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Rottweil
Dienstag, 10. Dezember 2019

Bröckelnder Putz, schiefe Fensterläden: Stadt sperrt Gasse am ”Becher” in Rottweil

Das Bau­amt Rott­weil sieht ”Gefahr im Ver­zug”: Brö­ckeln­der Putz und schief hän­gen­de Fens­ter­lä­den an einem der höchs­ten Gebäu­de in der his­to­ri­schen Innen­stadt machen laut der Behör­de die teil­wei­se Sper­rung der Kame­ra­l­amts­gas­se nötig. Der Eigen­tü­mer soll nun ange­schrie­ben wer­den.

Über­ra­schung für Anwoh­ner, Hotel­gäs­te und Schleich­we­ge suchen­de Auto­fah­rer mit BL-Ken­n­zei­chen am spä­ten Diens­tag­vor­mit­tag: Die Kame­ra­l­amts­gas­se ist zwi­schen dem Haus Bet­­ten-Hug­ger und dem ”Gol­de­nen Becher” gesperrt. Die Stadt hat Git­ter auf­stel­len las­sen, Ver­bots­schil­der für Fuß­gän­ger und Kraft­fahr­zeu­ge aller Art außer­dem.

Zwei impo­san­te Bau­ten ste­hen sich dort gegen­über. Das eine war gera­de meh­re­re Wochen lang ein­ge­rüs­tet, ist frisch gerich­tet. Vom ande­ren brö­ckelt der Putz vom Gie­bel. Ein Umstand, der dem Besit­zer nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ bekannt ist, sei­nen Gie­bel will er län­ger schon rich­ten. Eigent­lich.

Nun wird es Druck von der Stadt­ver­wal­tung geben. Die Bau­rechts­be­hör­de wer­de auf Abhil­fe drän­gen, so der Fach­be­reichs­lei­ter Lothar Huber im Gespräch mit der NRWZ – ”aller­dings mit Augen­maß”, wie er anfüg­te. So gehe es nun dar­um, sich mit dem Haus­ei­gen­tü­mer auf eine zwar mög­lichst rasche, aber auch mach­ba­re Lösung zu ver­stän­di­gen.

Ande­rer­seits kön­ne die Sper­rung der Gas­se nicht lang­fris­tig gedul­det wer­den, so Huber wei­ter. Er mach­te klar, dass sein Bau­amt ”Gefahr im Ver­zug” gese­hen habe. Die Mög­lich­keit bestehe, dass sich wei­te­re Tei­le von der Fas­sa­de lös­ten und auf zufäl­lig vor­bei gehen­de Fuß­gän­ger stürz­ten. Es bestehe ein Ver­let­zungs­ri­si­ko, hät­ten sei­ne Mit­ar­bei­ter bei der Inaugen­sch­ein­nah­me her­aus­ge­fun­den.

Eine Stra­ßen­sper­rung sei eine schnel­le, aber kei­ne dau­er­haf­te Maß­nah­me. Es gehe jetzt dar­um, mit geeig­ne­ten Maß­nah­men – durch ein Gerüst oder durch Repa­ra­tur­maß­nah­men von einem Stei­ge raus – die Fas­sa­de zu sichern. Und zudem her­aus zu fin­den, wie es um das Gebäu­de an sich bestellt ist. ”Putz brö­ckelt nicht ein­fach her­ab, das hat Ursa­chen”, so Huber. Über die Sta­tik wer­de sich sei­ne Behör­de ein Bild machen wol­len, bei­spiels­wei­se.

Den Brand­schutz im betrof­fe­nen Rott­wei­ler Innen­stadt­quar­tier, dem Johann­ser­ort, sieht Huber der­weil nicht in Gefahr. Im Fal­le eines Ein­sat­zes fin­de die Feu­er­wehr Wege, ”die Jungs kön­nen mit sol­chen Situa­tio­nen umge­hen”, sag­te er.

Sei­ne Mit­ar­bei­ter wür­den nun das Gespräch mit dem Eigen­tü­mer des Gebäu­des suchen, um eine qua­si bei­de Sei­ten zufrie­den­stel­len­de Lösung zu fin­den, so Bau-Fach­be­­reichs­­lei­­ter Huber.

Bis dahin haben es die Anwoh­ner noch­mal ein biss­chen ruhi­ger, vor allem, weil kei­ne Autos mit BL-Ken­n­zei­chen mehr auf Schleich­weg­su­che durch­dän­geln kön­nen.

 

 

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