Einen spannenden Bericht aus einem Berufsleben, das alles andere als eintönig war, bekamen die Gäste des Generationen und Seniorentreffs zu hören. Das Seniorenforum (SeFo) hatte Dietmar Bock aus Oberndorf eingeladen, der jetzt nach 38 Jahren seinen Ruhestand mit seiner Frau in Rottweil verbringt.
Schramberg – Nach einer Reserveoffiziersausbildung bei den Gebirgsjägern in Berchtesgaden und einem Jurastudium entschied er sich für die Ausbildung des Auswärtigen Amtes in Bonn mit Weiterbildung in Völkerrecht, Volkswirtschaft und neuerer Geschichte bis in die Gegenwart, außerdem wurden Englisch- und Französischkenntnisse vertieft. Mit dieser Grundausbildung schuf er sich die Basis für eine Laufbahn des höheren Auswärtigen Dienstes und wurde unter zweitausend Bewerbern auf eine der sechzig Planstellen aufgenommen.
Zusammen mit seiner jungen Frau hatte er sich für diesen besonderen Weg entschieden, „zu jeder Jahreszeit“ bereit zu sein „jederzeit Dienst zu leisten“. Und so führte 1989 der erste Einsatz die beiden gleich nach Guatemala, 1991 nach Damaskus in Syrien, 1997 nach Canberra in Australien. Zwischen den meist dreijährigen Auslandsaufenthalten waren immer wieder Jahre in Deutschland, wo er unter anderem Referatsleiter für Türkei/Zypern/Malta war. Der nächste Einsatz war Ständiger Vertreter des Generalkonsuls in Los Angeles und direkt anschließend wurde er der erste deutsche Botschafter in der Republik Dschibuti am Horn von Afrika. Später folgten noch Aufenthalte als Generalkonsul in Recife in Brasilien, Pretoria in Südafrika und schließlich in Niamey in Niger.
Alle paar Jahre immer wieder Einsätze in Deutschland zum Beispiel beim Verteidigungsministerium. All diese verschiedenen Stationen erforderten von den beiden Weltenbürgern natürlich stets spontane Entscheidungen (Zusage für eine neue Stelle übers Wochenende gefordert), viele spannende Umzüge, (gesamte Umzugskisten lange verschollen) stetige Umstellung auf neue Länder und Sprachen und oft auch erschwerte Lebensumstände. So gerieten sie zuletzt sogar 2023 in Niger noch in einen Putsch.
Aber Dietmar Bock und seine Frau Monika Irion-Bock sammelten viel gute Erfahrungen und bleibende Eindrücke, erlebten natürlich auch heikle Situationen, die es zu meistern galt, aber waren immer bereit für Neues. Besonders betont wurden die Begegnungen mit zahlreichen Menschen in unterschiedlichen Situationen auf allen Kontinenten. Die Begeisterung für diesen so abwechslungsreichen Beruf im diplomatischen Dienst war in dem überaus lebendigen Vortrag deutlich zu spüren, aber natürlich auch die Freude über den neuen Lebensabschnitt im Ruhestand in Rottweil .
