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Nach Bühler-Insolvenz: Von fast zehn Millionen Euro Forderungen bleibt kaum etwas übrig

Fünfeinhalb Jahre nach der Insolvenz steht das Verfahren gegen die Reisebüro Bühler GmbH vor dem Abschluss.

Nach der Insolvenz stand das Reisebüro leer. Archiv-Foto: him
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Schramberg. Mehr als fünf Jahre nach der Insolvenz des einst großen Schramberger Reiseunternehmens Reisebüro Bühler steht das Verfahren vor dem Abschluss. Für die Gläubiger zeichnet sich dabei eine ernüchternde Bilanz ab: Von anerkannten Forderungen in Höhe von fast 9,7 Millionen Euro dürfte am Ende nur ein kleiner Bruchteil zurückfließen.

Wie aus einer aktuellen Bekanntmachung des Amtsgerichts Rottweil hervorgeht, wurde im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Reisebüro Bühler GmbH der Schlusstermin im schriftlichen Verfahren angesetzt. Beteiligte haben bis zum 23. Juni 2026 Gelegenheit, Einwendungen gegen das Schlussverzeichnis oder die Schlussrechnung des Insolvenzverwalters vorzubringen.

Nach Angaben des Insolvenzgerichts sind derzeit Forderungen in einer Gesamthöhe von 9.650.708,73 Euro festgestellt. Dem steht eine Insolvenzmasse von 290.177,77 Euro gegenüber. Allerdings muss aus diesem Betrag zunächst die Begleichung der Verfahrenskosten erfolgen. Dazu zählen unter anderem Gerichtskosten sowie die Vergütung und Auslagen des Insolvenzverwalters. Erst der verbleibende Rest wird an die Insolvenzgläubiger verteilt.

Selbst ohne diese Abzüge entspräche der verfügbare Betrag nur rund drei Prozent der anerkannten Forderungen. Die tatsächliche Quote dürfte daher nochmals deutlich darunter liegen.

Die Reisebüro Bühler GmbH hatte Ende 2020 Insolvenz angemeldet. Hintergrund war der massive Einbruch des Reisegeschäfts infolge der Corona-Pandemie. Reisewarnungen, Stornierungen und der weitgehende Stillstand des internationalen Tourismus hatten die Branche hart getroffen. Das Unternehmen mit Sitz in Schramberg gehörte damals zu den größeren unabhängigen Reisebüroketten im Südwesten mit zahlreichen Filialen und mehreren hundert Beschäftigten.

Teile des Unternehmens wurden im Zuge des Insolvenzverfahrens übernommen. Das nun anstehende Schlussverfahren markiert das formale Ende eines Unternehmens, das über viele Jahre auch in der Region eine feste Größe im Reisegeschäft war.

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