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Montag, 28. September 2020

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„Jeder Stein ist anders“ (NRWZ.de+)

OB Eisenlohr bei Roth Natursteine in Sulgen

Sandstein aus Sulgen findet sich an etlichen Schramberger Gebäuden. Bei der Sanierung der Fußgängerzone, an der H.A.U. und derzeit bei der Sanierung des alten evangelischen Pfarrhauses werden die Buntsandsteine verwendet. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Manfred Jungbeck hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr am Donnerstag um die Mittagszeit den Natursteinbetrieb Roth in der Seedorfer Straße in Sulgen besucht.

Der Familie Roth gehört das etwa sieben Hektar große Areal seit gut zwei Jahrzehnten komplett. Bis 1974, so berichtete Firmenchef Michael Roth, habe die Gemeinde Seedorf den Steinbruch besessen. Dann habe en Onkel das Areal gekauft,  er sei später Schritt für Schritt eingestiegen.

Ein echter Familienbetrieb

Gemeinsam mit seiner Frau Angelika leitet er den Betrieb mit neun Beschäftigten. Die meisten seien Steinmetze, Sohn Mathias hat den Beruf des Baumaschinentechnikers erlernt. „Wenn eine unsere Maschinen  kaputt geht, kann er das meiste selbst wieder reparieren“, so Angelika Roth. Der Älteste arbeitet in Freiburg in der Münsterbauhütte und der jüngste, Lucas, wird demnächst eine Steinmetzlehre beginnen.

Im Steinelager

Auf dem großen Betriebsgelände lagern auch  tonnenschwere Sandsteinbrocken aus anderen Ländern und Regionen. Diese Steine haben eine andere Farbe und Beschaffenheit. Bis zu 16 Tonnen schwer können die Blöcke sein, damit sie  bei Roth verarbeitet werden können.

Für bestimmte Gegenden, in denen diese Farbe vorkomme, brauche man den passenden Stein, erläutert Roth seinen Besuchern.

Schwere Maschinen

Ein gutes Drittel des Umsatzes mache die Firma mit dem eigenen Steinbruch, der Rest seien Steinmetzarbeiten, der Handel mit Platten und Steinen für Bruchsteinmauern und ähnliches. „Vom Steinbruch allein könnten wir nicht leben.“

Neueste Investition ist eine neue Steinsäge aus Italien für etwa 150.000 Euro. Mit diesem ach dem Prinzip einer Kettensäge funktionierenden Ungetüm könne man Schnitte bis 100 oder gar 200 Metern machen, so Roth. Acht Zentimeter pro Minute. Wegen der Coronapandemie sei sie erst dieser Tage aus Italien geliefert worden.

Eine Sägemaschine für 150.000 Euro.

Im Steinbruch selbst baut die Firma roten Buntsandstein ab. Dafür sei der Bedarf nicht so groß, weil es bei ihnen anders als bei einem Schotterwerk nicht auf die Menge, sondern die Qualität des Sandsteins ankomme. Im Abbau stecke viel Energie und Aufwand. Deshalb versuche man möglichst  alles zu verkaufen.

Im Steinbruch ist ein kleiner Teich entstanden. Auf der einen Seite dicht bewachsen mit Büschen und Bäumen. „Die hat mein Mann stehen gelassen, weil dort unten sich Frösche und Molche tummeln“, erzählt Angelika Roth. Auch brüteten regelmäßig Enten hier.

Biotop mitten im Betrieb

Der Stein darf nicht überlegen

In den großen Hallen stehen wuchtige Maschinen: Manche spalten die Steine mit roher Gewalt. Erst werde der Klotz gepresst und dann mit einem scharfen Schlag glatt gespalten: „Der Stein hat keine Zeit zum Überlegen und bricht – zack! – grade durch“, schildert Roth den Vorgang bildhaft. Es gehöre aber auch viel Erfahrung dazu, denn: „Jeder Stein ist anders.“ Außerdem  nutzt die Firma riesige Band- und Kreissägen, die die Steine in Form bringen.

Zenon Wisniewski (rechts) stellt einen neuen Fensterrahmen für das alte evangelische Pfarrhaus her

Aber auch viel Handarbeit ist erforderlich. Für das alte evangelische Pfarrhaus in Schramberg stellte Zenon Wisniewski neue Fenstersimse her. Mit einer Schablone  zeichnet er sich auf, wie das Profil gestaltet werden soll.

Der 15-jährige Lucas Roth hat als Ferienjob die Aufgabe, Sandsteinplatten so  zurecht zu schlagen, dass sie hinterher zum Verblenden von Betonmauern verwendet werden können. Den kurzen, harten Schlag, damit der Stein gar nicht zum Nachdenken kommt, hat er schon drauf. Und wenn mal eine Platte kaputt geht, auch nicht schlimm: „Wir haben ja genug….“

Lucas Roth

Gartenboom dank Corona

Wie sich den Corona auf die Geschäfte ausgewirkt habe, will Eisenlohr wissen: „Wir hatten viel mehr Geschäft als sonst“, berichtet Roth. Besonders der Verkauf von Sandsteinplatten habe stark zugelegt. „Die Leute haben ihre Gärten gerichtet und sind nicht in Urlaub gefahren“, ergänzt Angelika Roth. Auch spürten sie einen Trend zurück zu regionalen Materialien.

Wenn da nicht ein gewisser Hape Modell gesessen hat…..

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