Müllabfuhr im Kreis Rottweil: Neues Jahr startet mit kleinem Durcheinander

Mit einem kleinen Durcheinander ist die Entsorgung im Landkreis Rottweil ins neue Jahr gestartet. Das Landratsamt ist um Aufklärung und Verbesserung bemüht. Leser hatten sich an die NRWZ gewandt.

Behälter ausgetauscht, Müllgebühren erhöht: Das Landratsamt Rottweil steht in diesen Tagen besonders unter Beobachtung der Bürger. Und es gibt kaum ein lokales Thema, über das die Menschen sich so echauffieren können, als wenn mit der Müllabholung was nicht klappt. Vor allem, wenn die vollen Tonnen oder gar die Gelben Säcke tagelang vor den Häusern liegen.

Andererseits geben die Müllwerker ihr Bestes, um den Job zur Zufriedenheit der Menschen zu erledigen. Bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit.

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Und dennoch kommt es zu Unstimmigkeiten. Dies sind die neuesten:

In Villingendorf hätte am 2. Januar der Restmüll abgeholt werden sollen. Das geschah aber nicht, wie ein Leser der NRWZ berichtet. Gerade dort haben die Bürger aber erwartet, dass alles flott läuft, weil die Gebühren stark erhöht worden sind – und mit der Erhöhung auch das Versprechen wahrgenommen worden ist, dass die Abfuhr pünktlich und zuverlässig klappe. Inzwischen war der Müllwagen da, die Restmülltonnen sind geleert.

In Schramberg hätte laut einer Leserin bereits am 2. Januar der Biomüll abgeholt werden sollen. Laut ihr sei auch knapp eine Woche später noch nichts passiert.

Bühlingen hat den falschen Abfallkalender bekommen. Ein Leser zur NRWZ: „Der Abfallkalender 2020 wurde in Bühlingen ausgeteilt, das hat ja soweit ganz gut geklappt – wenn es denn der richtige wäre.“ Denn leider ist dort im Rottweiler Ortsteil der Plan von Rottweil Süd und Nord verteilt worden. „Jetzt hatten alle ihren Gelben Sack vor der Türe stehen (der eine oder andere immer noch), weil Sie glaubten, dass er am 3. Januar abgeholt werden sollte“, schreibt uns der Leser am 7. Januar. Die Abholung werde aber erst am 17. Januar erfolgen.

Eine Sprecherin des Landratsamts bestätigt den Vorfall. „Nach Rückkopplung mit der Post“, schreibt sie, sei klar: „Tatsächlich wurden wohl wegen der postalischen Zugehörigkeit von Bühlingen zu Rottweil zunächst in einem Teilbereich von Bühlingen irrtümlicherweise Rottweiler Kalender verteilt.“ Die Adressen hätten jedoch von der Post über den betreffenden Zusteller genau identifiziert werden können und der richtige Kalender sei dann nachträglich zugestellt worden. „Dadurch haben einige Haushalte zwei Versionen des Abfallkalenders erhalten – die Bühlinger Version ist jedoch auf dem Deckblatt eindeutig gekennzeichnet“, so die Sprecherin.

Die Verteilung der Bühlinger Abfallkalender ist ihr zufolge mittlerweile abgeschlossen. „Sollten einzelne Haushalte den Abfallkalender nicht erhalten haben, können sich diese beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft melden oder bei der Stadtverwaltung ein Exemplar abholen.“

In der Marxstraße in Rottweil wundern sich die Leute, weil teilweise der Papiermüll am 7. Januar abgeholt worden ist – und im Abfallkalender der 15. Januar als Abholtermin für Papiermüll angegeben war. Geleert wurden am 7. laut einem Leser nur die Tonnen, die ohnehin an der Straße stehen, bereit gestellt sei keine gewesen. Der Leser berichtet, dass er keine Erinnerungsmail für die Abholung am 7. bekommen habe, die also völlig überraschend geschehen sei. Und zur vollständigen Verwirrung finde er im Online-Kalender des Landratsamt noch einen zusätzlichen Abholtermin am 10. Januar für Papiermüll.

Auch dieses Durcheinander bestätigt die Sprecherin des Landratsamts. „Die Kalenderdarstellungen in der Online- und der Print-Ausgabe des Abfallkalenders sind in der Tat nicht ganz identisch“, sagt sie. Der Online-Kalender enthalte Zusatztermine, die im Kalender der Printausgabe aus drucktechnischen Gründen nicht hätten abgedruckt werden können.

Einen entsprechenden Hinweis gebe es im gedruckten Kalender. Darin steht, dass das Landratsamt die Abfuhrbezirke und Sammeltouren geändert habe und sich daraus geänderte Termine ergäben. Deshalb habe man Zusatzabfuhren terminiert. Die wiederum hätten nicht in den Kalender aufgenommen werden können.

Ausschnitt aus dem neuen Abfallkalender. Grafik: pm
Ausschnitt aus dem neuen Abfallkalender. Grafik: pm

Zu den Gründen gibt die Sprecherin des Landratsamts detaillierte Einblicke: Von der Printversion des Abfallkalenders gebe es 17 unterschiedliche Versionen, erklärt sie. In den Kalendarien seien jeweils Ortsteile und Abfuhrbezirke mit gleichen Abfuhrterminen zusammengefasst. „Wegen der erfolgten Umstellung der Abfuhrbezirke kam es zu Verschiebungen bei den Abfuhrrhythmen. Deshalb wurden Zusatzleerungen eingefügt, um zu gewährleisten, dass zwischen zwei Leerungsterminen über den Jahreswechsel keine zu langen Abstände entstehen“, so die Mitarbeiterin des Landratsamts weiter. Die Zusatzleerungen beträffen jedoch oft nicht alle auf einem Kalenderblatt dargestellten Teilorte und könnten deshalb dort nicht eingetragen werden. „Statt dessen müssen die Zusatzleerungen für einzelne Teilorte separat angegeben werden. Im Gegensatz dazu können Zusatzleerungen in der Onlineversion dargestellt werden, da sich diese immer nur auf einen Ortsteil beschränkt.“

Warum aber an einem nirgends notierten Termin, am 7. Januar, der Papierabfall in der Marxstraße abgeholt worden ist, kann die Sprecherin nicht sagen. Jedenfalls nicht gegenüber der Presse. Der NRWZ aber liegt eine Mail vor, in der ein Mitarbeiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft im Landratsamt gegenüber einem Bürger etwas deutlicher wird: „Tatsächlich ist am 7. Januar in der Marxstraße (Südbezirk) kein offizieller Leerungstermin. Weshalb dort heute Papiertonnen geleert wurden, ist hier nicht nachvollziehbar. Vermutlich handelt es sich um ein Missverständnis zwischen dem Fahrer und der Disposition der Firma ALBA.“ Und der Mitarbeiter verspricht: „Der Termin am 10. Januar wird dann auch von der Online-Terminerinnerung angegeben werden.“

 

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