Mittwoch, 17. April 2024

„Danke für herausragende Leistung“

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Schramberg. Zweifach spielte die Schramberger Feuerwehr beim Sommerempfang der Stadt am Freitagabend eine Rolle: Zum einen verkündete Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erstmals öffentlich, dass Patrick Wöhrle zum 1. September als hauptamtlicher Stadtbrandmeister antreten wird. Zum anderen überreichte sie Wöhrles dann Vor-Vorgänger Werner Storz den Ehrenbrief der Stadt Schramberg.

Patrick Wöhrle im Frühjahr bei einer Vorführung der Drehleiter. Archiv-Foto: him

Seit 47 Jahren für die Gemeinschaft aktiv

Eisenlohr würdigte im Anschluss an ihre Rede zur Kommunalpolitik in einem besonderen Teil des Sommerempfangs die Verdienste von Werner Storz. Dieser sei seit fast 47 Jahren bei der Schramberger Freiwilligen Feuerwehr. Der damalige Schriftführer der Abteilung Sulgen habe ein besonderes Talent des jungen Mannes erkannt: „Der kann mit der Schreibmaschine schreiben.“

Doch Storz konnte (und lernte) mehr: „Sie wurden Gruppenführer, Zugführer, 1989 schließlich Kommandant. 20 Jahre lang haben Sie die Abteilung Sulgen geleitet“, so Eisenlohr. Heute sei sein Sohn Daniel dort Abteilungskommandant.

Die Gesamtfeuerwehr habe Storz von 1996 bis 2021 geleitet, Seit 2009 sei er zudem stellvertretender Kreisbrandmeister. Im Mai habe die Schramberger Feuerwehr ihn zum Ehrenkommandanten ernannt. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, habe er erkalten.

Meilensteine

Eisenlohr nannte einige Meilensteine in Storz Amtszeit. Die Auflösung der Löschgruppe Schönbronn und Eingliederung in die Abteilung Sulgen 2013. Nach der Eingemeindung Tennenbronns der Übergang und die Integration der Tennenbronner Feuerwehr, die „weitgehend gelungen“ sei, wie sie schmunzeln anmerkte.
In den 25 Jahren seiner Zeit als Stadtbrandmeister habe er „für eine moderne und gute Ausstattung“ der Feuerwehren in allen Abteilungen gesorgt. Fast der gesamte Fuhrpark sei in seiner Amtszeit erneuert worden.

Weiter war Storz maßgeblich am Neubau des Sulgener Feuerwehrgerätehauses mit der zentralen Feuerwehrwerkstatt des Kreises beteiligt. Auch das Fest zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr habe Storz federführend organisiert.

Der größte Einsatz, den Storz leitete, war beim Großbrand des Sulgener Leiterplattenherstellers Schweizer Electronic in Sulgen. All das habe Storz ehrenamtlich in seiner Freizeit getan.  „Danke für 47 Jahre ehrenamtliches Engagement für die Sicherheit der Schramberger Bevölkerung, und für herausragende Leistungen!“

Werner Storz bedankt sich für die Ehrung. Foto: him

Dank an die Stadt

Storz bedankte sich auch im Namen seiner Frau kurz und knapp beim Gemeinderat, dass er mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet wurde und hoffte, dass es in der Stadt Schramberg weiterhin engagierte Menschen in den Hilfsorganisationen und Vereinen geben werde, die sie ehren könne. Die Sommerempfanggäste spendeten langanhaltenden Beifall.

Großen Beifall für Werner Storz. Foto: him

Da Storz Ehefrau Anita derzeit in Reha ist, bat Oberbürgermeisterin Eisenlohr die Tochter Nadine, die Blumen für ihre Mutter entgegen zu nehmen.

Nun offiziell: Patrick Wöhrle wird Stadtbrandmeister

Patrick Wöhrle wird zum 1. September der erste hauptamtliche Stadtbrandmeister in Schramberg. Derzeit arbeitet er als Berufsfeuerwehrmann und ist zugleich ehrenamtlich als Abteilungskommandant in Schramberg Tal aktiv. Wöhrle habe der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats in nicht-öffentliche Sitzung gewählt, so Eisenlohr in ihrer Rede.

Patrick Wöhrle (ganz links) bei einem denkwürdigen „Rehtungseinsatz“: Ein junges Reh war im Mai 2017 in den Göttelbach gerutscht und dann durch die Kanalisation bis zur Schiltach geirrt. Unter dem Schlossplatz bargen die Feuerwehrleute das verängstigte Tier. Ein Förster entließ es wenig später wieder in die Freiheit. Archiv-Foto: him

Das dürfe sie heute erstmals auch öffentlich bekanntmachen, denn „er hat seinen Versetzungsantrag unterschrieben“. Er wird Claus Dierberger ablösen, der das Stadtbrandmeisteramt kommissarisch ausübt.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.