Mit den ersten warmen Tagen steigt auch das Risiko durch Zeckenstiche. Im Landkreis Rottweil wurden zuletzt mehr Borreliose-Fälle registriert – entgegen dem landesweiten Trend. Was über Gefahren, Schutz und richtiges Verhalten bekannt ist, hat die AOK zusammengetragen.
Mit dem Frühling beginnt auch die Zeckensaison. Die kleinen Spinnentiere halten sich bevorzugt in hohem Gras, Gebüschen oder am Waldrand auf und können beim Stich Krankheitserreger übertragen. Dazu zählen vor allem die bakterielle Lyme-Borreliose sowie die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Nach Angaben einer Auswertung der AOK wurden im Jahr 2024 im Landkreis Rottweil 320 Versicherte wegen einer Lyme-Borreliose behandelt. Auffällig: Während die Fallzahlen landesweit eher zurückgehen, ist die Zahl der Betroffenen im Kreis zwischen 2020 und 2024 im Schnitt um rund acht Prozent pro Jahr gestiegen.
Borreliose kann unterschiedliche Beschwerden auslösen und mehrere Organsysteme betreffen – darunter Haut, Gelenke und das Nervensystem. In der Regel lässt sich die Erkrankung mit Antibiotika gut behandeln. Ohne Therapie steigt jedoch das Risiko für schwerere Verläufe, etwa mit Nervenentzündungen oder Lähmungserscheinungen. FSME verläuft meist grippeähnlich, kann aber in Einzelfällen zu einer Hirnhautentzündung führen. Der Landkreis Rottweil gilt als Risikogebiet für FSME.
Zecken suchen nach dem Kontakt mit dem Menschen oft längere Zeit nach einer geeigneten Stichstelle. Besonders häufig sitzen sie später an warmen, dünnhäutigen Körperstellen wie am Haaransatz, hinter den Ohren oder in Hautfalten. Deshalb wird empfohlen, den Körper nach Aufenthalten im Freien gründlich abzusuchen.
Kommt es zu einem Stich, sollte die Zecke möglichst schnell entfernt werden – am besten mit einer speziellen Zeckenkarte oder Pinzette. Wichtig ist, das Tier dabei nicht zu quetschen. Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Infektion. Bleibt ein Teil des Stechapparats in der Haut zurück, ist das meist unproblematisch.
Nach einem Stich sollte die betroffene Stelle über mehrere Wochen beobachtet werden. Eine ringförmige Rötung, die frühestens nach einigen Tagen auftreten kann, gilt als möglicher Hinweis auf Borreliose. Auch grippeähnliche Beschwerden in den Wochen danach sollten ärztlich abgeklärt werden.
Zum Schutz vor Zecken empfehlen Experten geschlossene Kleidung sowie das Meiden von hohem Gras und dichtem Gebüsch. Repellents können zeitlich begrenzt zusätzlichen Schutz bieten. Gegen FSME steht zudem eine Impfung zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät insbesondere Menschen mit häufigem Aufenthalt in der Natur in Risikogebieten dazu.

