Im Nordschwarzwald sind in den vergangenen Wochen erneut mehrere Wolfsnachweise dokumentiert worden. Wie die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) mitteilt, wurden allein im März und Februar zahlreiche Hinweise im Raum Gernsbach, Forbach, Neuweiler und Pfalzgrafenweiler bestätigt – darunter Fotofallenaufnahmen, Losungen sowie eine direkte Sichtung.
Besonders aktiv zeigt sich das Territorium Enztal (ENZ): Hier gelangen wiederholt Nachweise über Fotofallen sowie genetische Analysen von Losungen. Dabei konnten auch bekannte Tiere identifiziert werden, etwa die Fähe GW4816f sowie ein territorialer Rüde (GW852m). Parallel dazu wurden im Bereich Hornisgrinde (HOR) ebenfalls mehrere Nachweise erbracht, zuletzt sogar eine Sichtung Ende März bei Forbach.
Auch außerhalb des Nordschwarzwalds gibt es bestätigte Aktivitäten: Im Südschwarzwald wurde im Januar ein Wolf bei Schluchsee nachgewiesen, während auf der Baar bei Geisingen erst am 31. März eine Fotofallenaufnahme gelang. Ein weiterer Einzelhinweis stammt aus Baiersbronn und liegt außerhalb bekannter Territorien.
Wie die FVA weiter mitteilt, erfolgt die Dokumentation im Rahmen des landesweiten Wolfsmonitorings. Dieses basiert auf einem standardisierten Verfahren, bei dem Hinweise wie Sichtungen, Risse, Losungen oder Fotofallenaufnahmen gesammelt, geprüft und – wenn möglich – genetisch einzelnen Tieren zugeordnet werden. Ziel ist es, die Ausbreitung der streng geschützten Art wissenschaftlich fundiert zu verfolgen.
Die aktuellen Daten zeigen, dass sich der Wolf in Baden-Württemberg weiter etabliert, bislang jedoch in klar abgegrenzten Territorien vorkommt. Ein flächendeckendes Vorkommen besteht weiterhin nicht. Für die Bevölkerung bedeutet dies laut Experten: Begegnungen bleiben selten, sind aber grundsätzlich möglich.
Wichtig für Bürgerinnen und Bürger: Wölfe gelten als scheu und meiden in der Regel den Menschen. Bei einer Sichtung empfehlen Fachleute, Abstand zu halten, das Tier nicht zu verfolgen und Beobachtungen an die zuständigen Stellen zu melden. Tierhalter in betroffenen Regionen sollten zudem auf geeignete Herdenschutzmaßnahmen achten.
Weitere Informationen zur Einordnung einzelner Tiere, zu bestätigten Territorien sowie zum Monitoring stellt das Wildtierinstitut der FVA online bereit.












