Schulcampus: Der nächste Schritt

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Der Schulcampus an der Graf-von-Bissingen-Straße kommt Schritt für Schritt voran. Am Dienstag hat ein Bauunternehmen als ersten Vorboten sozusagen Module für den Don-Bosco-Kindergarten auf dem Parkplatz hinter der Karl-Diehl-Halle aufgestellt. Mit dem Neubau des Kindergartens soll bekanntlich das gesamte Schulcampusprojekt beginnen.

Im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates hat Oberbürgermeister Thomas Herzog erläutert, dass nach der Grundsatzentscheidung nun die Vertiefungsplanung komme. Dabei werde auch eine Zeitachse aufgestellt und die Kosten ermittelt, die jeweils bis zum Jahr 2022 – dem Zeitrahmen der mittelfristigen Finanzplanung – anfallen werden. Wie berichtet, soll das Campus-Konzept schrittweise über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren umgesetzt werden, beginnend mit dem Neubau des Don-Bosco-Kindergartens. Am Ende stünde der Neubau und Umzug der Berneck-Schule an und der Ausbau des Lichtspielhauses in eine Aula.

Abbruch der Schulen sinnvoll

Fachbereichsleiter Rudolf Mager erläuterte den neuen Vorschlag, die beiden bisherigen Gebäude der Peter-Meyer-Schule und der Erhard-Junghans-Schule abzureißen und durch zwei Verbundgebäude zu ersetzen. Nur so ließen sich die heutigen schulpädagogischen Erfordernisse erfüllen. Dabei geht es unter anderem um den Ganztagsbetrieb, der entsprechende Räume braucht. Darüber habe die Verwaltung ausführlich mit den Schulleitern der beteiligten Schulen beraten, die sich für den neuen Plan ausgesprochen haben.

In der Diskussion fragte Uli Bauknecht, weshalb zwei Mensen – die alte AOK und ein Neubau vorgesehen seien.  Fachbereichsleiter Mager erläuterte, dass die Pläne nur das Raumprogramm darstellen, zeigen, dass auf den vorhandenen Grundstücken die Gebäude untergebracht werden könnten. Wie das konkret aussehen werde, werde bei einem Architektenwettbewerb erarbeitet.

Mirko Witkowski (SPD/Buntspecht) tat sich schwer, dass die Peter-Meyer-Schule und die Berneckschule abgerissen werden sollen. Er frage sich, ob die schon so weit runter gekommen sind, dass eine  Sanierung nicht mehr lohne. Er wollte außerdem wissen, ob dann Zuschüsse an das Land zurückgezahlt werden müssten.

So könnte der neue Schulcampus eines Tages aussehen. Blau umrahmt: Diese Grundstücke gehören bereits der Stadt. Grafik: Stadt Schramberg

Mager entgegnete, es hänge von der Grundsubstanz der Gebäude ab. Die Kirchplatzschule in Sulgen sei in sehr gutem Zustand, da mache eine Sanierung Sinn. Die beiden Schulen in der Talstadt seien 40 oder 50 Jahre alt, hier gäbe es einen großen Sanierungsstau. Außerdem sei die Fassadenfläche etwa zweieinhalb Mal so groß als bei einem modernen kompakten Neubau. Das  habe Bedeutung bei den Folgekosten. Durch den Abbruch und Neubau spare man auch etwa ein Viertel der bisherigen Grundfläche ein: „Wir sparen so unsere wichtigste Ressource: Fläche.“

Kämmerer Rudi Huber berichtete, dass Schulgebäude innerhalb von 40 bis 50 Jahren abgeschrieben würden. Bei den Zuschüssen müsse man für einzelne Objekte mit dem Regierungspräsidium sprechen. Die Gespräche werde man führen, so OB Herzog, „wenn wir wissen wohin es geht.“ An die Berneckschule habe er persönliche Erinnerungen. „Die Schule war  schön mit ihren Halbgeschossen“, so Herzog. Aber es gebe keine Barrierefreiheit, und neue pädagogische Anforderungen ließen sich mit dem Gebäude nicht mehr erfüllen.

Der Ausschuss empfahl einstimmig dem Gemeinderat, dass die Verwaltung die Campuspläne weiter voranbringen soll.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.