Montag, 15. April 2024

Corona-Korso schrumpft von Mal zu Mal

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Es wird so langsam zum Freitag-Feierabend-Ritual. Einige Corona-Maßnahmengegner treffen sich mit ihren Autos  auf dem H.A.U.-Gelände, fahren hupend und blinkend drei Mal durch die Talstadt und dann auf den Sulgen. Anschließend gibt es noch eine „Menschenkette“ vor dem Polizeirevier. So auch diesen Freitagnachmittag.*

Doch die Resonanz lässt deutlich nach. Waren es beim ersten Mal noch an die 30 Autos, so waren  beim zweiten Korso nur noch knapp 20 Fahrzeuge beteiligt. Heute waren 13 Autos teilweise von weiter her nach Schramberg gekommen, um für „Freiheit, Friede, Liebe“ und gegen die „Merkel-Diktatur“ zu demonstrieren. Auf einem Schild war zu lesen „Schule ist kein Konzentrationslager“. Ob die Schreiberin weiß, was ein KZ war?

OMG. Foto: him

Einige Passanten schüttelten den Kopf: „Spinner“, meinte einer, „die Krankheit gibt es halt, da müssen wir eben aufeinander Rücksicht nehmen.“ Ein anderer bemerkte: „Nun sind bald mehr Polizisten unterwegs, um diese Kämpfer für die Demokratie zu schützen.“ Und ein Dritter fand: „Solche Spezialisten gibt es leider überall.“

(* Anmerkung zu den Kommentaren: Laut Auskunft der Polizei am Dienstagmorgen sollte auch eine Menschenkette stattfinden. Dass die Corona-Maßnahmengegner diese danach wohl abgesagt hatten, ist mir entgangen. Als die Autos die Oberndorfer Straße herunter kamen, habe ich den Korso gefilmt. Zwischen den beiden Polizeiautos waren es 13 Fahrzeuge. him)

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.

10 Kommentare

  1. Der silberne Skoda mit den Luftballon ist immer dabei.Das ist sicher jemand der viel Zeit hat und auf Staatskosten zu Hause sitzt und denkt „ach da machen wir halt heute mal mit“. Wenn dann mal gegen „Rettet die Bäume“ oder „verbietet Atomkraftwerke“ protestiert wird sieht man dieses Auto auch wieder.
    Wahrscheinlich nicht mal gerade aus Laufen können aber Hauptsache dumm machen.
    Ein wunder auch das derjenige, der den Zettel geschrieben hat ,sicher nicht weiß was ein KZ ist .
    Ohne Google wäre wahrscheinlich auch die Rechtschreibung nicht gelungen.
    Geschweige den die Schriftart. Wahrscheinlich mußte deren Grundschulkind den Zettel schreiben …denn so sieht es aus.
    Wenn man sich so die Vögel anschaut denke ich nur „Armes armes Land.

  2. „Ob die Schreiberin weiß, was ein KZ war?“

    Ich bin ganz sicher sie hält sich für Sophie Scholl und ihr Mitfahren und Mithupen in einem Autokorso für mindestens genauso revolutionär wie den Wiederstand der Weißen Rose gegen das NS-Regime.

    Verquerdenker halt.

  3. Klar, es werden immer mehr. Aber sicher doch. Redet euch das ruhig ein. Zum Glück gibt es bald immer weniger Quergläubige. Und die aktuelle Lage mit dem Holocaust zu vergleichen ist ja wohl der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Eine Woche Zwangsdienst auf einer Covidstation täte euch allen dringend Not.

  4. Zu dem Schild „Schule ist kein Konzentrationslager“ und zum Kommentar von Martin Himmelheber „Ob die Schreiberin weiß, was ein KZ war?“:

    Die Frau nicht nur geschmacklos, der geht es zu gut, wie vielen in dieser Gesellschaft. So etwas nennt man spätrömische Dekadenz. Dies ist schon seit längerer Zeit meine Diagnose über diese Gesellschaft. Das Ende ist bekannt, zumindest denjenigen, die vom Geschichtsunterricht mehr in Erinnerung behalten haben als die tausend Jahre, die12 Jahre und 3 Monate gedauert haben.

    Wie lautete mal ein Wahlkampfslogan der CDU: Weiter so, Deutschland. Nur zu!

  5. Die Querdenker Demonstranten werden vermutlich weniger, da das Virus vor ihnen nicht halt macht. Wenn sie sich anstecken, ist es kein Wunder, dass sie nicht mehr demonstrieren gehen. Dann merken sie selbst, wie gefährlich das Virus ist und erfahren selbst das Leid.

    • Von mir aus könnten sich die Leerdenker gegenseitig anstecken soviel sie wollen, leider ist es aber nun so dass auch andere Mitbürger wegen dieser Nichtdenker leiden müssen denn diese tragen das Virus, an das sie nicht glauben, auch wieder zurück in den Rest der Gesellschaft. Wenn so ein infizierter Ignorant neben ihnen im Supermarkt seine Krankheitserreger verbreitet leiden sie mit, ob sie wollen oder nicht.

      Diese Leute sind verantwortungslos, faktenresistent und eine Gefahr für die Gesellschaft. Dagegen helfen auch keine Luftballons, irgendwelche Konzentrationslagervergleiche oder vorgeschobene Kinder, die angeblich schrecklich leiden wenn sie eine Maske in der Schule tragen sollen.

  6. Herr Himmelheber,
    bitte lernen Sie zählen und informieren sich richtig, bevor Sie solche Artikel schreiben und veröffentlichen.
    Es waren vier Runden in Schramberg und vier Runden auf dem Sulgen, die genehmigt waren und auch mit 15 teilnehmenden Autos durchgeführt wurden.
    Die Menschenkette wurde bereits am Dienstag abgesagt.

  7. Sehr geehrter Herr Himmelheber,
    Warum denn immer so zynisch?
    Den Worten nach könnte man meinen sie freut es sichtlich dass es hin und wieder mal etwas weniger Demonstranten bei den Korsos sind.
    Leider sind sie aber auf dem Holzweg wenn Sie denken dass die Bewegung kleiner wird..
    Nein wir werden nicht weniger sondern immer mehr. Wir haben Gott sei Dank auch noch Arbeit und können deshalb nicht immer alle bei den Korsos pünktlich dabei sein und desweiteren überschneiden sich die Termine der organisierten Demonstrationen weil die Bewegung immer größer wird und zeitgleich heute auch noch eine Demo in Balingen stattfindet.
    Was die Menschenkette anbetrifft die wurde heute abgesagt. Nur zur Info nicht dass Sie sich an der Polizei die Beine in den Bauch stehen.

    • Einer von den Verharmlosern hatte also keine Zeit.

      Ich sage: Egal! Denn ihr seit die Minderheit, bekommt aber leider wegen euren Auftritten zu viel Aufmerksamkeit!

      Die Mehrheit der Bevölkerung begrüßt die Maßnahmen und hat sich richtig informiert.
      Ein kurzer HARTER lockdown schadet nämlich deutlich weniger, wie Vergleiche zu anderen Ländern beweisen!
      Und es muss nun mal das expotentielle Wachstum gestoppt werden, wenn bereits die Krankenhäuser überlaufen. Brasilianische Zustände helfen keinem.

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