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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Schram­berg Schram­berg soll zusätz­li­che Tem­po-30-Zonen bekom­men

Schramberg soll zusätzliche Tempo-30-Zonen bekommen

Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik unter­stützt Antrag von SPD/Buntspecht ein­stim­mig

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Schram­berg. Die einen wol­len mög­lichst zügig ans Ziel kom­men, die ande­ren stel­len den Lärm­schutz und die Ver­kehrs­si­cher­heit in den Mit­tel­punkt. Bei­des muss kein Wider­spruch sein. Am Don­ners­tag befass­te sich der Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik mit dem Antrag der Frak­ti­ons­ge­mein­schaft SPD/Buntspecht auf Tem­po 30 in Wohn­ge­bie­ten.

Bereits Anfang Juli 2018 hat­te die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft einen Prüf­auf­trag an die Ver­wal­tung gestellt, in dem es um zusätz­li­che Tem­­po-30-Zonen in allen Neben­stra­ßen von Schram­berg ging. Am 22. Novem­ber 2018 beriet der Gemein­de­rat mit fol­gen­dem Ergeb­nis: In der Tal­stadt soll­te es, so der dama­li­ge Beschluss, kei­ne wei­te­ren Tem­­po-30-Zonen geben. In Tenenn­bronn wur­de ein Teil­be­reich der Fried­hof­stra­ße und in Wald­mös­sin­gen die Lin­den­gas­se sowie in Sul­gen ein Teil der Gar­ten­stra­ße als Tem­­po-30-Zone aus­ge­wie­sen. Alle ande­ren mög­li­chen Tem­­po-30-Zonen lehn­te der Gemein­de­rat sehr knapp mit elf zu zehn Stim­men ab.

Ende Novem­ber 2018 wur­de OB Tho­mas Her­zog in einer Bür­ger­sprech­stun­de in Sul­gen eine Unter­schrif­ten­lis­te über­reicht, auf der mehr als 125 Bür­ger unter­schrie­ben hat­ten. Gefor­dert wur­de die Ein­füh­rung von Tem­po 30 – zumin­dest auf dem Sul­gen – wie es in der Vor­la­ge der Ver­wal­tung vor­ge­se­hen war. Begrün­det wur­de dies unter ande­rem damit, dass bei 20 Kilo­me­ter weni­ger der Lärm­pe­gel um die Hälf­te sinkt. Rad­fah­rer, Kin­der und weni­ger Unfäl­le wur­den als wei­te­re Argu­men­te genannt.

Dar­auf­hin stell­te die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft SPD/Buntspecht am 16. Mai 2019 – es muss­te eine halb­jäh­ri­ge Frist für die erneu­te Ein­brin­gung abge­war­tet wer­den – erneut einen Antrag auf Tem­po 30-Zonen in Wohn­ge­bie­ten. Dabei bezog sie sich auf ihren ers­ten Antrag und die Peti­ti­on der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Auch im Antrag wur­de mit Lärm­schutz und Ver­kehrs­si­cher­heit argu­men­tiert.

Bei einer noch im Mai 2019 gemach­ten Ver­kehrs­schau wur­de über­prüft, wel­che Stra­ßen zusätz­lich für Tem­po 30 in Fra­ge kom­men, wie Cor­ne­lia Pen­ning, Lei­te­rin der Abtei­lung Öffent­li­che Ord­nung, im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik infor­mier­te. Befür­wor­tet wur­de Tem­po 30 zusätz­lich in fol­gen­den Stra­ßen in der Tal­stadt: Graf-von-Bis­­sin­gen-Stra­­ße, Gra­fen­weg 270 Meter, Lau­ter­ba­cher Stra­ße, Schwa­ben­stra­ße Sack­gas­se und Uhland­stra­ße Sack­gas­se; in Sul­gen: Ahorn­weg, Alte Stei­ge (Teil­be­reich ab Beginn der Bebau­ung), David-Dei­ber-Stra­­ße und Im Löch­le. Der Ort­schafts­rat Ten­nen­bronn hat­te zuvor die eben­falls befür­wor­te­ten Stra­ßen Ahorn­weg, Gins­ter­weg 110 Meter Län­ge und Stein­weg rund 160 Meter Län­ge her­aus­ge­nom­men. Der stell­ver­tre­ten­de Orts­vor­ste­her Patrick Fleig (CDU) mach­te im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik deut­lich, dass es nicht um die Ableh­nung von Tem­po 30 gegan­gen sei, son­dern dass es auf­grund der jewei­li­gen Situa­ti­on gar nicht mög­lich sei, schnel­ler als 30 Stun­den­ki­lo­me­ter zu fah­ren.

Im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik wur­de das The­ma eben­so inten­siv, wie sach­lich, dis­ku­tiert. Jür­gen Reu­ter (Akti­ve Bür­ger) schlug vor, alle Durch­gangs­stra­ßen mit Tem­po 50 zu ver­se­hen und alle Neben­stra­ßen mit Tem­po 30. Dabei ver­wies er auf eine Rege­lung in Stutt­gart. Abtei­lungs­lei­te­rin Cor­ne­lia Pen­ning ver­wies dar­auf, dass in Tem­­po-30-Zonen die Vor­fahrts­re­gel rechts vor links gilt, was bei Tem­po 50 nicht der Fall ist. Jür­gen Kaupp (CDU) erkun­dig­te sich kon­kret nach der David-Dei­ber-Stra­­ße. Als Cor­ne­lia Pen­ning aber kon­kre­te Zah­len vor­leg­te, gab es kei­ne Dis­kus­si­on mehr in Sachen David-Dei­ber-Stra­­ße. Da dort 85 Pro­zent der Auto­fah­rer zwi­schen 12. April und 1. August mit Tem­po 59, 60 oder 61 gemes­sen wur­den, war klar, dass hier redu­ziert wer­den muss. Der schnells­te Fah­rer war bei Nacht mit 93 Stun­den­ki­lo­me­tern unter­wegs.

Achim Ben­dig­keit (Freie Lis­te), der beruf­lich als Fahr­leh­rer tätig ist, ärger­te sich über die Ver­kehrs­row­dys. Jür­gen Reu­ter (Akti­ve Bür­ger) und von Beruf Poli­zei­be­am­ter ver­wies dar­auf, dass wenn bei erlaub­tem Tem­po 50 mit 80 Stun­den­ki­lo­me­tern gefah­ren wer­de, gebe es eine Ver­war­nung, fah­re man bei erlaub­ten 30 Stun­den­ki­lo­me­tern 80, gin­gen die ent­spre­chen­den Fah­rer vier Wochen zu Fuß.

Edgar Reut­ter (SPD/Buntspecht) begrüß­te die von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­te Stra­ßen­lis­te als guten Kom­pro­miss. Es sei wich­tig, die Inter­es­sen der Bür­ger­schaft zu berück­sich­ti­gen.

Der Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik stimm­te schließ­lich ein­stim­mig dafür, in den vor­ge­schla­ge­nen Stra­ßen Tem­po 30 ein­zu­füh­ren. Ent­spre­chend des Votums des Ort­schafts­rats Ten­nen­bronn wur­den die drei dort vor­ge­schla­ge­nen Stra­ßen her­aus­ge­nom­men, da ohne­hin nicht schnel­ler gefah­ren wer­den kann. Das letz­te Wort hat am Don­ners­tag, 26. Sep­tem­ber, der Gemein­de­rat.

 

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