Professor Wolfgang Schmutz im Mai mit einer Infocassette zum bolivianischen Lithium Joint Venture. Archiv-Foto: him

Das 300-Millionen-Lithium-Projekt der Firma ACI aus Zimmern wackelt erheblich. Wie berichtet, soll die bolivianische Regierung am Sonntag ein Dekret erlassen haben, wonach der Vertrag mit ACI gestoppt werde. Das hat den Zimmerner Unternehmer Wolfgang Schmutz völlig überrascht, wie er Spiegel online erzählt hat: "Ich habe am Montag um halb sieben in meinem Badezimmer in den Radio-Nachrichten gehört, dass das Projekt gestoppt werden soll."

Um sein Projekt zu retten, will Schmutz weiter „einvernehmliche, konstruktive Lösungen finden, die allen helfen – vor allem den Menschen vor Ort", wie er Spiegel online weiter versichert. So denke er an eine Stiftung des Joint-Venture, die lokale Institutionen wie Kindergärten oder Schulen mitfinanzieren könnte.

Bundeswirtschaftsministerium: Überrascht

Auch findet Schmutz, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Nicole Hoffmeister-Kraut von Bund und Land sollten ihm helfen. Das Bundeswirtschaftsministerium teilt auf Anfrage der NRWZ dazu mit, die Bundesregierung betrachte die aktuelle Entwicklung in mehreren südamerikanischen Staaten, darunter auch in Bolivien, „mit großer Aufmerksamkeit“. Man nehme die Nachricht der Annullierung des geplanten Lithium-Projekts „mit Überraschung und Bedauern zur Kenntnis“. Und weiter: „Nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung sind der Bundesregierung bisher nicht bekannt.“

Das Bundeswirtschaftsministerium habe sich in den vergangenen drei Jahren nachdrücklich für das Projekt eingesetzt. Der Vertrag vom vergangenen Dezember zwischen ACI und YLB sei ein großer Schritt vorwärts gewesen. Schließlich klingt in der Stellungnahme von Altmaiers Ministerium Skepsis durch, ob das denn alles auch stimme: „Es muss nun zunächst abgewartet werden, inwiefern sich die Medienberichte aus Bolivien bestätigen.“

Hoffmeister-Kraut: Um Aufklärung bemüht

Auch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium sieht weiteren Klärungsbedarf: "Es muss nun zunächst der genaue Sachverhalt aufgeklärt werden", so eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage der NRWZ. "Dazu stehen wir in engem Kontakt mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Dieses befindet sich unseres Wissens bereits im Austausch mit der Deutschen Botschaft, die sich vor Ort um Aufklärung bemüht, und im Austausch mit dem betroffenen Unternehmen, um das weitere Vorgehen und mögliche unterstützende Maßnahmen zu erörtern."

Gemeinsam mit dem Bundesministerium habe sich Ministerin Hoffmeister-Kraut in den vergangenen Jahren in enger Abstimmung mit der Firma ACI nachdrücklich dafür eingesetzt, das Projekt im Interesse der lithiumbasierten baden-württembergischen und deutschen Wirtschaft erfolgreich zu realisieren. Bolivien zähle neben Australien, Chile und Argentinien zu den bedeutendsten Lieferländern für diesen äußerst wichtigen Rohstoff für unsere Wirtschaft, heißt es abschließend aus Stuttgart.

 

 

 

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