Ein Fahrzeugkorso hat am Freitagabend für Aufmerksamkeit im Raum Rottweil gesorgt. Rund 25 Fahrzeuge beteiligten sich nach Angaben des Organisators an der Demonstration, die sich vor allem gegen steuerpolitische Maßnahmen richtete. Die Polizei begleitete die Fahrt mit einem Streifenwagen und zwei Motorrädern.
Startpunkt des Konvois war der Emil-Maser-Platz im Gewerbegebiet Inkom in Zimmern ob Rottweil. Von dort setzte sich der Tross in Bewegung und führte über mehrere Streckenabschnitte durch das Stadtgebiet in Richtung Berner Feld. Die Route, die im Zick-Zack durch das Rottweiler Stagebiet führte, war nach Angaben des Organisators bewusst so gewählt worden, dass möglichst viele Menschen erreicht werden.
Begleitet wurde der Korso von der Polizei: Ein Streifenwagen sowie zwei Motorradpolizisten sicherten die Fahrt ab. Für die Teilnehmer galten Auflagen, unter anderem war Hupen nicht erlaubt. Nur Vereinzelte hielten sich nicht daran.
Nach Angaben des Organisators Heiko Fischer hatten sich ursprünglich fünf bis zehn Fahrzeuge angemeldet. Tatsächlich seien rund 25 Fahrzeuge zusammengekommen. Damit habe die Beteiligung über den Erwartungen gelegen, auch wenn sich einige Teilnehmer eine noch größere Resonanz gewünscht hätten. Aber Fischer kündigte auch an, weitere Aktionen starten zu wollen. Dieser Korso sei erst ein Anfang, erklärte er.
Inhaltlich richtete sich die Demonstration vor allem gegen steuerpolitische Themen. Kritik äußerten Teilnehmer unter anderem an der CO₂-Bepreisung sowie an möglichen weiteren finanziellen Belastungen.
Die Regierung schickt lieber unser Steuergeld ins Ausland, und für uns bleibt nichts mehr übrig. Ich bin Lkw-Fahrer. Was soll ich noch mehr arbeiten, ich fahre schon 12 Stunden am Tag, wenigstens. Die, die ich kenne, arbeiten wirklich hart.
Demo-Organisator Heiko Fischer
Zudem kritisiert Fischer die Verwendung von Steuergeldern: Die Regierung gebe Geld „ins Ausland“, während für die eigene Bevölkerung zu wenig übrig bleibe. Viele der Teilnehmer seien beruflich stark belastet – etwa im Transportgewerbe. Als Beispiel nennt er Lkw-Fahrer, die bereits lange Arbeitszeiten hätten: „Was soll ich noch mehr arbeiten? Ich fahre schon zwölf Stunden.“
Der Organisator betonte, die Aktion sei parteilos. Ziel sei es, auf die aus seiner Sicht zunehmende Belastung vieler Menschen aufmerksam zu machen und weitere Bürger zu mobilisieren. Zugleich kündigte er an, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben solle.
Vereinzelt kam es auch zu scharfen verbalen Äußerungen. Ein Teilnehmer bezeichnete Bundeskanzler Friedrich Merz als „Lügenkanzler“ und warf ihm vor, „sogar beim Lügen“ zu lügen.
Am Rande der Demonstration waren zudem einzelne politische Bezüge erkennbar. So trug ein Teilnehmer ein T-Shirt mit einer Unterstützungsbekundung für die AfD-Politikerin Alice Weidel. Eine offizielle Zuordnung der Veranstaltung zu einer Partei gibt es nach Angaben des Organisators jedoch nicht.
Die Demonstration war über soziale Netzwerke organisiert worden, insbesondere über Facebook. Die Resonanz habe laut Fischer gezeigt, dass es bei Teilen der Bevölkerung Unzufriedenheit gebe.
Der Fahrzeugkorso reiht sich in eine breitere Entwicklung ein. Vergleichbare Protestaktionen mit Fahrzeugen gab es zuletzt auch in anderen Städten. Sie richten sich häufig gegen steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Belastungen.
Auch im Raum Rottweil sind solche Protestformen nicht neu: Bereits während der Corona-Pandemie kam es wiederholt zu ähnlichen Aktionen im Stadtgebiet.
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