Junghans-Musical: Stadt gewährt Zuschuss und leistet Bürgschaft

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SCHRAMBERG. Nach dem Erfolg der Theaterwerkstatt mit „Die Unruh des Herrn Junghans“ – sieben ausverkaufte Abende – , plant dasselbe Autorenteam Lars Bornschein und Roland Eisele nun ein Musical. Der Anlass ist der 200. Geburtstag des Firmengründers Erhard Junghans. Die Musik für Songs und Balletteinlagen hat Kirchenmusikdirektor Rudi Schäfer geschrieben.

Die Musikschule Schramberg wird das Musical produzieren und im September und Oktober 2023 viermal auf dem Gelände der früheren Firma Junghans an der Geißhalde aufführen. Genauer im Gebäude 75.

Im August hatte die Musikschule einen Antrag an die Stadt gerichtet, man möge einen außerordentlichen Projektzuschuss in Höhe von 10.000 Euro gewähren. Auch Bauhofleistungen in Höhe von 5000 Euro erbat die Musikschule. Schließlich bat der Vorsitzende der Musikschule, Thomas Herzog, um eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 95.000 Euro.

Herzog: Megaevent für Schramberg

„Durch die lokalen Bezüge denken wir, dass es sich um ein Schramberger Megaevent mit Stadtmarketingcharakter handelt“, so Herzog. Musikschulleiter Meinrad Löffler schreibt, das Musical werde „ein absolutes Novum“ in der Reihe der Musicalaufführungen der Musikschule sein: „Ein eigenes Stück, eine eigene Komposition …“.

Schäfer nutze für seine Musik “die volle Bandbreite des Sinfonieorchesters“. Er orientiere sich am Klang des beginnenden 20. Jahrhunderts und habe die Musik den Musikern, Protagonisten und Chören „auf den Leib geschrieben“.

Die Aufführungen im Bau 75 erforderten „einen höheren logistischen Aufwand“, so Löffler, seien aber das i-Tüpfelchen auf dem Projekt.

Bürgschaft zur Sicherheit

Die Bürgschaft erbittet die Musikschule „zur Absicherung unseres Vereins für unvorhersehbare Ereignisse“, betont Herzog. Fachbereichsleiterin Susanne Gwosch erläutert, der Verein sei in Sorge, dass das Projekt kurz vor den Aufführungen abgesagt werden müsste, etwa wegen Corona, aber bereits wegen der Technik vertragliche Verpflichtungen bestünden. „Diese finanzielle Last kann der Verein allein nicht stemmen.“

Aus dem Verwaltungsausschuss gab es breite Zustimmung. Als großartig und hervorragend lobten die Ausschussmitglieder das Vorhaben und stimmten einstimmig für die Zuschüsse und die Ausfallbürgschaft. Letztere muss allerdings das Regierungspräsidium noch genehmigen.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.