B 462: Wieder Vollsperrung in den Pfingstferien

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Weil oberhalb der Bundesstraße beim Rappenfelsen noch massive  Brocken im Wald liegen, die entfernt werden müssen, muss die B 462 zwischen Schramberg und Schiltach in den Pfingstferien zwei Wochen lang voll gesperrt werden. Das hat Joachim Hilser vom Straßenbauamt Rottweil am Donnerstagnachmittag bei einem Vor-Ort-Termin angekündigt.

Ende Januar war nach einem Orkan ein schwerer Felsbrocken auf die Straße gepoltert und hatte einen Lastwagen getroffen. Daraufhin hatten Mineure den Hang begangen und unter Vollsperrung  eine Menge loses Gestein zu Tal befördert. „Wir haben uns dann kurzfristig beholfen und eine Prallwand aufgestellt“, so Hilser.

Danach seien Geologen vom Büro Menzel und Mineure der Firma Sachtleben mehrmals vor Ort gewesen und hätten den Hang beim Rappenfelsen untersucht. Das Ergebnis: sehr weit oben befinden sich Felsformationen, die gesprengt werden müssen. „Dafür brauchen wir eine Vollsperrung“, so Hilser.

Schwierige Vorarbeiten

Nico Hofmann, Joachim Hilser und Finn Krüger an der Baustelle beim Rappenfelsen.

Bis die jetzt geplanten Arbeiten anlaufen konnten, waren Verhandlungen mit dem Waldbesitzer notwendig. Das  geologische Landesamt war beteiligt. „Wir haben festgelegt, was müssen wir machen.“ Und schließlich war die Finanzierung zu klären: „Es geht um etwa eine halbe Million Euro“,  berichtet Hilser.

Während der Vollsperrung wird der Verkehr wieder weiträumig umgeleitet: Über Hornberg und den Fohrenbühl beziehungsweise über Alpirsbach und Aichhalden.

Wird umgeleitet: Regiobus 7478

Auch die Busse werden nach einem ausgedünnten Fahrplan dann zwischen Schiltach über Alpirsbach nach Schramberg verkehren.

Sprengungen notwendig

Weiter Richtung Steinbruch sind vor gut einem Jahrzehnt Sicherungsnetze aufgespannt worden. Diese würden aber Felsbrocken von der am Rappenfelsen möglichen Größe nicht aufhalten. Deshalb sollen diese gesprengt, und anschließend der bestehende Zaun  um etwa 150 Meter Richtung Stadt verlängert werden, erläutert Nico Hofmann vom Büro Menzel die Pläne.

Felsbrocken weit oben im Hang. Foto: Hilser

„Der Zaun kann Steine mit einer Kubatur bis zwei Kubikmeter auffangen“, so Hofmann. Das entspricht einem Gewicht von etwa fünf Tonnen. Weil der Hang sehr steil sei, entwickelten herab polternde Steine „extrem hohe Energien“.

Arbeiten in den Pfingstferien

Eigentlich könnten die Arbeiten schon nächste Woche beginnen. Dies würde aber mit den Lockerungen im Rahmen der Coronapandemie kollidieren, so Hilser. Die Schüler kehren teilweise in die Schulen zurück, die Betriebe arbeiten wieder, der Verkehr nimmt wieder zu. Deshalb habe man sich entschieden, die Pfingstferien für die Arbeiten zu nutzen. In den letzten Tagen hätten Forstarbeiter schon die ersten Vorarbeiten  erledigt und Bäume an der Hangkante zur Straße gefällt.

Finn Krüger von der Firma Sachtleben Mining kündigt an, dass in den nächsten Wochen drei bis vier Mineure im Hang arbeiten und die Sprengungen und die Zaunbauarbeiten vorbereiten. In den Pfingstferien werden dann etwa acht Mineure vor Ort sein. Anschließend werde es am Hang eine „Nachberäumung“ geben, damit während der Zaun aufgebaut wird, „nichts mehr herunterkommt“.

Anders als im Bernecktal sei es beim Rappenfelsen vom Arbeitsschutz her nicht möglich, mit vielen Leuten gleichzeitig zu arbeiten, betont Hilser. Nach der Vollsperrung in den Pfingstferien werden die Arbeiten am Zaun wohl noch bis Mitte August andauern. Dabei wird die Straße halbseitig gesperrt, wie derzeit schon und der Verkehr mit einer Ampel geregelt.

 

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