Villingendorf. Zu einer im Ortskern von Villingendorf geplanten Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine hat die Gemeindeverwaltung nun einige Details mitgeteilt. Wie berichtet, soll das ehemalige Gasthaus Linde in der Ortsmitte bald 50 Menschen Platz bieten.
Ja, es könne Probleme geben, wenn mehrere Personen auf beengtem Raum zusammenleben. Das erklärte ein Vertreter des Landratsamts laut Gemeindeverwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Zugleich bat der Behördenvertreter aber auch um Verständnis für die geflüchteten Personen und die Chance, sich hier in unserer Gesellschaft einzufinden. Welche Auswirkungen sich durch den Zuzug von weiteren Flüchtlingen für die Schule und den Kindergarten in der Gemeinde ergeben, bleibe abzuwarten, hieß es weiter. Dazu könnten konkrete Aussagen erst gemacht werden, wenn entsprechende Kinderzahlen und das Alter der Kinder bekannt sind, die in die ehemalige Linde einziehen werden.
Das sagte Benoit Lehotkay, Amtsleiter des Amts für Aufnahme und Integration am Landratsamt Rottweil, dem Villingendorfer Gemeinderat. Bürgermeister Marcus Türk hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, entsprechend ihrer Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl an Flüchtlingen im Gemeindegebiet unterzubringen. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, seien im vergangenen Jahr unter Beteiligung des Landratsamtes Überlegungen angestellt worden, wie hier der benötigte Wohnraum in Villingendorf geschaffen werden kann. Dabei sei auch über eine Anmietung der Linde durch die Gemeinde nachgedacht worden, worüber im November 2022 in nichtöffentlicher Sitzung der Gemeinderat beriet. Dieser war aber offenbar dagegen: „Nach Abschluss der Beratungen wurde eine Anmietung durch die Gemeinde nicht weiter angestrebt“, heißt es in einer Erklärung der Verwaltung.
Zwischenzeitlich hat sich das Landratsamt mit dem Eigentümer des Anwesens geeinigt und einen Mietvertrag unterzeichnet. Dieser gilt ab Juni 2023 für die Dauer von fünf Jahren, teilt Villingendorf mit. Die erforderlichen Umbaumaßnahmen hätten bereits im April 2023 begonnen.
Das Landratsamt will in diesem Gebäude Wohnraum für bis zu 50 Personen schaffen. Im Erdgeschoss sind fünf Zimmer mit jeweils sechs Schlafmöglichkeiten vorgesehen. In den Wohnungen im Obergeschoss seien zwischen acht und zwölf Personen denkbar. „Hier kann sich der Landkreis vorstellen, dass eher Familienverbände in den zusammenhängenden Räumen untergebracht werden“, so die Gemeinde in ihrem Bericht. Das Landratsamt sei zuständig für die Betreuung der Personen und richte dafür ein Büro für die Sozialbetreuung im Gebäude ein.
Lehotkay und Thomas Schenk vom Gebäudemanagement des Landratsamts waren in der jüngsten Villingendorfer Gemeinderatssitzung anwesend und gaben detailliertere Informationen zu den Planungen. Dabei führte Lehotkay aus, dass dem Landkreis nach einer gewissen Quote Asylsuchende vom Land zugewiesen würden, die dann entsprechend unterzubringen seien. Die monatlichen Zuweisungen schwanken demnach von 10 bis über 60 Personen. Aktuell habe der Landkreis etwa 25 Personen pro Monat unterzubringen. Die Menschen seien dann bis zu 18 Monate in der vorläufigen Unterbringung in der Zuständigkeit beim Landkreis. Danach erfolge die Umverteilung auf die Gemeinden in die sogenannte Anschlussunterbringung. Ziel der Landkreisverwaltung sei es, die Unterbringung der Asylsuchenden in der Fläche im gesamten Landkreis zu realisieren.
Die Menschen, die nun in der ehemaligen Linde in Villingendorf untergebracht werden, sollen in der Statistik entsprechend dem Anteil der Gemeinde Villingendorf angerechnet werden. Die Gemeinde steht hier nämlich bereits unter Druck. Im Bereich der Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine müsste die Gemeinde entsprechend dem Einwohnerschlüssel des Landkreises 55 Personen unterbringen. Aktuell liegt Villingendorf um 27 Personen unter dieser Zahl.
Bei der Unterbringung von Flüchtlingen aus anderen Ländern liegt die Sollzahl für die Gemeinde Villingendorf bei 31. Aktuell sind hier 22 Personen in Villingendorf untergebracht. „Diese Zahlen gelten jedoch mit dem Hinweis der fortlaufenden Aufgabenbewältigung und der halbjährlichen Aktualisierung“, teilt die Verwaltung des Orts mit.
Um mögliche Probleme, die sich aus einer Flüchtlingsunterbringung in der ehemaligen Linde ergeben können, vorab auszuräumen, seien bereits erste Gespräche mit den direkten Anwohnern geführt worden, heißt es aus dem Villingendorfer Rathaus. Bei auftretenden Probleme stünden die Verantwortlichen bei der Landkreisverwaltung als Ansprechpartner zur Verfügung.
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