Führung: „Rottweil in württembergischer Zeit“

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Hinweis der Redaktion: Diese Pressemitteilung haben wir nicht oder nur oberflächlich redaktionell bearbeitet. Sie wurde direkt in das Angebot der NRWZ übernommen.

Rottweil – Der Rottweiler Geschichts- und Altertumsverein bietet auch in diesem Jahr wieder sein beliebtes Führungsprogramm an. Die erste Führung am Sonntag, 8. März, 11 Uhr, mit Cornelia Votteler steht unter dem Titel „Rottweil in württembergischer Zeit“.

Am 8. September 1802 wurde das Schicksal der stolzen Reichsstadt Rottweil besiegelt. Die „provisorische Occupation Rottweils und seines Gebiets“ wurde auf dem Rathaus im Auftrag von Herzog Friedrich von Württemberg vorgelegt. Das württembergische Wappen und das Besitzergreifungspatent wurden am Rathaus, dem Kaufhaus, weiteren öffentlichen Gebäuden und an den Stadttoren angebracht, die alten Stadtsiegel zerbrochen und der reichsstädtische Adler in Einzelfällen abgemeißelt.

In der Folge wurden alle öffentlichen Gebäude beschlagnahmt, Vermögenswerte zu Geld gemacht, die Klöster geschlossen und neuen Nutzungen zugeführt. Die württembergische Bürokratie regierte überall hinein und brachte die gewachsenen Strukturen der örtlichen Verwaltung in unübersichtliches Durcheinander Auch die Fasnet wurde nicht verschont. 1809 wurde die Narrenzunft aufgehoben und „Vermummungen“ ausschließlich auf Privat- und Wirtshäuser beschränkt.

Im Mittelpunkt der Führung stehen die Lebensumstände der Rottweiler. Die durch die Mediatisierung und ständigen Belastungen durch die fortwährenden Kriege behinderte wirtschaftliche Entwicklung der Stadt brachte äußerst harte Zeiten für die Bevölkerung, was aber einige Kassenverwalter nicht davon abhielt, sich aus der knappen Stadtkasse zu bedienen. Um den Lebensunterhalt zu sichern, wurde immer noch Vieh innerhalb der Mauern gehalten. So bestimmten noch lange die vielen Dunglegen vor den Häusern das Bild der Stadt.

Infolge beengter Wohnverhältnisse und mangelnder Hygiene wurde die Bevölkerung immer wieder von Epidemien heimgesucht, die Kindersterblichkeit war groß. Noch lange lag die Krankenversorgung hauptsächlich in den Händen der Wundärzte, die je nach Befähigung auch als Chirurgen und Geburtshelfer tätig waren. Frauen waren trotz vieler Schwangerschaften und Geburten gezwungen mitzuarbeiten, um die Familien zu ernähren.

Einschneidende Ereignisse wie die große Hungersnot von 1816/17 oder die gescheiterte Revolution von 1848/49 war für viele Rottweiler der Anlass, der Stadt den Rücken zu kehren und auszuwandern. Mehr zu diesem Thema erfahren Interessierte bei einem Rundgang durch die Stadt. Treffpunkt zu dieser Führung mit Cornelia Votteler am 8. März, ab 11 Uhr ist am Alten Rathaus. Mitglieder, Freunde des Vereins und Interessierte sind herzlich eingeladen.

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