In diesem Haus in Tennenbronn soll die 56-jährige Frau ihren 25-jährigen Sohn mit einem Messer schwer verletzt haben. Archiv-Foto: him

Das voll­enden­de und das ver­such­te Tötungs­de­likt von Hardt und Ten­nen­bronn beschäf­ti­gen wei­ter­hin die Staats­an­walt­schaft und die Poli­zei. Wie berich­tet, steht eine 56-jäh­ri­ge Frau im drin­gen­den Ver­dacht, am Sonn­tag­nach­mit­tag erst ihre 22-jäh­ri­ge Toch­ter in Hardt ersto­chen und danach in Ten­nen­bronn ihren 25-jäh­ri­gen Sohn mit einem Küchen­mes­ser schwer ver­letzt zu haben.

Nach den bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen zu den bei­den Blut­ta­ten hat Staats­an­walt Frank Grund­ke am Mitt­woch eini­ge zusätz­li­che Anga­ben gemacht. Dem­nach war die 56-jäh­ri­ge Frau zunächst in Hardt bei ihrer Toch­ter und hat­te die­se mit einem Mes­ser ange­grif­fen und töd­lich ver­letzt. Sie war dann mit ihrem Auto nach Ten­nen­bronn zur Woh­nung ihres Soh­nes gefah­ren. „hat sich dort eine Wei­le auf­ge­hal­ten“, so Grund­ke und dann auch auf den Sohn ein­ge­sto­chen.

„In Ten­nen­bronn hat dann jemand aus der Woh­nung die Poli­zei alar­miert“, berich­tet Grund­ke. Außer dem Opfer sei­en wei­te­re Per­so­nen in der Woh­nung gewe­sen. „Im Lau­fe der Ermitt­lun­gen in Ten­nen­bronn erga­ben sich Hin­wei­se auf die ande­re Tat in Hardt.“ Dort hat­te es kei­ne unmit­tel­ba­ren Zeu­gen gege­ben.

Motiv weiter unbekannt

Die Moti­ve der Frau sei­en noch unklar. Sie habe zwar sowohl bei der Poli­zei als auch beim Haft­rich­ter Anga­ben gemacht. Die­se bedürf­ten aber noch der Abklä­rung. Ob die Frau schuld­fä­hig sei und wie ihr see­li­scher Zustand zur Tat­zeit war, das müs­se ein psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten klä­ren. Ob sich die Frau in sta­tio­nä­rer psych­ia­tri­scher Behand­lung befand, wol­le er aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes nicht kom­men­tie­ren. Der 25-jäh­ri­ge Sohn habe bis Mitt­woch­vor­mit­tag noch nicht ver­nom­men wer­den kön­nen, so Grund­ke. „Er befin­det sich noch in einem schlech­ten Zustand.“

Der Tat­vor­wurf, wie er im Haft­be­fehl ste­he, lau­te auf Tot­schlag im Fall der jun­gen Frau aus Hardt und ver­such­ter Mord in Tat­ein­heit mit gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung im Fal­le des Bru­ders. Dies sei aber „eine Moment­auf­nah­me“, es kön­ne sich im Lauf der Ermitt­lun­gen oder eines Pro­zes­ses ändern. Bis­her sei im Fall Hardt ein Mord­merk­mal wie Heim­tü­cke nicht nach­zu­wei­sen, erläu­tert Grund­ke. Die Ermitt­lungs­auf­trä­ge sei­en erteilt, er rech­ne in ein bis zwei Mona­ten mit einem abschlie­ßen­den Ergeb­nis.