Die Parteien tragen zur politischen Willensbildung bei. Archivfoto: wede

Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, die als „Freie Wäh­ler“ oder auf sons­ti­gen  frei­en Lis­ten  ein Man­dat errun­gen haben, irren, wenn sie, wie in jüngs­ter Zeit oft zu ver­neh­men,  behaup­ten, sie wür­den den gesun­den Men­schen­ver­stand wal­ten las­sen, wäh­rend die Ver­tre­ter poli­ti­scher Par­tei­en dies angeb­lich nicht tun („kei­ne Par­tei­po­li­tik aufs Rat­haus“). Sol­che Äuße­run­gen sind abso­lut unan­ge­bracht.

Die Par­tei­en wir­ken bei der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung des Vol­kes mit.“ So steht es im Grund­ge­setz, Arti­kel 21. Da steht nicht: Auf der kom­mu­na­len Ebe­ne gilt das nicht.

Eine Par­tei wie die CDU, die auf allen poli­ti­schen Ebe­nen – von den Kom­mu­nen bis Euro­pa – prä­sent und mit Man­dats­trä­gern  ver­tre­ten ist, pro­fi­tiert  gera­de von dem dadurch mög­li­chen stän­di­gen Mei­nungs­aus­tausch und der gemein­sa­men poli­ti­schen Arbeit. Es ist ehren­wert, wenn sich ein Bewer­ber um ein Man­dat zu einer Par­tei bekennt und damit sei­ne poli­ti­sche Ver­or­tung, sei­ne Behei­ma­tung deut­lich macht. Egal in wel­cher Par­tei.

Dage­gen ist es fast schon skur­ril, wenn die Ver­tre­ter „frei­er Lis­ten“ zu denen mit der Anbin­dung an eine Par­tei mit dem Ansin­nen kom­men, man möge sei­nen Ein­fluss „nach oben“ gel­tend machen. Zum Bei­spiel, wenn es dar­um geht, bei Zuschuss­an­trä­gen „Druck zu machen.“ Wenn über unse­re Man­dats­trä­ger wie Ste­fan Teu­fel und Vol­ker Kau­der Kon­tak­te her­ge­stellt wer­den sol­len in die Lan­des- und Bun­des­po­li­tik, wenn Stra­ßen­bau­maß­nah­men (Umfah­rung Dun­nin­gen, Tal­um­fah­rung Schram­berg etc.) rea­li­siert wer­den sol­len.  Da sind die Par­tei­en dann auf ein­mal wie­der recht!

Ohne Par­tei­en gibt es kei­ne Demo­kra­tie. Auch dar­um muss die­se doch reich­lich  arro­gant daher­kom­men­de angeb­lich  sach­li­che ver­sus par­tei­po­li­ti­sche Über­heb­lich­keit deut­lich zurück­ge­wie­sen wer­den.

Robert King, Lau­ter­bach