hardthausweihers. Nach Jahren mit technischen Problemen und steigenden Kosten soll das Gelände künftig vor allem ökologisch entwickelt werden.
Rottweil – Der Hardthausweiher an der B27 zwischen Rottweil und Neukirch hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich – und steht nun vor einer grundlegenden Neuausrichtung. In seiner Sitzung am 15. April soll der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss über die Umgestaltung und Nachnutzung der Fläche entscheiden.
Auslöser für die aktuelle Entwicklung waren massive Probleme im Jahr 2022: Der Weiher verlor große Mengen Wasser, unter anderem wegen eines defekten Ablaufbauwerks. Hinzu kamen Schäden am Damm, die kurzfristige Maßnahmen notwendig machten – etwa einen Bypass zur Entlastung des Systems sowie das vollständige Ablassen des Wassers.
Eine umfassende Sanierung wurde geprüft, erwies sich aber als wirtschaftlich nicht sinnvoll. Allein für die Dammsanierung wurden Kosten von mindestens 380.000 Euro geschätzt. Gleichzeitig zeigte sich, dass der Schlamm im Weiher stark belastet ist – unter anderem durch Einträge aus dem Vollochbach, der Wasser von der Bundesstraße 27 zuführt.
Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung nun einen anderen Weg vor: Statt einer aufwendigen Wiederherstellung als Angelgewässer soll sich das Gebiet künftig weitgehend natürlich entwickeln. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein neuer Bewohner – der Biber. Dieser habe sich inzwischen angesiedelt und werde die Fläche ohnehin weiter verändern, heißt es in der Vorlage.
Geplant ist deshalb nur ein begrenzter technischer Eingriff. So sollen das Auslauf- und Überlaufbauwerk saniert sowie ein neuer Rechen installiert werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 74.000 Euro. Zusätzlich sollen im nordwestlichen Bereich zwei flache Tümpel mit einer Gesamtfläche von etwa 2.500 Quadratmetern entstehen. Sie sollen Lebensraum für Arten wie Molche, Laubfrösche und Libellen bieten.
Ferner setzt die Stadt auf natürliche Prozesse: Die ehemalige Weiherfläche soll sich weitgehend selbst überlassen bleiben. Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben und Weiden haben sich dort bereits angesiedelt und sollen erhalten bleiben. Auch der Bachlauf soll sich eigenständig entwickeln.
Ein Nebeneffekt der Maßnahme könnte nach Darstellung der Stadt die Generierung sogenannter Ökopunkte sein. Nach derzeitiger Einschätzung könnten rund 100.000 Punkte entstehen, etwa durch die Förderung geschützter Arten.
Die Umsetzung ist bereits für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen und soll zeitlich mit der Landesgartenschau abgestimmt werden. Der Ausschuss muss nun entscheiden, ob er dem vorgeschlagenen Konzept zustimmt.
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