Kirsten Moosmann leitet seit 20 Jahren die Café-Bar Majolika

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Schramberg. Eigentlich hatte Kirsten Moosmann ganz andere Pläne, als sie nach Jahren in Freiburg nach Schramberg zurückkam. Sie hätte gerne den „Bären“ übernommen. Doch als sich diese Pläne zerschlugen, griff sie beim damaligen „Alexini“ zu. In einer einwöchigen Mal- und Renovierungsaktion modelte sie das Szenelokal im Frühjahr 2003 um – und ist seither die Chefin der Café-Bar Majolika.

Aus diesem Anlass haben Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann und Social-Media-Fachmann  Achim Ringwald die umtriebige Gastronomin in ihrem Lokal in der Schiltachstraße besucht. Zum 20-jährigen Jubiläum gab es dafür auch einen speziellen Teller.

Gastgeschenk der Stadt. Foto: him

Anekdoten

Moosmann revanchierte sich mit vier Sorten ihrer legendären Flammkuchen, Flamminis und zahlreichen Geschichten und Anekdoten aus ihrer Zeit als Wirtin.

Den Flammkuchen habe sie von beginn an als eigene Spezialität serviert, in der klassischen Version, aber auch als vegetarische Variante oder mediterran. Die Flamminis, schmale Streifen zum Dippen seien entstanden, als Klaus Andreae mit seiner Theaterwerkstatt im Subiaco spielte. „Die wollten was Kleines so als Snack, und ich wollte keine Nacho-Maschine holen.“ Da habe sie die Flamminis erfunden. „Die gibt’s bis heute nur hier.“

Damals sei auch das Konzept des „Lustfaktors“ entstanden. Die Wirtinnen und Wirte von Schmiede, Steige 9, Bruckbeck, Schluckspecht und Majolika hätten sich zusammengetan und gemeinsame Partys organisiert: „Wir hatten früher alle mal in der Schmiede gearbeitet und kannten uns gut“, erzählt Moosmann. Auch eine „Route 66“ hätten sie mit großem Aufwand in der Fußgängerzone geplant. Das sei dann in einem wolkenbruchartigen Regen untergegangen.

Ausbilderin

Im Gespräch mit Eisenlohr und Heinzelmann weist Moosmann auf einen ganz anderen Aspekt ihrer Arbeit hin. „Ich habe in den letzten 20 Jahren 490 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt.“ Die meisten gingen aufs Gymnasium und jobbten in der Zeit vor dem Abitur ein bis zwei Jahre einen Abend pro Woche. Mit G 8 sei das sehr viel schwieriger geworden.

Nun kämen die Schülerinnen ab 16, müssten dann aber um 10 Uhr aufhören. Auch müsse sie ihnen praktisch alles beibringen, vom Tisch abräumen bis zum Zwiebeln schnippeln. „Sie lernen bei mir aber auch Cocktails machen und Flammkuchen backen.“

Security und Sozialpädagogin

In der Coronazeit hat sich Moosmann einen zweiten Job als Sicherheitsfachfrau im Landratsamt besorgt und die entsprechende IHK-Prüfung gemacht. Parallel hat sie ein Studium in Sozialarbeit begonnen. „Ich fahre jetzt zweimal in der Woche nach Stuttgart und studiere.“ Für ihre staatliche Anerkennung denke sie an eine Tätigkeit im JUKs und bei der Caritas.

Ob sie nach Abschluss ihres Studiums vielleicht noch einmal den Beruf wechselt und ihre Café-Bar-Majolika aufgibt? Sie lässt es offen. Ihr Pachtvertrag dauere bis Ende Juni und danach hätten beide Seiten ein halbes Jahr Kündigungsfrist, berichtet sie.

Die Flammkuchen sind vertilgt und OB Eisenlohr lobt: „Wir freuen uns über eine so kreative Gastronomin.“ Moosmann Bereiche die Stadt mit ihren vielen Ideen. Auch als Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins sprühe sie vor Tatkraft und Ideenreichtum. Wirtschaftsförderer Heinzelmann hebt ihren Party- und Cateringservice hervor, der gern angenommen werde.

Noch ein gemeinsames Foto auch für die städtische Facebookseite – und Moosmann räumt die Flammkuchenbretter und Tassen zurück in die Küche.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.

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