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Sonntag, 27. September 2020

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Coronavirus: OB Eisenlohr bittet Vorschriften einzuhalten (NRWZ.de+)

Das "Rino" musste nun doch schließen / "Buy local"-Informationen auf der städtischen Homepage

Die Stadt versucht die neue Landesverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Schramberg durchzusetzen. Bei einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr berichtet, dass zwei Streifen des Gemeindevollzugsdienstes derzeit im Stadtgebiet und den Stadtteilen unterwegs sind.

„Sie besuchen Einzelhändler und Gaststätten, klären auf und informieren über die neuen Regeln“, so Eisenlohr. Bei Verstößen drohe im schlimmsten Fall auch ein Bußgeld. Nach ihrem Eindruck sei die Verunsicherung in der Bevölkerung noch groß.

Die Stadt habe alle 46 Spielplätze geschlossen und werde oder habe bereits entsprechende Schilder angebracht.

Der Spielplatz am Leibbrandplatz war am morgen noch offen.

Allerdings  hätten die Spielplätze oft mehrere Zugänge, und solche Schilder könnten auch wieder abgerissen werden und verschwinden. Sie appelliere deshalb an die Bevölkerung, sich an die Vorschriften zu halten.

Spielplätze und Sportanlagen sind gesperrt

Freizeit- und Sportanlagen wie die Spielfelder am Bernecksportplatz, der Berneckstrand, das Stadion in Sulgen und andere abschließbare Plätze seien inzwischen verschlossen. Teilweise hat die Stadt auch mit Kabelbindern die Tore zusätzlich  abgesichert.

Dicht: Tor am Bolzplatz am Bernecksportplatz

Geöffnet bleiben die öffentlichen Toiletten, sie gehörten zur Grundversorgung. Auch die Praxen von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und ähnlichen Berufen dürften weiter geöffnet bleiben.

Kehrtwende bei Eisdielen und Bars

„Die 76 Beherbergungsbetriebe, darunter auch vier Hotels mussten ihre touristischen Gäste nach Hause schicken“, berichtet Eisenlohr. Und: „Bars und Eisdielen werden geschlossen.“ Damit vollzog die Stadtverwaltung eine Kehrtwende. Am Vortag war die Verwaltung noch der Meinung, Eisdielen seien Speisegaststätten, und berief sich auf das Gaststättengesetz. Nun folgt sie doch der Landesregierung und lässt sie schließen.

Sehr zur Enttäuschung der Betreiber des Eiscafé Rino: „Wir haben gestern erst geschlossen, dann wieder geöffnet und für heute viel Eis produziert – und müssen nun wieder schließen“, so ein Mitarbeiter.

Mitarbeiter des „Rino“ räumen die Filiale am Rathausplatz leer.

Sie habe über die sozialen Medien einige Kritik einstecken müssen für die Offenhalt-Entscheidung. Es habe aber auch den Hinweis des Landkreistags gegeben, dass das Land die Schließung der Eisdielen wolle. Da das Rino sehr beliebt sei, sei die Abstandsregelung mit den zwei Metern dort einfach nicht einzuhalten.

Bei den Imbissen gelte, diese sind Speiselokale und dürften unter den Bedingungen der Landesverordnung öffnen. Eisenlohr: Zunächst müssen alle die neuen Anordnungen verstehen und dann umsetzen.“ Das werde ein bis zwei Tage dauern. Es sei einfach auch schwierig, die Sonne scheine, alles ziehe nach draußen, und die Gefahr sei unsichtbar. „Es passt nicht zu den Bildern von überfüllten Krankenhäusern in Italien.“

Der Herrenausstatter Frank Moser hat eine eigene Idee, wie vielleicht doch trotz Schließung was geht.

Stadt sammelt Buy-Local-Infos

Eisenlohr appellierte deshalb erneut an die Eigenverantwortung der Menschen. Etliche Geschäftsleute und Gaststätten bieten inzwischen Lieferdienste an. Achim Ringwald hat auf der Homepage der Stadt  eine eigene Rubrik eingeführt:https://www.schramberg.de/Corona-Virus/Buylocal 

Auf diese Weise unterstützt die Stadt die Betriebe und hilft ihnen, ihre Dienstleistungen bekannt zu machen.

Schutzkleidung wird knapp

Eine neue Regelung gebe es auch bei Rentenanträgen, die könnten nun auch telefonisch gestellt werden. Entsprechende Nachweise könnten die Antragsteller später nachreichen.

Im Gespräch mit der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer habe sie die Forderung nach Schutzkleidung weiter gegeben, die in einer Pflegeeinrichtung  knapp werde.

OB Dorothee Eisenlohr und Stadtsprecherin Susanne Gorgs-Mager

Die Beschäftigten der Stadt, so Eisenlohr, seien „hochmotiviert, um die Krise zu bewältigen“. Sie dankte insbesondere den Bauhofmitarbeitern, die derzeit viele Dinge machen müssten, die ganz neu für sie seien. „Wir brauchen aber auch die Bevölkerung, die mitzieht.“

Beim „Schramberg-hilft-Telefon“ hätten sich bereits vier Freiwillige gemeldet. Auch etliche Anrufe seien eingegangen von Menschen, die für sich oder Angehörige Hilfe benötigten. Die Nummer lautet 29 583 und ist wochentags von 8 bis 16 Uhr geschaltet.

 

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