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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start OB Wahl Schram­berg 2019 Leser­brief: Was nun Herr Her­zog ?

Leserbrief: Was nun Herr Herzog ?

Leser­brief zu: Leib­brand­platz kei­ne Wohn­be­bau­ung

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Das Frei­amt Tös e.V. ist erklär­ter­ma­ßen gegen jeg­li­che Ver­än­de­rung am Leib­brand­platz. Des­halb habe ich mich ganz bewusst am 3. Mai auch an dem­In­fo­stand der Akti­ven Bür­ger am Leib­brand­platz im Inter­es­se der Sache ganz unpar­tei­po­li­tisch bli­cken las­sen und bin extra dafür in die Hei­mat­stadt Schram­berg gefah­ren. Hin- und Rück­fahrt von bzw. nach Walds­hut fast 200 km.

Sie, Herr Ober­bür­ger­meis­ter haben sich dage­gen nicht aus dem nahen Rat­haus zu dem Info­stand bege­ben und sich dort bli­cken las­sen. Viel­mehr ver­ste­cken Sie sich in einem
Inter­view in einer aus­ge­rech­net in dem von Schram­ber­gern so belieb­ten Rott­weil erschei­nen­den Lokal­zei­tung. Dazu bot Ihnen ein auch noch im Gemein­de­rat sit­zen­der und wie­der kan­di­die­ren­der Lokal­schrei­ber die Büh­ne für Ihren Auf­tritt. Da Sie ja der fran­zö­si­schen Spra­che mäch­tig sind, darf ich sagen: On y soit qui mal y pen­se ! Sie wis­sen was das heißt !

In Ihrem zwei­fel­haf­ten Demen­ti behaup­ten Sie, dass eine Bebau­ung am Leib­brand­platz nicht vor­ge­se­hen sei. Das ist ja sehr inter­es­sant ! Dage­gen fin­det man in Folie 10 der Ver­öf­fent­li­chung vom 10.11.2018 unter dem Titel Stadt­um­bau 2030+ doch mit der Über­schrift „Über­le­gung für LGS“ den Ver­merk „Ver­lust des Leib­brand­plat­zes zuguns­ten des Schiltach­par­kes“ einen ein­ge­zeich­ne­ten halb­run­den Gebäu­de­kör­per bzw. eine Flä­che über fast die gesam­te Platz­brei­te. Wie lan­ge läuft die Halt­bar­keits­dau­er Ihrer kürz­li­chen über­ra­schen­den Aus­sa­ge ? Bis zur OB-Wahl oder län­ger ? Ent­we­der die Wahl zum künf­ti­gen OB oder der Druck der Anwoh­ner wird die­se Halt­bar­keits­dau­er neu ter­mi­nie­ren. Und das ist gut so ! Was ist das über­haupt für eine Poli­tik in der einst stol­zen und sau­be­ren Hei­mat­stadt. Einer­seits bewirbt man sich für eine Lan­des­gar­ten­schau, stellt grü­ne Bänk­le auf, bringt Blu­men­schmuck an, zeich­net gro­ße Plä­ne bei denen man nicht weiß wie man sie finan­zie­ren könn­te. Nach dem Besuch der Hohen Kom­mis­si­on baut man die Bänk­le und flo­ra­len Aus­schmü­ckun­gen wie­der weit­ge­hend zurück und ist ganz ver­wun­dert, dass man den Wett­be­werb nicht gewin­nen konn­te. Es gibt vie­le Bür­ger, die haben die­se Ent­schei­dung nicht nur erwar­tet son­dern auch begrüßt. Beson­ders bit­ter ist für die Träu­mer unter dem Mot­to „Schram­berg blüht auf“ dass man auch hier wie­der ein­mal – wie beim Erhalt des Kran­ken­hau­ses – aus­ge­rech­net gegen die Kreis­stadt Rott­weil ver­lo­ren hat.
Was ist das für eine Logik, wenn man gleich­zei­tig einen grü­nen Platz gedank­lich opfert für den schnel­le­ren Fluss des Ver­kehrs, aber Gar­ten­schaut­räu­me im Kopf hegt. Was ist aus die­ser Stadt all­mäh­lich gewor­den. Kein Kran­ken­haus mehr im Mit­tel­zen­trum, kein Frei­bad mehr in der Kern­stadt. Aber dafür einen „herr­li­chen Ber­neck­strand“ im Fal­ken­stein. Von dort aus kann man gut das leer­ste­hen­de Kran­ken­haus betrach­ten.

Übri­gens erlau­be ich mir zum Abschluss noch die Fra­ge, wel­chen Namen eigent­lich der Bach beim Leib­brand­platz hat. Ber­neck oder Schiltach ? Ich jeden­falls war die ers­ten 4 Schul­jah­re mei­nes Lebens in der Ber­neck­schu­le in der Ber­neck­stra­ße und ging baden im Ber­neck­bad. Ich war nicht in der Schiltach­schu­le, bade­te nicht im Schiltach­bad und glaub­te bis dato, dass von der würt­tem­ber­gi­schen Gren­ze unter­halb von Ten­nen­bronn im Ber­neck­tal die Schiltach bis zur „Neu­en Brü­cke“ in Schram­berg oder gar bis zur Mün­dung des Lau­ter­ba­ches „Ber­neck“ genannt wur­de.

Her­mann Rei­chert, Schult­heiß des Frei­am­tes Tös Schram­berg e.V.

Anmer­kung der Redak­ti­on: Die­ser Leser­brief erschien zunächst mit einem stark gekürz­ten ers­ten Absatz im Schwarz­wäl­der Boten, obwohl sich Her­mann Rei­chert auf ein in der NRWZ erschie­ne­nes Inter­view mit Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog bezieht. Im Schwarz­wäl­der Bote war kei­ne Stel­lung­nah­me des Ober­bür­ger­meis­ters zum The­ma Leib­brand­platz zu lesen. Wir haben Herrn Rei­chert gebe­ten, uns sei­nen Brief eben­falls zur Ver­fü­gung zu stel­len, damit  unse­re Leser den Brief im Ori­gi­nal, unge­kürzt und unver­än­dert lesen kön­nen. Er hat dies getan, aller­dings nach Redak­ti­ons­schluss der aktu­el­len Druck­aus­ga­be.

 

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