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Mittwoch, 5. August 2020
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    „Zwei Bemerkungen zu ‚Neutralität‘ und ‚Konservatismus‘ anlässlich einer mich beschimpfenden Pressemitteilung von Emil Sänze“

    Eine Erwiderung von Peter Staatsmann, Intendant des Zimmertheaters Rottweil

    „Angriff aufs Zimmertheater: AfD legt nach“, so titelte die NRWZ am Donnerstag. Ein Text, in dem der AfD-Landtagsabgeordnete Emil Sänze ankündigte, dem Rottweiler Theater weiterhin seine öffentlichen Gelder streitig machen zu wollen. Ein Text, auf den schon der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais mit Schärfe reagierte („Angriff auf das Zimmertheater ist Angriff auf das Grundgesetz„). Und nun antwortet der Zimmertheater-Intendant Peter Staatsmann, der sich von Sänze beschimpft sieht, ausführlich. Wir veröffentlichen seinen Beitrag ungekürzt. Staatsmann schreibt:

    Toll, dass es noch Theaterskandale gibt. Dachte man doch, dass sie heute gar nicht mehr möglich wären. Doch die Rückwärtsgewandtheit eines Emil Sänze und seiner AfD-Gruppierung macht‘s möglich, wir können aufatmen, der alte gute Theaterskandal kommt zurück.

    Freilich ist unsere Freude nicht ungetrübt, denn es geht diesmal nicht um moralischen und geistigen Fortschritt, der gesellschaftlich umkämpft ist, sondern um eine dumpf brütende und strategisch kalkulierte Vernebelungstaktik, die unser Ensemble und unsere Arbeit denunzieren will und dafür einen „Theaterskandal“ inszeniert, wo es nur darum geht, populistisch Parolen gegen bürgerliche und aufklärerische Institutionen zu prägen, auf dass sich irgendwann so eine falsche Prägung durchsetze. Herr Karrais hat hier dankenswerterweise (!) schon klare Worte und einige Richtigstellungen vorgetragen und hat den anti-bürgerlichen (darum handelt es sich nämlich in Wirklichkeit) ‚Nebel‘ schon etwas gelichtet.

    Einige Teile meines Stückes „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts“, das noch vor der Bundestagswahl 2017 geschrieben wurde, erweisen sich im Moment als fast prophetisch, gibt es doch im Stück, wie im realen Leben, massive und recht komödische Verwirrungen der Kommunikation, bis hin zu Vorgängen, die – und hier wird es tragikomisch – dazu führen, klassisch öffentliche Verständigung zum Kollaps bzw. ganz zum Erliegen zu bringen. Offenbar hat hier jemand großes Interesse daran, das zu verursachen. In der betreffenden Szene – viele Zuschauer (wir gehören zu den Theatern, die ein Auslastung von fast 100% haben) werden sie in Erinnerung haben, erzählt die glühende Wagnerianerin, die vielleicht mehr glühend ist als eine wirkliche Nähe zu Wagner hat, einen Traum, der von zwei Zuhörenden immer wieder und endlos weiter nicht ganz verstanden wird. Nervenaufreibend wird von diesen beiden schwer- oder harthörigen Menschen immer und immer wieder nachgefragt: „Was?“

    Und darauf erfolgt eine etwas lautere und langsamere Wiederholung des gerade schon gehörten Satzes. Dieses quälende und absurd witzige Ritual wiederholt sich schier unendlich oft. Wir erleiden etwas in einer bittersüßen ästhetischen Erfahrung, was wir im wirklichen Leben nicht gern erfahren wollen: So etwas wie den „endgültigen“ Zusammenbruch vernünftiger und bürgerlich balancierter Kommunikation. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

    Soweit das Theater. Doch nun erleben wir es in der Wirklichkeit und das lachende Auge gehört der Vergangenheit an. Und das heulende Elend ist da. Wie auch in meinem Stück dargestellt, arbeiten Menschen, die sich konservativ nennen, aber dies gar nicht sind, sondern sich ganz weit rechts positionieren, an der zielgerichteten Verwirrung von Mitbürgern. Ganz kalkuliert und mit einer perfiden Insistenz verschieben sie Kategorien und Begriffe von einem Feld in eine anderes, wo es absolut nicht hingehört (so funktioniert halt populistische Verführung, und ich warne meine Zeitgenossen: sie funktioniert!) – womit sie allzu oft das gesteckte Ziel erreichen, und in den Köpfen einiger Leute Verwirrung stiften. Wenn wir im Theater um Aufklärung im Rahmen einer bürgerlichen Kultur und Gesellschaft kämpfen – gewiss ist das schwierig und kein leichter Job, aber wir geben alles, weil wir das Leben und die Welt lieben – können wir im Tun der Populisten nur die nackte und kalte Anti-Aufklärung und infame Täuschung sehen.

    Diese Mal geht es der AfD um eine völlig unzulässige Verwechslung und Verschiebung von Begriffen, die darauf aus ist, die Wirklichkeit ebenfalls in sich zu verschieben. Neutralität ist eine Kategorie, die im (staats)politischen Feld Sinn macht, im Feld der Kunst ist sie schlicht unsinnig. Ihn aber dahin zu versetzen und so zu tun, als wäre er dort möglich und anwendbar, hat demagogisches System. Neutral haben staatliche Organe zu sein oder als moralisches Prinzip ihrem Wirken zugrunde zu legen, jede künstlerische Arbeit und Aktivität hat um den Preis ihrer Existenz sich davon möglichst fern zu halten. Kunst kann nur Wert haben, wenn sie frei und radikal unabhängig ihrer eigenen Nase folgt, d.h. der Subjektivität dessen, der sich an die künstlerische Arbeit macht. Wie schließlich wäre überhaupt eine neutrale Kunstarbeit zu denken? Was sollte sie beinhalten oder ausdrücken, wenn nicht das nicht aufzulösende und dadurch faszinierende Subjektive des Menschen, der sich da äußert?

    Warum nun aber diese Verschiebung? Viele Menschen sind nicht so vertraut mit Grundgesetz und Grundrechten und lassen sich durch die wirre und absichtsvoll verwirrende Konstruktion der AfD durcheinander bringen. „Ist da vielleicht etwas schiefgelaufen bei den Theaterleuten? Hätten die vielleicht neutral bleiben müssen oder hätte die Jury einer Kunstkommission neutral bleiben müssen?“ Ich versichere Ihnen, solcherlei kann es im Bereich der Kunst und der Kultur per definitionem nicht geben. Jeder Künstler, jeder Schauspieler und erst recht jeder Regisseur oder Autor hat die verdammte Pflicht gegenüber Missständen und Fehlentwicklungen in der Gesellschaft sensibel zu bleiben und sie einer Darstellung, Analyse und möglichst Be- oder Verarbeitung zuzuführen. Dazu gehört Mut und den lassen wir uns weder abkaufen, noch lassen wir ihn uns absprechen.

    Das Stück „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts“ ist nun einmal kein „AfD-Stück“, auch wenn es so in das öffentliche Bewusstsein eingegangen ist, es ist ein Stück über vielerlei Regressionen, wie sie uns heute allesamt ereilen, ich nehme mich da nicht aus (was übrigens eine Grundvoraussetzung jeder redlichen Theaterarbeit ist), und deren Erscheinungsbilder sehr unterschiedlich sind. In unserem Stück gibt es immerhin vier grundverschiedene Typen, die alle aus anderen Gründen und Dispositionen in die Richtung vereinfachender Weltbilder driften. Nebenbei gesagt gibt es eine Figur, die sehr scharf und schmerzhaft einen Monolog darüber hat, wie sie sich selbst fast lebenslang als ein nicht selbständig denkender Mitläufer von besserwisserischen und linken „Häuptlingen“ entdecken muss. Wir nehmen die Welt in ihrer Komplexität wahr und versuchen sie so auch „abzubilden“, einen Abend nur AfD wäre zu einsilbig geworden, da mussten wir auch andere politisch einäugige Figuren ins Auge fassen.

    Auf eine zweite unstimmige Verschiebung muss ich noch hinweisen: Im Erarbeitungsprozess zu unserem Stück haben wir wirklich Veranstaltungen besucht, die von der AfD ausgerichtet wurden und wir haben auch (viel zu) viele der unzähligen Youtube-Videoaufzeichnungen solcher Veranstaltungen analysiert. Darin ließ sich vieles beobachten und verstehen, manchmal um den Preis des eigenen Wohlbefindens, aber eines wurde dabei sehr klar: Die Hüterin eines Konservatismus, der diesen Namen verdient, ist diese Partei nie und nimmer. Das kann ich ihnen als ein „wahrer“ Konservativer, wie man es im Theater auf eine ehrwürdige Weise ist und sein muss, versichern! Wenn sich jemand um Traditionen und Kulturwerte kümmert, dann sind es wir Theaterleute. Indem wir jeden Tag viele Stunden die Texte von Shakespeare, Beckett und Albee – von Goethe, Lenz und Lessing (ich glaube, sie würden die drei letztgenannten gar nicht einer uneingeschränkt einer deutschen Kulturtradition zurechnen? – ich tue es jedenfalls) arbeiten wir (übrigens sicher genauso hart wie die von ihnen zu Unrecht beschworenen Bürger, die sich gewiss nicht alle ihrer Umarmung ergeben würden) an der Vergegenwärtigung und Verlebendigung von ansonsten absterbenden bzw. toten Texten. Wir können mit ihnen und damit mit den Dichtern nur in Kontakt treten, wenn sie jemand verkörpert und vermittelt – und das sind wir, die das tun – und mit Sicherheit nicht ihre Partei mit ihrer vulgären und sexistischen Ausdrucksweise, wie sie sie ja jetzt so überaus originell gegen meine Person eingesetzt haben. Auch dies war in meinem Stück vorgeführt als eine Eigenheit eines populistische Politikstils, auch dies haben sie real nachgespielt.

    Schade, dass sie das Stück nicht sehen konnten, sie wären vielleicht vor dem Schlimmsten bewahrt worden – und hätten nicht fast eins zu eins das Spektakel eines Kommunikationszusammenbruchs realiter wiederholt. Auch hätten sie vielleicht wirklich patriotische deutsche Gesänge erlebt und sie hätten Friedrich Hölderlin entdeckt, der bei uns in fast jedem Stück „zur Sprache“ kommen darf, den ich ihnen in aller demokratisch gebotenen Freundlichkeit ans Herz lege: Solche deutsche Dichtung kann uns retten! Sie mit Sicherheit nicht! Lesen wir also lieber Hölderlin! Oder kommen Sie doch in unsere neue Inszenierung von Lessings „Nathan der Weise“ – aber wahrscheinlich wird es für Sie zu sehr anti-AfD sein – und dann ginge es gegen den armen Lessing. Das wollen wir nicht!

    Facts:

    Die Pressemitteilung der AfD zeigt, dass Herr Sänze sich mit der Finanzierung und der wirtschaftlichen Führung eines Theaterbetriebs nicht auskennt. Das Zimmertheater Rottweil ist ein Privattheater und weist wie der Landesrechnungshof in seinem Prüfbericht von 2018 festgestellt hat geordnete wirtschaftliche Verhältnisse auf. Alle Theater, die keine reinen Kommerztheater sind, existieren aufgrund von Subventionen. Das ist eine Besonderheit in Deutschland, die es zu verteidigen gilt!

    Kurz zu den Zahlen: Das ZT erhält seit 2019 knapp 160.000 Euro an Barförderung von der Stadt, dem Land und dem Landkreis. Die Eigeneinnahmen sind beim ZT im Vergleich zu anderen Theatern extrem hoch, wie es der Landesrechnungshof in seinem Prüfbericht vom Juli 2018 bescheinigt. Eigeneinnahmen zwischen 140.000 und 160.000 Euro pro Jahr entsprechen „einer beachtlichen Eigenfinanzierungsquote von rund 37,7 Prozent“. Als Richtwert der zu erreichenden Eigeneinnahmequote werden 20 % angegeben. Das ist im Vergleich zu anderen Theatern sehr hoch bei gleichzeitig sehr niedrigen Eintrittspreisen. Das ZT verfügt jährlich über etwa 300.000 Euro an festen Einnahmen. Dazu kommen je nach erfolgreicher Einwerbung Projektgelder. Diese sind jedoch nicht vorhersehbar. Die Projektmittel werden von unabhängigen, in der Zusammensetzung wechselnden Jurys vergeben. Das Zimmertheater Rottweil ist sehr stolz, viele Projektgelder unterschiedlicher Geldgeber eingeworben zu haben und sich mit seinen Theaterprojekten z.B. mit Vorhaben der Theater Freiburg, Karlsruhe, der Staatsgalerie Stuttgart und weiteren sehr viel größeren und finanziell besser ausgestatteten Institutionen qualifiziert zu haben. Leider sind wir nicht auf „Lebenszeit alimentiert“, was bei Projektgeldern wohl kaum möglich ist, die nur auf Antrag mit meist einer Quote von 1:10, genehmigte zu eingegangenen Anträgen, durchkommen und die etwa 28.000 Euro für ein Projekt betragen.

    Nun zu den Ausgaben: Für fixe Personalkosten geben wir pro Jahr etwa 150.000 Euro aus, das sind die Gagen für 7 Personen, die nicht mit vollen Stellen beschäftigt sind (Intendanz, Technik, Büro, Bufdis, Putzfrau). Laut LRH entsprechen sie 3,5 Vollzeitäquivalenten. An fixen Sachkosten haben wir knapp 100.000 Euro, darunter fallen u.a. Strom, Heizung, Werbung, Versicherungen, Steuerbüro. D.h. dem ZT bleiben nur 50.000 Euro für die einzelnen Produktion, sowohl für Schauspieler wie für die Ausstattung der einzelnen Stücke. Bei Bezahlung der Schauspieler-Mindestgage von 2.000 Euro brutto (inklusive der Sozialabgaben kostet ein Schauspieler/in das ZT etwa 34.000 Euro jährlich) können wir uns nur 1, 5 Schauspieler/innen pro Jahr leisten und haben noch keinen Cent für die Ausstattung ausgegeben. Es wird deutlich, dass wir Projektgelder einwerben müssen, um produzieren zu können.

    Und es wird deutlich, dass am ZT geringe Gagen gezahlt werden, keiner der Beschäftigten reich wird, aber die Bürger der Stadt für wenig Geld über 200 Veranstaltungen in jeder Spielzeit erhalten. Zu den einzelnen Inszenierungen kommen noch soziokulturelle Projekte, meist für Kinder und Jugendliche.

     

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