Millionen für die Stadtmitte: Rottweil erhält 3,5 Millionen Euro aus Städtebauförderung

Landesprogramm läuft auf Hochtouren – historische Innenstadt profitiert überdurchschnittlich

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Die Stadt Rottweil erhält zur Sanierung der historischen Innenstadt weitere 3,5 Millionen Euro (Archiv-Foto: Stadt Rottweil / Ralf Graner).

Rottweil kann seine historische Innenstadt weiter auf Vordermann bringen: Aus dem Städtebauförderprogramm des Landes fließen weitere 3,5 Millionen Euro in das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“. Damit erhält die älteste Stadt Baden-Württembergs eine der höchsten Einzelförderungen im Land.

Land setzt Schwerpunkt auf Wohnraum und Ortskerne

Das vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg aufgelegte Städtebauförderprogramm 2026 umfasst landesweit rund 270 Millionen Euro für hunderte Erneuerungsmaßnahmen. Im Fokus stehen die Stärkung von Innenstädten und Ortskernen, die Modernisierung von Gebäuden sowie die Schaffung und Sicherung von Wohnraum.

Ministerin Nicole Razavi betonte bei der Vorstellung des Programms die Bedeutung lebenswerter Stadtzentren und langfristiger Entwicklungsperspektiven für die Kommunen. Das Förderprogramm gilt als eines der wichtigsten Instrumente für städtebauliche Investitionen im Land.

Für Rottweil ist diese Unterstützung besonders relevant: Die Stadt ist seit Jahren dabei, ihre historische Innenstadt schrittweise zu sanieren und aufzuwerten.

Rottweil mit zweithöchster Einzelsumme

Wie die Stadt Rottweil mitteilt, fließen die neuen Mittel erneut in das bereits 2016 gestartete Sanierungsgebiet „Stadtmitte“. Mit den zusätzlichen 3,5 Millionen Euro zählt Rottweil zu den größten Einzelprofiteuren des Programms in diesem Jahr.

Oberbürgermeister Christian Ruf spricht von einem „wichtigen Signal“ und einer Anerkennung für die bisherigen Anstrengungen der Stadt. Die Förderung sei keineswegs selbstverständlich, da das Programm deutlich überzeichnet sei. Mit Blick auf die Landesgartenschau habe Rottweil jedoch gute Argumente vorweisen können.

Wir freuen uns sehr über die zusätzlichen Fördermittel und die damit verbundenen Möglichkeiten für die weitere Entwicklung unserer Stadt. Die Unterstützung des Landes ist ein wichtiges Signal und eine große Anerkennung für die gemeinsame Arbeit im Bereich der Stadterneuerung. Das Geld ist hier gut aufgehoben und angelegt.“

Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf

Viele Projekte bereits umgesetzt oder in Arbeit

In den vergangenen Jahren wurden mit Hilfe der Städtebauförderung bereits zahlreiche Maßnahmen in der Innenstadt angestoßen oder abgeschlossen. Dazu zählen:

  • der Erwerb des Parkhauses Stadtmitte Nord
  • der Neubau des Parkhauses Stadtmitte Süd
  • die Neugestaltung des Kameralamtsgartens
  • Arbeiten am denkmalgeschützten Musikpavillon
  • Erschließungsmaßnahmen im Oberen Stadtgraben

Auch die Aufwertung von Gassen und Plätzen schreitet voran. Die Bruderschaftsgasse wurde bereits wiedereröffnet, aktuell laufen Arbeiten am Münsterplatz mit neuer Freitreppe sowie in angrenzenden Gassen.

Im Jahre 2016 wurde das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ in der historischen Innenstadt ins Leben gerufen, betont die Stadtverwaltung Rottweil in einer Zumeldung. Seitdem wurde eine Vielzahl an Wohn- und Geschäftshäusern in der Innenstadt unterstützt durch Fördermittel der Städtebauförderung erneuert. 2025 erhielt die Stadt Rottweil eine Finanzhilfe in Höhe von 2,8 Millionen Euro um die kommunalen und privaten Erneuerungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet weiter voranzubringen. Auch für 2026 ist es der Stadtverwaltung gelungen, wieder Fördermittel für das Sanierungsgebiet zu mobilisieren, diesmal sogar in der Höhe von 3,5 Millionen Euro. „Das Programm ist mehrfach überzeichnet. Es ist also keine Selbstverständlichkeit, eine Förderung zu erhalten. Mit Blick auf die Landesgartenschau hat Rottweil aber den historisch einzigartigen Vorteil, bevorzugt berücksichtigt zu werden“, erklärt der OB.

Unterstützt durch Gelder der Städtebauförderung wurden 2025 das Parkhaus Stadtmitte Nord erworben und das Parkhaus Stadtmitte Süd gebaut. Abgeschlossen wurde zudem die Neugestaltung des Kameralamtsgartens.  Auch der denkmalgeschützte Musikpavillon und Erschließungsmaßnahmen im Oberen Stadtgraben konnten durch die Finanzhilfe des Landes in Angriff genommen werden. Weiterhin zu nennen ist die laufende Sanierung der Gassen und des Münsterplatzes im Heilig-Kreuz-Ort. Zuletzt wurde 2025 die städtebaulich aufgewertete Bruderschaftsasse wiedereröffnet. Derzeit in Arbeit ist der Münsterplatz mit seiner neuen Freitreppe und die umgebenden Gassen. Gefördert werden zudem weitere private Erneuerungsmaßnahmen, aktuellstes Beispiel ist der Umbau des Alten Spitals in ein Hotel und die Schaffung von Wohnraum im rückwärtigen Gebäudeteil „St. Anna“.

Private Investitionen werden mitgezogen

Ein wichtiger Bestandteil des Programms sind zudem private Sanierungen. Aktuelles Beispiel ist der Umbau des Alten Spitals zu einem Hotel, kombiniert mit neuem Wohnraum im rückwärtigen Gebäudeteil „St. Anna“. Solche Projekte zeigen, dass öffentliche Fördermittel oft weitere Investitionen anstoßen.

Mit der neuen Finanzspritze kann Rottweil die Entwicklung seiner Innenstadt nun weiter fortsetzen – mit dem Ziel, historischen Charme, neue Nutzungen und modernes Wohnen besser miteinander zu verbinden.

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