Gymnasium Schramberg: Keine Schadstoffgefahr

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

Nicht nur Freie-Liste-Sprecher Udo Neudeck  fiel „ein Stein vom Herzen“, nachdem im Gemeinderat der Schadstoffexperte Mario Schreiber über seine Untersuchungen im Gymnasium berichtet und Entwarnung gegeben hatte. Im Dezember hatte der Ausschuss für Umwelt und Technik das Gymnasium besichtigt. Dabei war auch die Altlastenproblematik angesprochen worden.

Auf Nachfrage von „Aktive-Bürger“-Stadtrat Jürgen Reuter hatte der Abteilungsleiter Tiefbau Andreas Krause  berichtet, neben Künstlichen Mineralfasern (KMF) und gebundenem Asbest in Abwasserleitungen könne sich unter den Fußböden auch weiteres Asbest  finden. PCB könnte in Dichtungsmaterial  von Trennfugen stecken. In allen Bereichen, in denen Sanierungen anstünden, habe man diese auf Schadstoffe überprüft, so Krause. Reuter war damals „erschüttert, unter welchen Bedingungen meine Kinder hier unterrichtet werden“.

Unter den Deckenverkleidungen fanden sich neben Stromkabeln  auch Abwasserrohre aus Eternit, die auch Asbest enthalten können.

Sachverständiger gibt vollständige Entwarnung

Nun haben Krause und der Sachverständige Schreiber im Gemeinderat am Donnerstag über die  Untersuchungen im Gymnasium berichtet. Demnach hat Schreiber im Frühjahr 2020 Proben genommen, damit man die gefundenen Werte bei den Ausschreibungen angeben kann. Dabei, so Krause, sei man auf Asbest, KMF und PCB gestoßen. Bei letzterem aber lagen die Werte unter dem Richtwert, ab dem man tätig werden sollte.

„Wir wollten feststellen, wie sieht es vor der Sanierung aus, und was haben wir nach der Sanierung für Belastungen“, ergänzte Schreiber. Dass es solche Belastungen gebe, sei bei Gebäuden aus den 70er Jahren „die Regel“. Vor den Arbeiten habe man nichts gefunden. Während der Sanierung habe man 32 mal gemessen und dabei PCB festgestellt. Zwischen 0 und 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft sieht die entsprechende Verordnung keine Maßnahmen vor. Von 300 bis 3000 Nanogramm empfehle die Richtlinie  beispielsweise regelmäßiges Lüften. Erst ab 3000 Nanogramm PCB müsse man handeln.

Mario Schreiber bei seinem Bericht im Gemeinderat.

Im Schramberger Gymnasium habe er viel gemessen, auch im Sommer, wo die PCB-Werte üblicherweise ansteigen. „Mit einem Jahresmittelwert von 209 Nanogramm lagen wir unter dem Grenzwert“, so der Rottweiler PCB-Fachmann. Und:  „Es gibt keine konkrete Gefährdung.“

Auch Asbest und KMF unbedenklich

Beim Asbest habe er ebenfalls regelmäßig die Raumluft untersucht. Da liege der Grenzwert bei 500 Fasern je Kubikmeter Raumluft. Schreiber: „Das Gebäude ist unauffällig.“ Genauso sehe es bei den künstlichen Mineralfasern (KMF) aus.

CDU-Sprecher Thomas Brantner fragte, „was passiert, wenn wir in die Gebäudesubstanz eingreifen“, und ob die Schüler beim Umbau im laufenden Betrieb gefährdet seien. Zum einen  würden nur zertifizierte Firmen im Gymnasium arbeiten, denen er genau sage, wie sie vorzugehen haben, „um Expositionen zu vermeiden“, so Schreiber. Außerdem werde nach einer Sanierung zuerst gemessen, bevor Schüler wieder in diesen Bereich gelassen werden.

Alles paletti im Gymi.

Neudeck war froh über den ausführlichen Bericht des Sachverständigen. Das sollte „auch Skeptiker überzeugen, dass hier nicht geschmut wird.“

Jürgen Reuter fragte nach, ob die Stadt schon vor 2020 eine Gefahrstoffanalyse veranlasst habe. Krause versicherte, vom KMF-Problem habe man schon länger gewusst. Außerdem habe man jeweils bei den Sanierungen der Fachräume und anderen einzelnen Maßnahmen entsprechend gehandelt.

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken
Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.