Jüngst hat die in Schramberg ansässige Uhrenfabrik Junghans ihre neuen Meister MEGA Solar Modelle 2026 vorgestellt – drei Varianten einer klassischen Dresswatch mit Solar- und Funkwerk, Preise zwischen 1190 und 1390 Euro. Im etablierten Uhrforum hat die Ankündigung prompt eine lebhafte Diskussion ausgelöst.
So bewirbt Junghans die neuen Modelle
„Lass die Sonne rein!“ – unter diesem Titel stellt Junghans die neuen Uhren der Presse vor. Das Unternehmen betont die Kombination aus Präzision und Nachhaltigkeit: Das hauseigene Connected-Funkwerk Kaliber J101.85 wird über eine Solarzelle unter dem Zifferblatt geladen und kommt auf eine Dunkelgangreserve von bis zu drei Jahren. Funksignale empfängt die Uhr in Europa, Großbritannien, den USA und Japan – zusätzlich lässt sie sich per App steuern. Das Gehäuse misst 38 Millimeter im Durchmesser bei zehn Millimeter Höhe, das Saphirglas ist gewölbt und entspiegelt. Junghans wirbt mit „klassisch-wertiger Ausstrahlung“ und dem Versprechen: „Bei den inneren Werten macht Junghans keine Kompromisse.“
„Eher Althorst als Junghans“
Auf Uhrforum.de hat die Ankündigung direkt eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Das Meinungsbild dort ist gespalten. Während einige Nutzer das schlichte Design loben – „wunderschöne Uhren“, „ausgesprochen schön und elegant“ –, stoßen sich andere an der Formenkontinuität der Marke: Ein wiederkehrender Vorwurf lautet, die Uhren wirkten „altbacken und langweilig“; ein Nutzer bringt es pointiert auf den Punkt, indem er sagt, sie wirkten „eher Althorst als Junghans“. Weitgehend einig ist man sich beim Preis: Für ein Solarwerk empfinden viele die UVP als „grenzwertig“ oder „zu hoch“.
Ein Nutzer verdichtet die Debatte so: Junghans habe möglicherweise „ein gewisses Imageproblem – vielleicht im Forum noch mehr als draußen bei den Kunden.“ Dass das Unternehmen seit Jahrzehnten erfolgreich wirtschaftet, spreche für sich.
Doch hat das Bashing der Schramberger Marke eine Tradition im Uhrforum. Auch etwa das Modell einer Mega Solar im vergangenen Jahr 2025 löste süffisante Kommentare aus wie diesen hier: „Die gefällt mir. Ich glaube, ich werde alt …„
Zur Wahrheit gehört auch: Kaum eine Uhrenneuheit kommt im Uhrforum ungeschoren davon. Zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn und natürlich: zu teuer … Die Nutzer haben eigentlich immer etwas auszusetzen.
Fahrt nach Schramberg
Technisch setzen die neuen Modelle auf Junghans‘ hauseigenes Connected-Funkwerk mit Solarzelle unter dem Zifferblatt und einer Dunkelgangreserve von bis zu drei Jahren. Ein Forumsteilnehmer hat jedenfalls bereits konkrete Pläne: „Ich glaube, ich muss dieses Jahr mal wieder nach Schramberg fahren.“
Das ist das Uhrforum
Uhrforum.de ist eine der größten deutschsprachigen Online-Communities für Uhrenliebhaber. Gegründet Anfang der 2000er Jahre, zählt es nach eigenen Angaben mehrere zehntausend registrierte Mitglieder – von Gelegenheitskäufern bis zu ausgewiesenen Sammlern. Diskutiert werden Neuheiten, Kaufberatungen, Reparaturen und Marktpreise. Viele Hersteller beobachten die Debatten dort aufmerksam – das Forum gilt als Stimmungsbarometer der deutschen Uhrenszene.
Das ist Junghans
Die Uhrenfabrik Junghans wurde 1861 von Erhard Junghans in Schramberg im Schwarzwald gegründet und zählt damit zu den traditionsreichsten noch produzierenden Uhrenherstellern Deutschlands. Um die Jahrhundertwende war Junghans zeitweise der größte Uhrenproduzent der Welt. Bekannt wurde die Marke nicht nur durch Massenproduktion, sondern auch durch Design-Kooperationen – etwa mit dem Bauhaus‑Schüler Max Bill, dessen schlichte Ästhetik bis heute die max‑bill‑Kollektion von Junghans prägt.
Seit 1990 gilt Junghans als Pionier der Funkuhrentechnik; die Funkuhren der Mega‑Linie stehen bis heute für äußerst präzise, funkgesteuerte Zeitmessung. Heute beschäftigt das Unternehmen am Stammsitz in Schramberg ein Team im mittleren dreistelligen Bereich und vertreibt seine Uhren weltweit. Das Terrassengebäude der Fabrik, ein bedeutendes Beispiel deutscher Industriearchitektur, steht unter Denkmalschutz.
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