“Ab in die Zukunft” JUKS-Sommerferienprogramm gestartet

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 „Wir wollen die Zukunft sein, die Welt gehört Euch nicht allein“. Zwei Zeilen aus einem Rap-Song von Dikka zeigen programmatisch, worum es diese Woche im Schramberger Kinderferienprogramm „Ab in die Zukunft“ geht: Wie sieht unser Leben in der Zukunft aus?

Schramberg. Montagmorgen auf dem Junghans-Gelände. Dunkle Wolken am Himmel, Sweatshirtwetter. Kinder und Betreuerinnen wandern die Geißhalde hoch. Etwa 170 Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren erkunden diese Woche in zwei Altersgruppen, was in Zukunft auf sie zukommen wird.

Am Anfang steht die Anmeldung. Foto: him

Für die jüngeren von 6 bis 7 Jahren gibt es das „Zukunftscamp“: In einem geschützten Rahmen können sie in die Welt der Zukunft eintauchen und zu Zukunftsexperten werden. Bei den älteren Kindern entscheidet täglich das Los darüber, in welchem Mitmachbereich sie dabei sind.

„Natürlich gibt es auch Paar-Lose, damit ihr den Tag mit euren Freunden verbringen

Julia Merz erklärt das Programm. Foto: him

könnt“, kündigt Julia Merz auf dem großen Parkplatz im Junghans-Areal an. Die Kinder haben sich dort versammelt, die ersten sind schon seit 8 Uhr da und haben sich mit Bauklötzen oder einem riesigen „Vier gewinnt“ beschäftigt. „Endlich wird der Parkplatz mal genutzt“, lästert jemand.

Große Auswahl. Foto: him

Die Kinder kommen aus Schramberg, Sulgen, Tennenbronn, Waldmössingen, Heiligenbronn und Lauterbach. Gesamtkoordinatorin Merz erklärt, dass im Junghans-Areal Autos und Lastwagen unterwegs sind, und dass die Kinder deshalb nicht wie bei Minischramberg einfach überall herumspringen können.

Wer hilft Malte?

Plötzlich beginnt es aus einer Metallbox zu qualmen. Julia Merz bittet um Hilfe. Finn kommt und öffnet die Kiste. Er findet darin ein geheimnisvolles Schriftstück, das zwei andere Kinder vorlesen.

Der zehnjährige Malte bittet in dem Schreiben die Kinder, ihm zu helfen. Er verstehe nicht, warum sich die Welt so verändert. Autos könne man nicht mehr hörten, weil sie einen Elektromotor haben. Wasser wird knapp, es gibt Kriege. „Warum fragt uns Kinder niemand?“ will Malte wissen und bittet die Kinderschar, Antworten auf seine Fragen zu finden.

Julia verspricht, in dieser Woche würden die Kinder zu „echten Zukunftsexperten“ und „fit für die Zukunft“. Täglich können die Kinder in einem der etwa ein Dutzend Mitmachbereiche viele Dinge kennenlernen, die für ein Leben in der Zukunft wichtig sind. Hier het es um die Mode der Zukunft. Foto: him

In einem Workshop werden die Kinder einen Trickfilm herstellen, in einem anderen Mode der Zukunft entwerfen oder als Wissenschaftlerin oder Astronautin arbeiten. Es gibt Musikworkshops, Workshops zum Wasser und Robotern.

Von gebratenen Insekten und Stiften aus Holunder

Kirsten Moosmann betreut im Rahmen ihres Sozialpädagogik-Studiums einen Mitmachbereich „Food for Future“. Wie werden wir uns in Zukunft ernähren? Kann man Insekten essen, kommt Fleisch künftig aus dem Labor? Die Kinder werden gemeinsam einkaufen und selbst kochen, so Moosmann. „Dann vergleichen wir die selbst gemachte Tomatensoße mit einer aus dem Supermarkt.“

Kirsten Moosmann und die Zukunft des Essens. Foto: him

Die Waldpädagogin und Försterin Christa Schaupp und Karl Pröbstle werden sich mit dem Wald in der Zukunft befassen. Am Fohrenbühl erleben die Kinder, wie der Wald fit gemacht wird für den Klimawandel, in dem Mischkulturen statt reinen Fichtenwäldern angelegt werden. Die Kinder beschäftigen sich aber auch mit der Fotosynthese und dem Wald als Wasserspeicher. “Und wir basteln Stifte aus Holunder- und Walnussholz“, kündigt Schaupp an.

Karl Pröbstle und Christa Schaupp freuen sich auf die Kinder. Foto: hgim

Bis Freitag kommen die Kinder morgens bis um neun Uhr per Bus am Busbahnhof an und gehen gemeinsam zum Junghans-Gelände. Nach einer gemeinsamen Begrüßung ziehen die Kinder ihre Lose für ihren Mitmachbereich an diesem Tag. Um 16 Uhr kommen alle zum Abendessen in der Szene 64 zusammen. Nach dem Tagesfinale geht es ab 17 Uhr wieder per Bus nach Hause.

Rappen klappt schon ganz gut

Melissa hat sich das Mikrofon geschnappt und kündigt an, das Lied von Dikka sei nicht ganz leicht zu singen. „Ich spreche mal vor – und Ihr sprecht mit nach: Wir wollen die Zukunft sein.“ Aus 120 Kinderkehlen erschallt: „Wir wollen die Zukunft sein.“ Nach ein bisschen Proben klappt der Refrain auch schon ganz gut. Und das Rappen mit den Armen haben die Kinder sowieso schon drauf.

Die jüngeren Kinder wandern schließlich mit ihren Betreuerinnen und Betreuern in ihr Camp, und die älteren Kinder ziehen ihre Mitmachbereichslose für den Tag. „Es ist für alle etwas dabei“, verspricht Julia Merz.
Mit erwartungsvollen Gesichtern suchen die Kinder ihre Betreuerteams, die mit ihren Schildern schon auf sie warten.

Am Freitag werden die Kinder die Woche mit einer Zukunftskonferenz beenden. Inzwischen scheint die Sonne.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.