"Die Villa" soll im März 2020 eröffnen - NRWZ.de
Start Rott­weil „Die Vil­la“ soll im März 2020 eröff­nen

„Die Villa“ soll im März 2020 eröffnen

‍Die Unter­schrift ist drun­ter: Am Mitt­woch hat Mar­co Koch, Inha­ber der „Wald­schen­ke“ in Schöm­berg, als künf­ti­ger Päch­ter den gas­tro­no­mi­schen Miet­ver­trag für die „Vil­la Dut­ten­ho­fer“ in Rott­weil unter­schrie­ben. Er geht damit ein hohes finan­zi­el­les Risi­ko ein und bin­det sich für wenigs­tens zwölf Jah­re. Aber er freut sich rie­sig auf die Auf­ga­be. Immer­hin hat­te ihm sei­ne Mut­ter schon zuge­ra­ten.

Bei der Unter­zeich­nung: Dörf­lin­ger (links) und Koch. Foto: gg
  • Gas­tro­no­mi­scher Miet­ver­trag unter­zeich­net
  • Lauf­zeit: Zwölf Jah­re mit Opti­on auf 15 wei­te­re
  • Wal­d­­schen­ke-Wirt steigt ein, behält aber sein bis­he­ri­ges Restau­rant
  • „Die Vil­la“ soll ganz­tä­gi­ges gas­tro­no­mi­sche Ange­bot haben
  • Per­so­nal wird jetzt inten­siv gesucht 

Anfang 2018 muss das gewe­sen sein. Da riet Mar­co Kochs Mut­ter dem damals 31-Jäh­­ri­gen, er sol­le sich doch mal die „Vil­la Dut­ten­ho­fer“ in Rott­weil anschau­en. Wuss­te die Dame doch, dass ihr Sohn mehr woll­te, als „nur“ die „Wald­schen­ke“ betrei­ben. „Grö­ßer wer­den“, wie er es in einem Pres­se­ge­spräch am Mitt­woch nann­te. Wach­sen und damit aber auch kon­kur­renz­fä­hig blei­ben. 

Dann began­nen inten­si­ve Ver­hand­lun­gen. Der Herr Koch sei einer, „der ganz genau weiß, was er will.“ Das sag­te sein Ver­hand­lungs­part­ner, Frank Dörf­lin­ger, Geschäfts­füh­rer der Activ Immo­bi­li­en GmbH, im Rah­men die­ses Pres­se­ge­sprächs. Mit­ein­an­der haben sie einen Ver­trag aus­ge­han­delt, des­sen mehr­fa­che Aus­fer­ti­gung aus­zu­dru­cken 60 Minu­ten gedau­ert haben soll, der rund drei Zen­ti­me­ter dick ist und der den Sitz jeder Steck­do­se in der Vil­la regelt. Und die Zustän­dig­keit. 

So soll sie dann auch hei­ßen, ab März 2020, wenn sie offi­zi­ell eröff­net wird: ein­fach „Die Vil­la.“ Das Ber­li­ner Archi­tek­tur­bü­ro „unit-ber­­lin“ ist mit dem Umbau beauf­tragt wor­den, mit der Ein­rich­tung der Gas­tro­no­mie. Rott­weil darf sich auf ein groß­städ­ti­sches Ding freu­en mit Ser­vice­be­reich für den eili­gen Espresso­trin­ker, mit Bar, Diner, Lounge für Lang­zeit­gäs­te und allem Schnick-Schnack. Nicht mal eben ein­ge­rich­tet, son­dern nach­hal­tig und mit dem Blick auf den jah­re­lan­gen Bestand, so Archi­tekt Hin­nerk Dede­cke, Geschäfts­füh­rer der „unit-ber­­lin“.

Dede­cke zeig­te wun­der­schö­ne Bil­der. Die­se woll­ten wir, die NRWZ, natür­lich auch unse­ren Lesern zei­gen. Und frag­ten nach. Dede­ckes ver­ständ­li­che Ant­wort: „Die gezeig­ten Bil­der sind Mood-Bil­­der, die bei­spiel­haft ste­hen für eine Rich­tung des Inte­ri­eurs. Die Erfah­rung zeigt, dass die Ver­öf­fent­li­chung sol­cher Mood-Bil­­der oft zu Irri­ta­tio­nen führt, da sie als kon­kre­te Ent­wür­fe gewer­tet wer­den.“ Der Archi­tekt gibt die Bil­der also nicht frei. Aber er ergänzt: „Unser Bemü­hen ist es jedoch, die Öffent­lich­keit zeit­nah über die Fort­schrit­te des Bau­vor­ha­bens zu infor­mie­ren. Wir wer­den also, sobald es belast­ba­re Bil­der gibt, die­se ger­ne zur Ver­fü­gung stel­len.“

Beim Pres­se­ge­spräch. Foto: gg

Es ist ein Meh­­re­­re-Mil­­lio­­nen-Euro-Pro­­jekt, rech­ne­te Dörf­lin­ger lächelnd vor. Der Gesamt­in­vest lie­ge bei 4,2 Mil­lio­nen Euro. Und dar­auf kom­me noch die Küche und die Ein­rich­tung, für zusam­men eine Mil­li­on. Betrei­ber Koch habe da ganz genaue Vor­stel­lun­gen.

Wie hoch sei­ne monat­li­che Pacht, ob sie fünf­stel­lig sein wird, das woll­te am Mitt­woch nie­mand sagen. Die Her­ren – etwa auch Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf, aber auch Pro­jekt­ma­na­ger Wal­ter Möck auf Sei­ten des Inves­tors und Koch als Päch­ter – ver­wie­sen dar­auf, dass jetzt nicht der rich­ti­ge Zeit­punkt für kri­ti­sche oder all­zu detail­lier­te Fra­gen sei. Jetzt wol­le man doch nach vor­ne schau­en, durch­star­ten, sich freu­en. 

Zuletzt, die ver­gan­ge­nen Mona­te, hat­te die Activ Group nur noch mit Koch ver­han­delt. Weil man ihn als ernst­haf­ten Inter­es­sen­ten wahr­ge­nom­men habe, der wis­se, was er wol­le, der den nöti­gen beruf­li­chen, aber auch offen­bar den finan­zi­el­len Back­ground hat. Koch hat sei­ne Kar­rie­re in Mün­chen begon­nen, fuhr als Ste­ward zur See, war Super­vi­sor im „Baur au Lac“ in Zürich. 

Sein größ­tes Pro­blem: gutes Per­so­nal zu fin­den. Sechs Köche wer­de er brau­chen, rech­ne­te Koch vor, dazu etwa eben so vie­le Ser­vice­kräf­te. Er wirbt für sein Pro­jekt, es sei ein „attrak­ti­ver Arbeits­platz mit attrak­ti­ven Arbeits­zei­ten“ – durch die geplan­te ganz­tä­gi­gen Öff­nungs­zei­ten sol­len die­se fle­xi­bel gestal­tet wer­den kön­nen.

Einen Küchen­chef hat Koch schon enga­giert – er heißt Andre­as Görg­mayr und kommt aus Mün­chen. Unter sei­ner Lei­tung soll „Die Vil­la“ bie­ten: „Früh­stück, Mit­tag­essen, Busi­ness­lunch, klei­ne Nach­mit­tags­kar­te, Kaf­fee & Kuchen, Abend­essen, Bar­fee­ling, After Work Drinks“, so Kochs Auf­zäh­lung. Dazu kommt die Mög­lich­keit, „Die Vil­la“ für eige­ne Ver­an­stal­tun­gen zu mie­ten, Hoch­zei­ten, Geburts­ta­ge, Tau­fen, Fei­ern. Koch will zudem eige­ne Ver­an­stal­tun­gen anbie­ten. Das übri­gens schon in der Zeit vor der offi­zi­el­len Eröff­nung. Man darf sich also auf Bau­stel­len­par­tys freu­en. Es wird die Vil­la an sich geben, den Pavil­lon mit ver­schie­de­nen Zonen und einen Außen­be­reich.

Die „Wald­schen­ke“ am Schöm­ber­ger Stau­see will Koch wei­ter betrei­ben – mit dem „glei­chen Elan wie bis­her. Die Vor­tei­le bei­der Häu­ser sol­len ver­eint wer­den“, sag­te er. Zudem will er die Risi­ken mini­mie­ren – wie sai­so­na­le Schwan­kun­gen und Per­so­nal­pro­ble­me. 

„Die Vil­la“ soll der­weil ein Haus für alle Rott­wei­ler wer­den. „Jeder soll sich in der Vil­la will­kom­men und ange­spro­chen füh­len“, und zwar jeder­zeit tags­über und abends.

Koch hat sich mit der Unter­schrift unter den Miet­ver­trag am Mitt­woch auf sat­te zwölf Jah­re gebun­den. Der Ver­trag kann danach drei­mal noch um je fünf Jah­re ver­län­gert wer­den. Gilt also bis 2032. Eine Kün­di­gungs­klau­sel gibt es laut Pro­jekt­lei­ter Möck nicht.

Der Ver­trag, des­sen kleins­ter Teil offen­bar das Miet­ver­hält­nis an sich regelt, ist höchst detail­liert. „Wir hat­ten schwie­ri­ge und har­te, aber immer span­nen­de und ehr­li­che Ver­hand­lun­gen“, so Koch. Die Stadt hat­te das Gebäu­de Anfang 2015 an die Activ Group über­ge­ben, deren Umbau­plä­ne der Gemein­de­rat im Okto­ber 2016 geneh­mig­te. Zuvor hat­te die Stadt ver­sucht, selbst einen Päch­ter zu fin­den, aber bald gemerkt, dass sie nicht selbst  wür­de Ver­päch­ter sein kön­nen, „die Anfor­de­run­gen sind so groß, dass wir das als Stadt nicht stem­men könn­ten“, so Broß.

Für die Activ Group, hin­ter der der Inves­tor Andre­as Dün­kel steht, ist das Pro­jekt bis zum heu­ti­gen Tage ein hohes Risi­ko gewe­sen. „Es ist unüb­lich, dass ein Inves­tor ein Gebäu­de saniert, ohne einen Päch­ter zu haben“, sag­te Frank Dörf­lin­ger. Die­sen hat sie ja jetzt.

Aller­dings fließt trotz der erfolg­ten Unter­schrift nicht bereits ab dem heu­ti­gen Tag sei­tens des Päch­ters, sei­tens Koch auch Geld. „Er hat noch einen Vor­lauf und wird erst ab dem kom­men­den Jahr die Mie­te bezah­len müs­sen“, so Inves­tor Dörf­lin­ger gegen­über der NRWZ. Aller­dings habe Koch auch jetzt bereits Aus­ga­ben, etwa für die Per­so­nal­su­che.

Dar­über freu­en sich jetzt alle „rie­sig“, wie etwa Dörf­lin­ger sag­te. Die Stadt sei „der Ham­mer“, ergänz­te Koch, gebür­ti­ger Rott­wei­ler und heu­te 32 Jah­re alt. Der Test­turm, die künf­ti­ge Hän­ge­brü­cke, die Lan­des­gar­ten­schau 2028 – ange­sichts die­ser „tol­len Pro­jek­te“ wol­le er „die Stadt noch span­nen­der machen.

 

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