Unebenheiten auf der neuen B 27: Baufirma muss nachbessern

Die B27 zwischen Hardthaus und Neukirch. Foto: Peter Arnegger

Rodeo-Gefüh­le” kämen auf, wenn man als Auto­fah­rer über die gera­de erst sanier­te B 27 zwi­schen Rott­weil und Schöm­berg fah­re. So titel­te der „Schwarz­wäl­der Bote” unlängst. Nun – dass dort Rodeo gerit­ten wer­den kön­ne, will das Land­rats­amt nicht bestä­ti­gen. Wohl aber, dass es Uneben­hei­ten gebe. Die Bau­fir­ma muss nach­bes­sern, den Ver­kehrs­teil­neh­mern dro­hen erneut Sper­run­gen. 

Am 31. August hat­ten die Abnah­me der Arbei­ten für die Instand­set­zung des rund 3,4 Kilo­me­ter lan­gen Stre­cken­ab­schnitts und im Anschluss dar­an die Auf­he­bung der bau­stel­len­be­ding­ten Sper­rung statt­ge­fun­den. Gro­ße Freu­de bei den Auto­fah­rern in der Regi­on, die B 27 war end­lich wie­der frei. Und die Bewoh­ner der Gemein­den wie Wel­len­din­gen, über die die Umlei­tungs­stre­cke mona­te­lang führ­te, konn­ten auch auf­at­men.

Dann aber die schlech­te Nach­richt: Die gera­de erst sanier­te, neue Fahr­bahn „weist par­ti­ell Uneben­hei­ten auf”, stell­te das Land­rats­amt fest. „Das war zum Zeit­punkt der Abnah­me allen Betei­lig­ten bekannt”, heißt es nun in einer am Mon­tag­mor­gen ver­schick­ten Pres­se­mit­tei­lung.

Aber: Die Bau­ar­bei­ten hät­ten den­noch abge­nom­men, die Stra­ße frei­ge­ge­ben wer­den kön­nen, so das Land­rats­amt. Dann aber hät­ten die Öffent­lich­keit sowie die Pres­se „eine Rück­kopp­lung dahin gehend” gege­ben, „dass die Uneben­hei­ten – je nach Fahr­zeug­typ und Fahr­ge­schwin­dig­keit – durch Vibra­tio­nen des Fahr­zeugs mehr oder min­der merk­lich wahr­ge­nom­men wer­den.”

Die­se Mel­dun­gen hät­ten nun die Ver­trags­par­tei­en, also der Bau­un­ter­neh­mer und das Stra­ßen­bau­amt des Land­krei­ses als Ver­tre­ter des Regie­rungs­prä­si­di­ums, zum Anlass genom­men, den Sach­ver­halt – unter Zuhil­fe­nah­me eines unab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen für Asphalt­tech­no­lo­gie – neu zu bewer­ten.

Es besteht Kon­sens dar­über, dass zu Las­ten des Bau­un­ter­neh­mers nach­ge­bes­sert wird”, so die Ent­schei­dung. Das heißt, dass die vier Zen­ti­me­ter star­ke Asphalt­deck­schicht, das ist die obers­te Lage der gebun­de­nen Schich­ten  par­ti­ell abge­fräst und anschlie­ßend neu her­ge­stellt wird.

Der Sach­ver­stän­di­ge wer­de am mor­gi­gen Diens­tag (18. Sep­tem­ber) den gesam­ten hier in Rede ste­hen­den Stre­cken­ab­schnitt über­prü­fen. Basie­rend auf die­sem Ergeb­nis wer­de anschlie­ßend fest­ge­legt, in wel­chen Berei­chen nach­ge­bes­sert wird.

Bereits die­se Über­prü­fung „bedeu­tet einen Ein­griff in den Ver­kehrs­raum”, so das Land­rats­amt. „Dadurch wird der Ver­kehrs­fluss behin­dert sein. Die Ver­kehrs­teil­neh­mer wer­den um Ver­ständ­nis gebe­ten.”

Die Nach­bes­se­rungs­ar­bei­ten sol­len dann noch im Herbst die­ses Jah­res erfol­gen. Dazu sei­en aber bestimm­te Wet­ter­be­din­gun­gen erfor­der­lich. „Das heißt, dass ein kon­kre­ter Zeit­punkt momen­tan nicht genannt wer­den kann”, so das Land­rats­amt. 

Klar ist aber, dass die Arbei­ten eine erneu­te Sper­rung der Stra­ße not­wen­dig machen kön­nen. Das Auf­stöh­nen der Auto- und LKW-Fah­rer sowie der Anwoh­ner der Umlei­tungs­stre­cke ist gut vor­stell­bar.

Eine Voll­sper­rung ist der Worst-Case”, sagt Mar­tin Osie­ja, Chef des Rott­wei­ler Stra­ßen­bau­amts, auf Nach­fra­ge der NRWZ. Die Behör­de wer­de ver­su­chen, eine Sper­rung zu ver­mei­den, und gege­ben­falls unter ver­lang­sam­tem Ver­kehr erneut sanie­ren. 

Der Bau­un­ter­neh­mer glaubt der­weil laut Land­rats­amt, dass ein wäh­rend der Bau­aus­füh­rung unbe­merkt auf­ge­tre­te­nes tech­ni­sches Pro­blem der Grund für den feh­ler­haf­ten Ein­bau der Asphalt­deck­schicht gewe­sen sein könn­te. Die Boh­le des Stra­ßen­fer­ti­gers funk­tio­nier­te wohl – so ist die Aus­sa­ge des Bau­un­ter­neh­mers – nicht ord­nungs­ge­mäß. Die Funk­ti­on der Boh­le ist das Glät­ten und Vor­ver­dich­ten des auf­ge­brach­ten Asphalts.