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Montag, 9. Dezember 2019
Start Schram­berg Schram­berg: Umfah­rung B 462: Lage ent­spannt sich

Schramberg: Umfahrung B 462: Lage entspannt sich

Aus Sicherhheits­grün­den ist eine Voll­sper­rung nötig / Schil­der­klau macht Sor­gen

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SCHRAMBERG – Bei einer erneu­ten Ver­kehrs­schau am Mon­tag­mor­gen haben sich Ver­tre­ter des Stra­ßen­bau­am­tes, der Poli­zei und der Stadt­ver­wal­tung die Lage auf dem Sul­gen ange­schaut. Wegen der Bau­ar­bei­ten auf der B 462 Umfah­rung Sul­gen fließt seit Don­ners­tag der gesam­te Ver­kehr über die Bären­kreu­zung.

Nach einem chao­ti­schen Start (wir haben berich­tet) am Don­ners­tag hat­te sich die Lage schon am Frei­tag deut­lich ent­spannt.  „Seit­her läuft es ohne Pro­ble­me“, berich­tet Joa­chim Hil­ser vom Stra­ßen­bau­amt. Auch Bern­hard Schir­ling von der SBG ver­si­chert: “Wir sind  sehr zufrie­den.“  Schon am Frei­tag habe kein Bus mehr als fünf Minu­ten Ver­spä­tung gehabt. Am Don­ners­tag sei­en ein­zel­ne Bus­se mit andert­halb Stun­den Ver­spä­tung erst ange­kom­men und er habe schlim­mes befürch­tet, so Schir­ling.

Bei der Ver­kehrs­schau sei man über­ein­ge­kom­men, die Fuß­gän­ger­am­pel beim „Hasen“ zum Auto­haus Kam­me­rer aus­ge­schal­tet zu las­sen. Nach den Feri­en, wenn der Ver­kehr mög­li­cher­wei­se wie­der zuneh­me, wer­de man die Lage erneut prü­fen. Den Fuß­gän­gern sei der Umweg zu einem siche­ren Über­weg mit Ampel bei der „Neu­en Hoff­nung“ zumut­bar, fin­det Hil­ser. „Wir haben die­se Ampel extra für die Fuß­gän­ger im Betrieb gelas­sen, um ein siche­res Über­que­ren zu ermög­li­chen.“ 

Die Ampel bleibt abge­schal­tet. Foto: wit

Pro­ble­ma­tisch sei, dass nun man­che Fuß­gän­ger „an der denk­bar schlech­tes­ten Stel­le“, beim „Hasen“ dia­go­nal über die Fahr­bahn lie­fen.

Probleme: Schilderklau und Spurwechsel

Gro­ße Sor­gen berei­tet den Ver­ant­wort­li­chen der wie­der­hol­te Schil­der­klau: Eini­ge vor dem Wochen­en­de abmon­tier­te Schil­der habe Stadt­rat Jür­gen Reu­ter zwar beim Tum­mel­hof an der alten Rott­wei­ler Stra­ße gefun­den. Feh­len­de oder ver­stell­te Schil­der sei­en aber sehr gefähr­lich, erklärt Hil­ser: „Wenn da ein Ein­bahn­stra­ßen­schild umge­dreht wird und jemand fährt in die fal­sche Rich­tung….“

Ein wei­te­res Pro­blem sind die Spur­wechs­ler: Man­che Auto­fah­rer, die von der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße her kom­men, wech­sel­ten  die Spur, um an eini­gen Autos vor­bei zu kom­men und ver­such­ten dann wie­der, sich ein­zu­fä­deln. „Da hat es auch schon Blech­schä­den gege­ben.“ Die Fol­ge sei­en lan­ge und unnö­ti­ge Staus.

Spur­wech­seln ist schwie­rig. Foto: wit

Unter­des­sen gehen die Bau­ar­bei­ten auf der Bun­des­stra­ße wei­ter. Der­zeit schrau­ben die Arbei­ter die Leit­plan­ken an einem wei­te­ren Teil­stück ab. Ab Mitt­woch wird dann in die­sem Bereich der Asphalt abge­fräst.

Vollsperrung aus Sicherheitsgründen

Immer wie­der fra­gen Auto­fah­rer, wes­halb über­haupt die Voll­sper­rung der B 462 sein müs­se, und die Auto­fah­rer nicht wenigs­tens auf einer Spur wei­ter gelei­tet wer­den kön­nen. Der Grund, so Joa­chim Hil­ser vom Stra­ßen­bau­amt, sind neue Sicher­heits­be­stim­mun­gen. Die­se schrei­ben Min­dest­ab­stän­de zwi­schen dem rol­len­den Ver­kehr und den Bau­ar­bei­ten vor. „Und die­sen Min­dest­ab­stand könn­ten wir auf der Bun­des­stra­ße nicht ein­hal­ten.“

Gefähr­li­cher Arbeits­platz: Bau­stel­le der B 462 an der Aus­fahrt Sul­gen vor der Voll­sper­rung. Foto: him

Die Vor­schrift sei ganz neu und auf Betrei­ben von Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und Unfall­kas­sen ein­ge­führt wor­den, nach­dem es zahl­rei­che schwe­re Unfäl­le im Bau­stel­len­be­reich gege­ben hat­te, bei denen Bau­ar­bei­terr schwer ver­letzt wor­den oder gar ums Leben gekom­men waren.

Chaos am Donnerstag: Ursachenforschung

Die Lage am Don­ners­tag auf dem Sul­gen war für alle Betei­lig­ten ner­ven­auf­rei­bend. Auto­fah­rer, die mit  Ver­spä­tung zur Arbeit kamen, Bus­fah­rer, die sich beschimp­fen las­sen muss­ten. Was waren die Grün­de? Laut Haupt­kom­mis­sar Micha­el Roh, stell­ver­tre­ten­der Revier­lei­ter in Schram­berg, gab es drei Haupt­grün­de: „Der ers­te Tag ist immer der schlimms­te, weil vie­le Auto­fah­rer glau­ben, doch noch durch­zu­kom­men.“

Zum ande­ren sei eine Infor­ma­ti­on über die B‑462-Sper­­rung am Mon­tag noch nicht in einem Infor­ma­ti­ons­sys­tem ein­ge­stellt gewe­sen, über das Auto­fah­rer über ihre Navi­ga­ti­ons­sys­te­me infor­miert wer­den. „Und schließ­lich hat­ten wir am Nach­mit­tag gegen 16 Uhr einen Klein­st­un­fall mit einem Sat­tel­schlep­per, der die Stre­cke für fast eine Stun­de blo­ckiert hat.“

Auch Bern­hard Schir­ling von der SBG ver­mu­tet, dass es den ers­ten Tag gebraucht hat, bis sich bei LKW-Fah­­rern her­um­ge­spro­chen hat, dass die B 462 dicht ist. „Die Fah­rer haben auch ihre Inter­net­fo­ren, da geht das schnell rum, und sie wei­chen auf die B 33 aus.“

Mehr Poli­zei­prä­senz am Don­ners­tag hät­te auch nicht gehol­fen, ist Roh über­zeugt. Am Nach­mit­tag hät­ten Beam­te ver­sucht, den Ver­kehr schnel­ler abflie­ßen zu las­sen. „Aber wenn alles ver­stopft ist, kann man nur war­ten, bis es sich auf­löst.“ Die nächs­te Ernst­si­tua­ti­on wer­de am 11. Sep­tem­ber mit Schul­jah­res­be­ginn kom­men, ahnt Roh.

 

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