Tausend Zebrastreifen: Erst einer ist fertig

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Schramberg (dk). Über die Schramberger Ergebnisse des Landesförderprogramms „1000 Zebrastreifen für Baden-Württemberg“ berichteten Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß und Annika Jung im Gemeinderat. Jung arbeitet beim Ingenieurbüro „Planersocietät“ in Karlsruhe und hatte das Schramberger Modellprojekt begleitet. Seit 2019 ist Schramberg neben fünf weiteren Kommunen in diesem Modellprojekt.

Auftaktveranstaltung des Verkehrsministeriums im Aktionsprogramm Sichere Straßenquerung. Foto: pm

Aufgrund des hohen Fußgängeranteils in Schramberg sei ein solches Projekt natürlich zu begrüßen, wie die Referentin erzählte, da die Querung von Straßen sicherer gemacht werden soll.

Umfangreiches Programm

Nach Auftaktgesprächen im Dezember 2019 wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt, an der auch Einwohner teilnehmen konnten, um gefährliche Querungsstellen zu ermitteln. Anschließend zogen die Planer Verbindungen zwischen Zielen und den vorhandenen Wegen, um daraus Hauptwege zu erarbeiten, die auf den Bedarf von Zebrastreifen Auskunft geben. Auch Begehungen in Waldmössingen und Sulgen standen auf dem Programm.

Annika Jung. Foto: him

Insgesamt hätten sie 35 Stellen im gesamten Stadtgebiet näher untersucht, so Jung. Von denen kämen 14 für einen Zebrastreifen in Frage. Vier befinden sich in städtischer Baulast und fünf betreffen Kreis- oder Landesstraßen. „Das Querungskonzept ist die Grundlage für die Kommunen, um Fördermittel für die Zebrastreifen zu beantragen“, so Jung.

Zebrastreifen nicht überall möglich

Die Referentin erklärte außerdem, weshalb ein Fußgängerüberweg nicht überall errichtet werden kann, denn das Einrichten eines Zebrastreifens ist an Kriterien gekoppelt. Beispielsweise sollten mehr als 200 Fahrzeuge am Tag die Straße benutzen, jedoch nicht zu viele, da andernfalls die Verkehrssicherheit nicht gegeben sei.

Hier wäre dann eine Ampel oder eine Mittelinsel zur Überquerung notwendig. Hierauf nahm Clemens Maurer (CDU) Bezug und erkundigte sich nach der Haltestelle an der H.A.U., an der auch schon eine Ampel getestet worden war. Diese Stelle eignet sich aber aufgrund des zu hohen Verkehrsaufkommens nicht für einen Fußgängerüberweg, so die Expertin.

Neudeck: Nur einer umgesetzt

Udo Neudeck (Freie Liste) interessierte sich für die bisher geplanten und umgesetzten Zebrastreifen des Förderprogramms. Jung antwortete, dass die sechs Modellkommunen bisher 30 Zebrastreifen im Rahmen des Projekts vorgeschlagen haben. Allerdings sei bisher lediglich einer gebaut worden und zwar der vor dem Schramberger Gymnasium. Es gibt also noch viel Potential nach oben.

Für Verwirrung sorgte zweifellos die Frage der Finanzierung, nach der sich Gemeinderat Neudeck ebenfalls erkundigte. Hierzu muss gesagt werden, dass „das Land Baden-Württemberg die Kosten für die Planungsleistungen des Ingenieurbüros“ übernehme, nicht aber Teile der Kosten zum Bau der Zebrastreifen selbst, wie es auch in der Vorlage von Matthias Rehfuß heißt.

Dieser versicherte, dass die Arbeit an diesem Thema einen „Riesen Verwaltungsaufwand“ mit sich bringe. Er befürworte das Modellprojekt, aber erachte die Finanzierung als fragwürdig.

Was passiert an der Hans-Sachs-Kurve?

Bärbel Pröbstle (SPD-Buntspecht) fragte nach der gefährlichen Situation an der Hans-Sachs- Kurve mit der Mittelinsel. Rehfuß nannte die Situation dort „gemeingefährlich“, weil die Insel deutlich zu schmal sei, um ein sicheres Überqueren beispielsweise mit dem Fahrrad oder Kinderwagen zu gewährleisten. Ein Zebraastreifen kommen wegen der zu hohen Zahl an Fahrzeugen nicht in Frage. Aber: „Da müssen wir dringend ran.“

Für Heiterkeit im Rat sorgte das Foto der Schnupfelfinger Schnoogadatscher, die das Cover des Beatles-Albums „Abbey Road“ nachstellten, das auch bei der Planung des Projektes häufiger gezeigt wird.

Für dieses Jahr sind laut Vorlage der Bau von weiteren Fußgängerüberwegen in Schramberg geplant. In Waldmössingen in der Vorstadtstraße/Seedorfer Straße, in Tennenbronn an der Hauptstraße bei der Seniorenresidenz und in Sulgen an der Rottweiler Straße bei EDEKA Lustig.

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NRWZ-Redaktion Schramberg
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