Wohin mit den alten Klamotten? Kreis Rottweil stellt ab März eigene Altkleider-Container auf

DRK und Diakonie haben sich zurückgezogen, Container wurden abgebaut, Kleidung stapelte sich vor leeren Stellplätzen. Jetzt richtet der Kreis Rottweil eine eigene Übergangslösung ein – und sammelt dabei Daten für die Zukunft.

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Die Ersatz-Altkleidercontainer des Landratsamts Rottweil. Foto: pm

Rottweil. Monatelang fehlten im Kreis Rottweil Sammelstellen für Altkleider. Jetzt springt der Landkreis selbst ein – an sechs Standorten. Gut erhaltene Kleidung nehmen aber auch weiterhin karitative Einrichtungen an.

Es war eines der drängendsten Alltagsprobleme im Kreis Rottweil in den vergangenen Monaten: Wohin mit der alten Kleidung? Nachdem sich die Altkleidersammlung für immer mehr Betreiber wirtschaftlich nicht mehr lohnte, wurden zahlreiche Container aus den Städten und Gemeinden abgezogen. Das DRK hatte sich bereits im Herbst 2025 aus dem Betrieb zurückgezogen, die Diakonie im evangelischen Kirchenbezirk Rottweil kündigte an, alle 25 Standorte abzubauen. Im Kreistag brachte es Markus Huber von den Freien Wählern auf den Punkt: Altkleider seien mittlerweile zur Last geworden. Überfüllte Container, wilde Ablagerungen und ratlose Bürger prägten vielerorts das Bild.

Jetzt schafft der Landkreis eine Übergangslösung. Ab dem 1. März stehen an mehreren Standorten im Kreisgebiet zusätzliche Altkleidercontainer bereit. Einen Container gibt es bereits seit längerem auf dem Wertstoffhof in Oberndorf-Bochingen. Die neuen Standorte verteilen sich über den gesamten Landkreis: auf der Marktenhöhe beim Grüngutplatz in Rottweil, beim Grüngutplatz an der ALBA-Sortieranlage in Zimmern, auf dem ALBA-Betriebsgelände in Dunningen, an der Grüngutsammelstelle „Am Felsenkeller“ in Schramberg sowie auf dem Bauhof-Lagerplatz „Brühl“ in Schiltach. Die Container sind ausschließlich zu den regulären Öffnungszeiten der jeweiligen Annahmestellen zugänglich.

Testlauf für ein dauerhaftes System

Die Übergangslösung geht auf einen Beschluss des Kreistags zurück. Doch der Landkreis will mit dem Provisorium mehr als nur eine Lücke schließen: Erfasst werden auch Mengen und Qualität der abgegebenen Textilien. Diese Daten sollen als Grundlage dienen, um ein dauerhaftes Sammelsystem für den Kreis zu entwickeln.

Hintergrund des Problems sind wegbrechende Absatzmärkte für gebrauchte Textilien. Der Preisverfall, unter anderem verursacht durch sinkende Qualität der Kleidung und fehlende Absatzmärkte in Osteuropa, hat den Markt in den vergangenen Monaten kollabieren lassen.

Was beachtet werden muss – und welche Alternativen es gibt

Der Landkreis bittet darum, ausschließlich tragbare und wiederverwendbare Kleidung einzuwerfen. Schuhe und Lederwaren werden nicht angenommen. Auch das Abstellen von Säcken neben den Containern soll unterbleiben – ist ein solcher voll, soll ein anderer Standort angefahren werden.

Wer gut erhaltene Kleidung abgeben möchte, kann sich aber auch weiterhin an karitative Einrichtungen und Vereine wenden. Kleiderkammern und Kleiderläden etwa des DRK oder kirchlicher Träger nehmen nach wie vor Spenden an. Nicht mehr verwertbare Textilien gehören in die Restmülltonne.

Weitere Informationen gibt es unter www.landkreis-rottweil.de/altkleider.

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