„Was hat der denn geraucht?“ war mein ers­ter spon­ta­ner Gedan­ke, den der Leser­brief bei mir erzeugt hat.  Die Frie­dens­pfei­fe war es bestimmt nicht. Zu oft an Schram­bergs Stamm­ti­schen unter­wegs, wo das „Gerüch­te­ge­schwa­der“ bro­delt? Oder ist die Schram­ber­ger Fas­net etwa doch nicht am Ascher­mitt­woch zu Ende gewe­sen?

Nein, jetzt mal ganz im Ernst, wer kommt da nur auf die Idee so mit Schmutz auf eine Kan­di­da­tin zu schmei­ßen, noch bevor der Wahl­kampf rich­tig begon­nen hat? Aus­ge­rech­net Micha­el Mel­vin, aus­sichts­rei­cher Kan­di­dat bei der OB-Wahl 2011 und genau des­halb am dama­li­gen „Nobo­dy“ Tho­mas Her­zog geschei­tert, weil gera­de er als Günst­ling der mafiö­sen, rei­chen und ein­fluss­rei­chen Eli­ten ver­un­glimpft wur­de.

Ich weiß wirk­lich nicht, ob ein Mit­glied der CDU oder ob „die CDU“ Frau Eisenlohr moti­viert haben für das Ober­bür­ger­meis­ter­amt in Schram­berg zu kan­di­die­ren, das ist mir aber auch völ­lig egal. Ich freue mich jeden­falls über eine seriö­se und ernst­zu­neh­men­de Kan­di­da­tin und ich freue mich, dass wir Bür­ger so wenigs­tens eine ech­te Wahl haben. Das ist geleb­te Demo­kra­tie.

Es zeugt von wenig Demo­kra­tie­ver­ständ­nis einen Bewerber/eine Bewer­be­rin bereits im Vor­feld mit übler Kriegs­rhe­to­rik so zu dif­fa­mie­ren und so zu dis­kre­di­tie­ren. Also bit­te nicht wie­der einen so schmut­zi­gen Wahl­kampf wie 2011.

Ich wün­sche mir einen anstän­di­gen und fai­ren Wahl­kampf. Möge der­je­ni­ge Kandidat/diejenige Kan­di­da­tin gewin­nen, der/die am meis­ten Men­schen über­zeugt, dass er/sie Schram­berg als Gesamt­ge­mein­de mit allen Stadt­tei­len wei­ter­bringt. Aber bit­te nicht „wei­ter so“ son­dern „wei­ter nach vor­ne“!

Dazu sei mir noch eine per­sön­li­che Anmer­kung gestat­tet. Noch immer war­tet das „Med­zen­trum“ auf die Bau­frei­ga­be für den zwei­ten Bau­ab­schnitt und für das Park­deck. Nach end­lo­sen Ver­zö­ge­run­gen auf poli­ti­scher und auf Ver­wal­tungs­ebe­ne wer­den die ers­ten Pra­xen im Med­zen­trum jetzt im Juli end­lich eröff­nen kön­nen. Ich muss aber lei­der alle Pati­en­ten dar­auf hin­wei­sen, dass mög­li­cher­wei­se das Park­deck dann noch nicht fer­tig gestellt sein wird. Hof­fent­lich wird das Med­zen­trum nach der OB-Wahl end­lich zur abso­lu­ten Chef­sa­che, was sie immer hät­te sein müs­sen, damit sich die end­gül­ti­ge Fer­tig­stel­lung nicht noch Jah­re hin­zieht.

Dr. Hei­ko Gertsch, Schram­berg