Keine Total-Ablehnung, aber einzelne Änderungen möchte der Gewerbe- und Handelsverein Rottweil aktiv für das seit 15. September geltende Park-Konzept der Stadt. Einen entsprechenden Antrag behandelt der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch.
Rottweil – Unterzeichnet haben den Antrag für den GHV Tobias Rützel und Marcus Frank. Beide betonen namens des Vereins, „dass wir Parkgebühren grundsätzlich nicht ablehnen. Mit den Änderungen zum 15. September hat man jedoch eine Lösung gewählt, die unseres Erachtens der Stadt massiv schadet. Selbst Personen, die grundsätzlich bereit sind, für einen attraktiven Innenstadtbesuch Parkgebühren zu bezahlen, können einzelne Punkte des Konzepts nicht nachvollziehen. Das Thema hat sich inzwischen von einer sachlichen Diskussion hin zu einer emotionalen Debatte entwickelt.“
Forderungen
„Bewirtschaftungszeitraum kürzen“ ist die erste Forderung überschrieben. Dies gelte nur für die „Bereiche, die bisher nicht bewirtschaftet waren“. Hier solle der Bewirtschaftungszeitraum auf 8 bis 18 Uhr statt 20 Uhr reduziert werden. Es handele sich dabei „um eine Zeit, in der die Innenstadt für Abendveranstaltungen, Kurse, Restaurantbesuch oder private Treffen nochmals gezielt aufgesucht wird und dadurch belebt bleibt. Entscheidend ist auch, die Verweildauer zu erhöhen.“
Der zweite Punkt betrifft die beiden Parkhäuser: „Sonntagsbewirtschaftung aussetzen“, und zwar bis Juni. Das Argument, nach Eröffnung der Hängebrücke kämen auch sonntags viele Besucher in die Stadt, ist auch nach Ansicht der Händler nachvollziehbar. Aber: „Bevor die Brücke eröffnet ist und belastbare Erkenntnisse über das tatsächliche Besucheraufkommen vorliegen, sollte dieser besonders emotional besetzte Punkt ausgesetzt werden. Dies sollte nicht nur bis zur Eröffnung erfolgen, sondern darüber hinaus, um die Notwendigkeit dieses Schrittes transparent bewerten zu können. Also: „Kostenfreies Parken an Sonn- und Feiertagen bis zur Etablierung der Hängebrücke, voraussichtlich Juni 2026.“
Als Punkt drei regt der GHV an, die eine Stunde kostenfreies Parken, die in den Parkhäusern bereits gilt, auf die weiteren Parkplätze auszudehnen. „Wir unterstützen ausdrücklich die Bildung der Parkschwerpunkte Nord und Süd sowie deren finanzielle Attraktivierung. Dabei ist allerdings für viele Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbar, warum der Anreiz der kostenfreien ersten Parkstunde ausschließlich auf die Parkhäuser beschränkt bleibt und nicht auf die angrenzenden Parkflächen ausgeweitet wird. Es gibt zahlreiche Menschen, die Parkhäuser aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen möchten oder können. Auch könnte die Stadt mit einer einheitlichen Aussage zu Parkplätzen und -häusern ein eingängiges Marketingkonzept vorstellen.“ Also: „Einheitliche Regelung für die bewirtschafteten Parkflächen Stadtmitte Nord (Nägelesgraben, Neues Spital, Kapuziner) sowie Stadtmitte Süd (Villa Duttenhofer) und die Parkhäuser => eine kostenfreie Parkstunde“.
Rückvergütung
Gemeinsam mit der Stadt möchte der GHV ein Konzept für Rückvergütung von Parkgebühren. „Rottweil aktiv (GHV) unterstützt ausdrücklich die Findung eines geeigneten, gemeinsam getragenen Systems, das umsetzbar ist und die Belebung der Innenstadt fördert.“
Die Vorschläge, schreibt der GHV weiter, bezögen sich ausdrücklich nicht nur auf Zeiten, in denen die Geschäfte geöffnet sind.
Die Kosten beziffern sie mit 81.000 Euro im Jahr plus einmalig 20.000 Euro.
Die Sitzung des Gemeinderats am 21. Januar beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses. Der Antrag des GHV ist Punkt eins der Tagesordnung.



