Die Automobilindustrie in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg steht unter Druck. Eine IW-Studie zeigt, warum Kooperationen und Netzwerke jetzt entscheidend sind. Foto: Pexels

Autoindustrie im Wandel: Warum Unternehmen in der Region jetzt stärker zusammenarbeiten müssen

Neue Studie zeigt: Der Strukturwandel trifft die Autoindustrie der Region hart – Kooperationen werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

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Die Automobilwirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg steht weiter unter Druck. Eine aktuelle IW-Auswertung zeigt: Klassische Geschäftsmodelle verlieren an Bedeutung, während neue Felder nur langsam wachsen. Experten sehen vor allem in Kooperationen und Netzwerken den Schlüssel, um den Strukturwandel zu bewältigen.

Die wirtschaftliche Lage der Automobilbranche in der Region bleibt angespannt. Das wurde beim Treffen des Automotive-Arbeitskreises der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg deutlich. Grundlage war eine aktualisierte Sonderauswertung der Studie „Wirtschaftliche Bedeutung regionaler Automobilnetzwerke“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), vorgestellt von Johannes Ewald.

Demnach verliert der klassische Antriebsstrang – insbesondere rund um Verbrennungsmotoren – weiter an Gewicht. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsfelder etwa in den Bereichen Elektromobilität, Software oder Halbleitertechnologie bislang langsamer als notwendig. Diese Entwicklung stellt insbesondere mittelständisch geprägte Industrieregionen vor große Herausforderungen.

Nach Einschätzung der Studie haben gerade solche Regionen jedoch auch Chancen: Sie könnten den Strukturwandel besser bewältigen, wenn sie gezielt auf Kooperationen, Technologietransfer und gemeinsame Innovationsprojekte setzen.

Diese Einschätzung wurde beim IHK-Treffen von mehreren Fachleuten bestätigt. Vertreter aus Forschung und Technologie machten deutlich, dass Innovation zunehmend im Verbund entsteht. Ludger Wüller vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid und Dr. Lilli Frison von Hahn-Schickard verwiesen auf ein breites Spektrum an Kooperationsfeldern – von Kreislaufwirtschaft und Wiederverwertung von Bauteilen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion bis hin zu Strategien für widerstandsfähige Elektronik- und Chipversorgung.

Auch sicherheitsrelevante Aspekte gewinnen an Bedeutung. So erläuterte Dr. Thorsten Hehn von Hahn-Schickard ein Forschungsprojekt zur Manipulationserkennung bei Elektronikchips – ein Beispiel dafür, wie komplex und vernetzt die Anforderungen an die Branche geworden sind.

Übergreifend zeigte sich ein klares Muster: Viele Zukunftstechnologien lassen sich wirtschaftlich und organisatorisch kaum noch von einzelnen Unternehmen allein stemmen. Kooperationen werden damit zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das AuToS-Netzwerk der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Es bringt Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, unterstützt bei gemeinsamen Projekten und erleichtert den Zugang zu Förderprogrammen. Gerade für kleine und mittlere Betriebe bietet das Netzwerk wichtige Strukturen, um sich aktiv in die technologische Transformation einzubringen.

Branchenexperten sehen darin einen entscheidenden Hebel: Ohne stärkere Vernetzung droht vielen Unternehmen der Anschluss an zentrale Zukunftstechnologien verloren zu gehen – mit entsprechenden Folgen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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