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Rottweil
Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Rott­weil Rott­weil: Pro­zess gegen orga­ni­sier­te Dro­gen­ban­de beginnt – Gerichts­saal muss umge­baut wer­den

Rottweil: Prozess gegen organisierte Drogenbande beginnt – Gerichtssaal muss umgebaut werden

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Für die­sen Pro­zess muss sogar der gro­ße Schwur­ge­richts­saal des Rott­wei­ler Land­ge­richts umge­baut wer­den: Im Novem­ber star­tet ein Ver­hand­lungs­ma­ra­thon gegen acht Män­ner und eine Frau, denen die Staats­an­walt­schaft den Han­del mit Dro­gen vor­wirft. Es geht um orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, die Sicher­heits­vor­keh­run­gen brin­gen Ein­schrän­kun­gen für Pro­zess­be­su­cher mit sich. Kilo­wei­se sol­len die neun Ange­klag­ten etwa mit Koka­in und Hero­in gedealt haben.

Es han­delt sich um ein beson­ders umfang­rei­ches Straf­ver­fah­ren im Bereich der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät, wes­we­gen am Gericht Bau­maß­nah­men durch­ge­führt und erheb­li­che Siche­rungs­maß­nah­men erfol­gen wer­den. Das ver­lau­te­te am Frei­tag aus dem Land­ge­richt. Es wer­de nur eine begrenz­te Anzahl an Plät­zen für die Öffent­lich­keit geben. Und wer dem Pro­zess bei­woh­nen möch­te, wird sich einer Sicher­heits­über­prü­fung unter­zie­hen müs­sen.

Die 1. Gro­ße Straf­kam­mer ver­han­delt ab Diens­tag, 5. Novem­ber, 9 Uhr, im gro­ßen Sit­zungs­saal Num­mer 201 ein Ver­fah­ren gegen neun Ange­klag­te. Die­se sind heu­te zwi­schen 26 Jah­ren und 47 Jah­ren alt. Acht Ange­klag­te befin­den sich in Unter­su­chungs­haft in unter­schied­li­chen Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten. Es han­de­le sich um zwei deut­sche sowie sie­ben nord­ma­ze­do­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, so das Gericht in einer Pres­se­mit­tei­lung. Die Ange­klag­ten hät­ten vor ihrer Inhaf­tie­rung in Baden-Wür­t­­te­m­berg (unter ande­rem Tutt­lin­gen), Rhein­­land-Pfalz, Bay­ern und Maze­do­ni­en gewohnt.

Der mut­maß­li­chen Ban­de wer­den 46 Fäl­le des gewerbs­mä­ßi­gen, ban­den­mä­ßi­gen uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge und teil­wei­se des bewaff­ne­ten uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge vor­ge­wor­fen. An den ein­zel­nen Taten sol­len die Ange­klag­ten laut Staats­an­walt­schaft in unter­schied­li­cher Beset­zung betei­ligt.

Ins­ge­samt han­delt es sich um 46 ein­zel­ne Tat­vor­wür­fe mit teil­wei­se grö­ße­ren, teil­wei­se klei­ne­ren Men­gen an Betäu­bungs­mit­teln. Die gerings­te Anzahl der Vor­wür­fe, die einem ein­zel­nen Ange­klag­ten zur Last gelegt wer­den, ist nur eine Tat. Die höchs­te Anzahl an Tat­vor­wür­fen hin­sicht­lich eines Ange­klag­ten beträgt 26 Taten.

Dabei sol­len die Ange­klag­ten mit Koka­in, Hero­in und Ecsta­sy gehan­delt haben. Die höchs­ten Men­gen betra­gen nach der Ankla­ge 120 Kilo Koka­in bezie­hungs­wei­se acht Kilo Koka­in, vier Kilo Hero­in und 2000 Ecsta­­sy-Table­t­­ten.

Die Tat­or­te lagen neben Tutt­lin­gen und Stutt­gart im gesam­ten Bun­des­ge­biet.

Für den Pro­zess sind ein Sach­ver­stän­di­ger und vier Dol­met­scher gela­den wor­den.

Das Gericht, bestehend aus Berufs­rich­tern und zwei Schöf­fen, wird wegen des Umfangs des Ver­fah­rens mit einem Ergän­zungs­rich­ter und einem Ergän­zungs­schöf­fen ver­han­deln. Es sind Ter­mi­ne bis Ende April 2020 geplant, Allein im kom­men­den März soll es neun Ver­hand­lungs­ta­ge geben,

Im Ver­hand­lungs­saal wur­den, um das Ver­fah­ren mit den zahl­rei­chen Betei­lig­ten durch­füh­ren zu kön­nen, Umbau­ten vor­ge­nom­men, wes­we­gen die Anzahl der für Pres­se und Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung ste­hen­den Plät­ze redu­ziert wer­den muss­te. Auch wer­den, um dem erhöh­ten Platz­be­darf des Ver­fah­rens Rech­nung zu tra­gen, Con­tai­ner im Innen­hof des Gerichts auf­ge­baut, unter ande­rem um Ange­klag­te wäh­rend der Ver­hand­lung unter­brin­gen und tren­nen zu kön­nen.

Eine eigens für die­sen Pro­zess erlas­se­ne Sit­zungs­po­li­zei­li­che Ver­ord­nung des Gerichts sieht Ein­lass­kon­trol­len vor, Pres­se­ver­tre­ter wer­den nur eine bestimm­te Zahl an Plät­zen haben, Zuschau­er eben­so. Wer die Kon­trol­le pas­siert hat und im Saal ist, muss einen Platz ein­neh­men. Frei wer­den­de Sit­ze sol­len an War­ten­de wei­ter gege­ben wer­den.

Eine Kon­takt­auf­nah­me mit den Ange­klag­ten ist zu unter­las­sen. Bei Ver­stö­ßen dage­gen sol­len die Jus­tiz­wacht­meis­ter die Iden­ti­tät der betref­fen­den Per­so­nen fest­stel­len und den Vor­gang dem Vor­sit­zen­den mel­den.

Der Sit­zungs­saal wird am ers­ten Ver­hand­lungs­tag 30 Minu­ten vor Sit­zungs­be­ginn geöff­net, an den wei­te­ren Ver­hand­lungs­ta­gen 15 Minu­ten vor Sit­zungs­be­ginn. Bei star­kem Zuhö­rer­an­drang kann auf Anord­nung des Vor­sit­zen­den Rich­ters schon eine frü­he­re Saal­öff­nung erfol­gen.

Der Zugang zum Sit­zungs­saal unter­liegt einer Über­wa­chung durch Jus­tiz­wacht­meis­ter, die Sicher­heits­grup­pe der Gerich­te und Staats­an­walt­schaf­ten (SGS) und – im Wege der Amts­hil­fe – durch Poli­zei­kräf­te. Wer sich nicht aus­wei­sen kann oder will, wird abge­wie­sen.

 

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