Großer Andrang im Dominikanermuseum: Die Ausstellung „Otto Wolf – ein Rottweiler Original“ wurde am Freitagabend eröffnet. Zu sehen ist sie von heute, Martini, bis zum 18. Februar, dem Sonntag nach Aschermittwoch.
Rottweil – Otto Wolf – der Name ist mit der Rottweiler Fasnet verbunden. Über sein Leben von der Jugend in Armut bis zum „Spießer“, wie Museumsleiterin Martina Meyr sagte, informiert die Ausstellung. Über seine zwei Jahre, die er in den USA verbrachte – dabei die Feierlichkeiten zur 400-jährigen Wiederkehr der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus miterleben konnte, aber im Central Park schlafen musste, weil er keine Wohnung hatte. Über seine Verdienste bei der Gründung der Narrenzunft und seinem Engagement bei der „Narrhalla“. Dass er begonnen habe, Dinge zu sammeln, die es wert waren – und die dann zum Grundstock der Sammlung im Rottweiler Stadtarchiv wurden.

Und dabei ist es eine Ausstellung, für die sie kein Budget hatte, verriet Meyr bei der Eröffnung. Doch halfen viele mit, vor allem die Vereine Narrenzunft und Narrhalla. Sie dankte dabei besonders Uli Hezinger und Helmut Kleiter, ohne die nicht die Aquarelle und andere Werke Wolfs von 24 Leihgebern zur Verfügung gestellt worden wären. Diese zeigen Szenen aus der Rottweiler Fasnet bis hin zu einem Narrensprung und sind in der Ausstellung liebevoll an den Wänden angebracht worden.
„Sein Name ist untrennbar mit der Fasnet verbunden“, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf zu Otto Wolf. Noch über 70 Jahre nach seinem Tod sei er vielen noch ein Begriff.

„Warum machen wir Fasnet? Aus Liebe zu Rottweil und aus Liebe zur Fasnet“. Dies habe Otto Wolf auf dem Punkt gebracht, sagte Narrenmeister Chrisoph Bechtold den erschienenen „Freunden des gepflegten Brauchtums“.

Gunther Wilde als Vertreter des beruflich verhinderten Oberelfers Stephan Drobny („Er ist im Auftrag des Herrn unterwegs“) erinnerte daran, dass Otto Wolf einige Stücke für den Scherzabend der Narrhalla geschrieben habe. Und er sei im März 1902 der Narrhalla beigetreten – also bevor er 1903 Mitgründer der Narrenzunft wurde.
Und er erwähnte eine Anekdote aus einer Narrhalla-Probe: Zwei Spielerinnen hatten in einem Sketch die Aufgabe, zu essen und trinken und jedes Mal nach einem Schluck oder Bissen „Sodele“ zu sagen. Das mit der Nahrungsaufnahme habe geklappt, berichtete Wilde, aber nicht mit dem „Sodele“. Das habe Wolf in Rage gebracht: „Fressa und saufa könnet ihr, aber it Sodele saga!“

Info
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr im Dominikanermuseum geöffnet. Sie ist die erste eines neuen Formats, das in loser Folge künftig fortgesetzt werden soll.
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