Trossinger Appell: „Menschenrechte statt rechte Menschen!“

Mahnwache immer freitagabends

Seit weit mehr als einem Jahr treffen sich in Trossingen Friedensbewegte freitags zu einer Mahnwache für Frieden und in Solidarität mit Opfern der Kriege auf dem Trossinger Rathausplatz. Am 29. Dezember trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut. Dabei waren viele besorgt wegen der zunehmenden Radikalisierung, aber auch Akzeptanz der AfD in unserer Gesellschaft, wie einer der Initiatoren Dr. Wolfgang Steuer der NRWZ schreibt. Sie sähen „die Gefahr, dass sich Deutsche Geschichte um 1932 wiederholen könnte“. Daraus entstand der ‚Trossinger Appell‘. (Wir veröffentlichen den Text am Ende.)

Trossingen. „Den Appell haben wir während der Mahnwache am Freitag 19. Januar vorgestellt“, so Steuer. Nach seiner Schätzung hatten etwa 80 Menschen teilgenommen. „Die Mahnwache verlief in Ruhe und teilweise in Schweigen, wie an den anderen Freitagen.“

Manche Leute hätten selbst gestaltete Transparente mitgebracht, mit Aussagen wie „Menschenrechte statt rechte Menschen!“ Das drücke gut aus, was den als Organisatoren wichtig sei, so Steuer: „Politiker und Parteien sollen daran gemessen werden, ob sie für Menschenrechte eintreten und unser Grundgesetz als Basis ihrer Politik sehen.“

Auf den ausgelegten Listen hätten die meisten Teilnehmer ihre Namen als Unterstützer eingetragen und weitere Listen zum Ausfüllen mitgenommen.  Eine Frau in der Runde habe ihm gegenüber erklärt: „Heute Abend hätte doch mindestens ein Drittel aller Trossinger kommen müssen!“

Wer mitdemonstrieren will, hat dazu Gelegenheit bei den beiden nächsten Mahnwachen am 26. Januar und 2. Februar, jeweils freitags ab 17.30 Uhr vor dem Trossinger Rathaus.

 

Trossinger Appell

Wiederholt sich Geschichte?

 

Es ist erschreckend, wie sich die politische Stimmung im Lande gewandelt hat. In der Bundesrepublik waren Rechtsradikale und Neonazis einer politischen Machtübernahme noch nie so nahe.

In drei Bundesländern wird in diesem Jahr gewählt und in Meinungsumfragen führt die AfD dort mit teilweise über 30 Prozent! Der Deutschlandtrend sieht leider nicht besser aus.

Ein Vergleich mit den letzten freien Reichstagswahlen der Weimarer Republik 1932 wird immer deutlicher, als Deutschland in der Folge in die nationalsozialistische Diktatur abrutschte.

Eine solche Entwicklung darf sich nicht wiederholen! Es ist daher unsere Pflicht, uns als mündige Bürgerinnen und Bürger laut und klar dagegen zu wehren!

Wir appellieren daher an alle Politikerinnen und Politiker in den Parteien, die der Demokratie verpflichtet sind, in Europa, im Bund, auf Länderebene und in der Kommunalpolitik:

  • Fällen Sie politische Entscheidungen so, dass das Vorhaben und die Konsequenzen vom Volk verstanden werden. Suchen Sie daher das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern!
  • Stehen Sie zusammen und suchen Sie gemeinsam Wege aus der gegenwärtigen politischen Krise ohne den partei-politischen Gegner zu diskreditieren!
  • Überlassen Sie den Rechtsradikalen keinen Raum, um ihre demokratiefeindliche Politik durchzusetzen!

Achten Sie darauf, dass unser Grundgesetz Maßstab der Politik und der Parteiprogramme bleibt! 

  • Wir sind besorgt und beunruhigt, dass vielen Leuten im Land das Wissen von unseren Grundwerten fehlt oder gleichgültig ist.

Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger:

  • Nehmen Sie Ihr Wahlrecht in Anspruch! Nur so sind die Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats gewährleistet!
  • Geben Sie bei den kommenden Wahlen den Parteien Ihre Stimme, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und nicht daran rütteln wollen!
  • Gehen Sie nicht Parteien auf den Leim, die populistisch den Rechtsstaat in Frage stellen! Unsere Demokratie hat sich in über 75 Jahren bewährt, uns Anerkennung auf der ganzen Welt verschafft und uns letztendlich unseren Wohlstand gesichert!
  • Die Menschenrechte sind ein hohes Gut. Beurteilen Sie bei jeder Stimmabgabe, ob dieses hohe Gut seine Berücksichtigung findet!

Trossingen, den 19.01.2024

Aktionskreis Mahnwache für den Frieden Trossingen   Andreas Solleder                [email protected],     Dr. Wolfgang Steuer

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