Montag, 15. April 2024

Großbaustellen in Lauterbach und auf der B 462 in Schramberg

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Eine Reihe größerer und kleinerer Straßensanierungen stehen in den kommenden Wochen und Monaten im Kreis Rottweil im Bereich der Straßenmeisterei Sulgen an. Die bedeutendsten Vorhaben betreffen die Ortsdurchfahrt in Lauterbach und die B 462 vom Sulgen nach Schramberg.

Schramberg. Außerdem wird die Straßenmeisterei die Fahrbahndecke auf der Strecke Villingendorf bis zur B 462 komplett erneuern lassen. Der Gesamtauftrag für die Sanierungsarbeiten der Straßenmeisterei ging in diesem Jahr an die Firma Bantle.

Hardt, Rötenberg, Herrrenzimmern und Heiligenbronn

In Hardt brannte Ende April ein Auto. Jetzt lässt der Kreis die Stelle ausbessern. Weitere Brandschäden nach Autobränden müssen die Straßenbauer am Windkapf und an der B 462 Ausfahrt Sulgen richten. „Wenn man die Schäden nicht beseitigt, werden die Schäden im Asphalt mit der Zeit immer größer“, erläutert Heiko Hils von der Straßenmeisterei Sulgen.

Nach dem Brand eines Autos Ende Mai in Hardt ist die Fahrbahn beschädigt.

Weitere Reparaturarbeiten stehen in Rötenberg an der Brücke auf dem Plan.

Auf Heiko Hils‘ Computerbildschirm: Der Flickenteppich auf der Rötenberger Brücke. Foto: him

In Heiligenbronn bei den Bushaltestellen und an der Brücke beim Ortsausgang Richtung Waldmössingen wird ab Ende August gearbeitet.

In Herrenzimmern  sollen in der Ortsdurchfahrt Schadstellen ausgefräst und ausgebessert werden.

Heiko Hils zeigt auf dem Bildschirm, was in Herrenzimmern gemacht werden muss. Foto: him

Schließlich möchte Kreisoberstraßenmeister Hils Gelder, die am Ende noch zur Verfügung stehen, für die Sanierung der Kreisstraße von Winzeln nach Rötenberg einsetzen.

Lauterbach

Das erste Projekt wird die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Lauterbach sein, die kommenden Montag beginnen wird. Hier soll die Ortsdurchfahrt weiter saniert werden. Der Verkehr wird dann über das Unterdorf umgeleitet. „Die Gemeinde beteiligt sich und lässt die Schachtdeckel erneuern“, so Hils. Für die Abwasserschächte ist die Gemeinde zuständig.

Die Warnbaken stehen in Lauterbach schon bereit. Foto: him

Die Arbeiten sollen bis zum 8. September dauern und knapp 90.000 Euro kosten. Wenn der Kreis im kommenden Jahr wieder Sanierungsmittel bereitstelle, würden weitere Abschnitte in Lauterbach saniert, verspricht Hils. Die Strecke zum Fohrenbühl sei eine andere Hausnummer. Da werde man erst drangehen, wenn auch die Leitungen in einigen Jahren erneuert werden müssen.

Villingendorf

Vom 14. bis 25. September werden die Bauarbeiter dann die etwa zwei Kilometer lange Strecke von Villingendorf bis zur Einmündung in die Bundesstraße B 462 vier Zentimeter tief abfräsen und eine neue Asphaltdecke aufbringen. Für diese Arbeiten sind etwa 165.000 Euro eingeplant.

Schramberg – Sulgen

Die umfangreichste Baustelle aber bereitet Hils für die Strecke zwischen der Talstadt Schramberg und Sulgen vor. Die vierspurig ausgebaute Bundesstraße hat auf den bergaufwärts führenden Spuren erhebliche Schäden. Deshalb sollen ab Anfang September die beiden Spuren gesperrt und die oberen Schichten der Asphaltdecke abgefräst und ausgetauscht werden.

Viele Flickstellen auf der B 462. Foto: him

Ab der Glasbachkurve bis hinauf zur Abfahrt Sulgen werden die Straßenbauer aber nicht nur den Asphalt austauschen. Auch an den Leitplanken und den Randsteinen werde gearbeitet, kündigt Hils an.

Am 1. September werde die Firma Dieringer mit den Markierungsarbeiten und der Baustellenbeschilderung beginnen, und am Montag, 4. September sollen die Baumaschinen anrollen. Die Bauarbeiten werden etwa zwei Wochen dauern – und, wenn alles gut geht und das Wetter mitspielt, bis zum 15. September abgeschlossen sein. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, übernimmt der Bund die etwa 300.000 Euro Kosten.

Verkehrsbehinderungen unvermeidlich

Mit der Baustelle verbunden sein werden natürlich auch Verkehrsbehinderungen. Weil auch die schadhafte Stelle an der Abfahrt Sulgen, die nach einem LKW-Brand im Frühjahr 2022 entstanden war, ausgebessert wird, wird die Abfahrt Sulgen gesperrt werden. Die vierspurige Strecke wird komplett aus Sicherheitsgründen schon ab der „Grüne-Baum-Kurve“ auf zwei Spuren zusammengeführt, erläutert Hils.

Neben der Ausfahrt Sulgen sind die Spuren des LKW-Brands noch zu sehen. Foto: him

Auch die Geschwindigkeit werden die Autofahrer auf 40 am Beginn und Ende beziehungsweise im Baustellenbereich 60 Stundenkilometer reduzieren müssen. Es sei klar, dass es wegen der Bauarbeiten zu Behinderungen kommen werde, so Hils. Dafür sei die Strecke hinterher wieder in Ordnung.

Das heiße aber nicht, dass das für lange so bleibe. Die nächste Baustelle droht: Die Gabionen auf der Bergseite machen den Verantwortliche im Straßenbauamt und im Regierungspräsidium Sorge: „Sie sind mit Sandsteinen gefüllt – und der Sandstein zerbröselt langsam.“ Wann man da ran müsse, sei aber noch offen.

Gabionen am Hang machen Sorge. Foto: him

Im weiteren Verlauf der Bundesstraße sind im September dann noch kleinere Reparaturen vorgesehen: An der Hans-Sachs-Kurve und talabwärts bei der Zufahrt zur Autosammlung Steim.

Deutlich zu sehen: Die Asphaltdecke hat nachgegeben. Foto: him

Schramberg Hammergraben

Eine längere Sanierungsstelle gibt es dann noch am Hammergraben beim Discounter Lidl. „Da müssen wir etwa 1000 Quadratmeter Asphalt rausfräsen, weil es da Verwerfungen gegeben hat.“

Ursache dafür sei die nachträglich eingebaute Querungshilfe. Dadurch führen alle Schwerlaster „wie auf einer Schiene“ da vorbei und verursachten die Spurrillen, erklärt Hils. Hier wird vom 11.  bis 15. September gearbeitet und der Verkehr per Ampel geregelt.

Personalnot verzögert

Auf der Liste der Straßenmeisterei Sulgen stehen noch etliche andere Straßenabschnitte, die dringend gerichtet werden sollten. Dafür fehlt gar nicht mal das Geld. „Wir haben großen Personalmangel bei den Bauingenieuren, die die Planung machen“, bedauert Hils. „Wir bekämen schon Geld vom Regierungspräsidium, aber wir können es nicht umsetzen.“

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.