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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Wirt­schaft Heck­ler und Koch: Aktio­nä­re im Clinch

Heckler und Koch: Aktionäre im Clinch

Heeschen con­tra Walew­ski / NRWZ ist ”herz­lich ein­ge­la­den”

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SCHRAMBERG – Es gärt hef­tig hin­ter den Kulis­sen  von Heck­ler und Koch.  Weni­ge Wochen vor der außer­or­dent­li­chen Aktio­närs­ver­samm­lung am 19. Dezem­ber in Rott­weil hat sich eine Luxem­bur­ger Fir­ma zu Wort gemel­det: Die Com­pa­gnie de Déve­lop­pe­ment De L’Eau S.A. (CDE) hat in einem Antrag gefor­dert, dass die bei­den Auf­sichts­rä­te Harald Kujat und Mar­tin Hei­ner Sorg aus dem Auf­sichts­rat des Obern­dor­fer Waf­fen­her­stel­lers abbe­ru­fen wer­den.

Erst im Som­mer hat­te der ehe­ma­li­ge Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr Kujat sein Amt ange­tre­ten. Er und Sorg sol­len Andre­as Heeschen, dem Mehr­heits­ak­tio­när zunei­gen.

Walewski und Lussan mischen sich ein

Die CDE mit Sitz in Luxem­burg ist eine Invest­ment­ge­sell­schaft und muss min­des­tens fünf Pro­zent der HK-Akti­en besit­zen, sonst könn­te sie einen sol­chen Antrag nicht stel­len. Laut Unter­neh­mens­da­ten­bank Credit­re­form ist  der Geschäfts­zweck der CDE die „Betei­li­gung an in und aus­län­di­schen Unter­neh­men“. Fünf Ver­wal­tungs­rä­te, drei aus Luxem­burg und je einer aus Groß­bri­tan­ni­en und Bar­ba­dos, sind ange­ge­ben. Laut Han­dels­blatt sind die zwei Nicht-Luxe­m­bur­ger Nico­las Walew­ski und Gérard Luss­an.

Nico­las Walew­ski managt von Lon­don aus die Alken Fonds, die Mil­­li­ar­­den-Anle­ger­gel­­der ver­wal­ten und in Akti­en inves­tie­ren. Gérard Luss­an  ist Direk­tor der Con­cor­de Bank auf Bar­ba­dos. Bei­de Namen tau­chen immer wie­der im Zusam­men­hang mit Heck­ler und Koch auf, Walew­ski als mut­maß­li­cher Geld­ge­ber des Unter­neh­mens, Luss­an als einer der­je­ni­gen, die die Mehr­heit von Heck­ler und Koch über­neh­men wol­len – für wen auch immer. Ein ent­spre­chen­der Antrag lie­ge beim Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Das Minis­te­ri­um hat den Bun­des­nach­rich­ten­dienst beauf­tragt, die Hin­ter­män­ner die­ses Kon­sor­ti­ums zu über­prü­fen.

Was  die CDE mit ihrem Antrag bezweckt, ist unklar. Hat Heeschen nach wie vor die Mehr­heit an den HK Akti­en, dann kann er den Antrag der CDE ableh­nen. Heeschen hat­te die­ser Tage einen Antrag gestellt, wonach der Auf­sichts­rat auf vier Sit­ze erwei­tert wer­den soll – und er die­sen vier­ten Sitz über­neh­men wür­de.

Heeschen sträubt sich

Heeschen hat sich inzwi­schen in einer E‑Mail an meh­re­re Medi­en gewandt. Er sei „Inha­ber der abso­lu­ten Mehr­heit der Stimm­rech­te“, das Vor­ge­hen der CDE sein „irri­tie­rend“. Wei­ter zitiert ihn der „Schwarz­wäl­der Bote“: Es sei in sei­nen Augen „mehr als unge­wöhn­lich, wenn ein Aktio­när, der nach eige­nen Anga­ben nur etwas mehr als fünf Pro­zent der Akti­en kon­trol­liert, gegen den erklär­ten Wil­len des Mehr­heits­ak­tio­närs einen sol­chen Antrag stellt“. Die Welt zitiert Heeschen eben­falls: „Für mich lässt dies nur den Rück­schluss zu, dass der Antrag ganz offen­sicht­lich von sach­frem­den Erwä­gun­gen getra­gen und als Angriff auf die Inte­gri­tät des Unter­neh­mens zu ver­ste­hen ist.“

Die außer­or­dent­li­che  Aktio­närs­ver­samm­lung ver­spricht  leb­haft zu wer­den. Die NRWZ ist „herz­lich ein­ge­la­den“, dar­an teil­zu­neh­men, so Unter­neh­mens­spre­cher Flo­ri­an Boker­mann am Frei­tag auf Nach­fra­ge.

 

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