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NRWZ-Dossier · JVA Rottweil im Esch

Die JVA im Esch wächst

Der Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil zählt zu den großen Infrastrukturprojekten des Landes. Doch der Zeitplan ist ins Rutschen geraten: Statt 2027 rückt inzwischen 2029 als Zieljahr in den Mittelpunkt.

2029 als aktuelles Zieljahr für die Inbetriebnahme genannt
502 geplante Haftplätze im Neubau im Gebiet Esch
280 Mio. Euro Kostenrahmen laut bisheriger öffentlicher Angaben, zuzüglich Risikovorsorge
Das Wichtigste

Ein Neubau mit langer Vorgeschichte

Die neue Justizvollzugsanstalt entsteht im Gebiet Esch nördlich von Rottweil. Dem Bau vorausgegangen waren mehr als drei Jahrzehnte Standortsuche, politische Auseinandersetzungen und lokale Diskussionen.

Heute ist die Anlage im Bau. Sichtbar sind unter anderem mehrere Zellenblöcke, die Haftmauer, der Außenzaun sowie weitere Funktions- und Infrastrukturflächen. Die JVA soll nach der Inbetriebnahme ältere Standorte und Außenstellen in der Region ersetzen.

18

Nutzungsbereiche

Geplant sind Unterkunfts-, Verwaltungs-, Arbeits-, Besuchs- und Versorgungsbereiche.

25.463 m²

Nutzfläche

Der Neubau bündelt Haft, Arbeit, Ausbildung, Verwaltung und Sicherheit auf einem Areal.

270+

Stellen

Bestehendes Personal soll weiterbeschäftigt werden; zusätzliche Stellen kommen hinzu.

Zeitplan

Von 2027 in Richtung 2029

Baubeginn im zweiten Quartal

Nach Baugenehmigung und Spatenstich beginnen die Arbeiten im Esch. Der Neubau gilt als zentrales Projekt des Haftplatzentwicklungsprogramms Baden-Württemberg.

Rohbau nimmt Gestalt an

Anfang 2024 starten die Rohbauarbeiten. Teile der künftigen Unterkunftsgebäude werden auf der Baustelle sichtbar.

Ursprüngliches Ziel

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme waren zunächst für 2027 vorgesehen. Dieser Zeitplan gilt öffentlich nicht mehr als realistisch.

Aktuelle Linie

Das Land spricht von einer deutlichen Verzögerung; auf der offiziellen JVA-Seite wird inzwischen 2029 als Zieljahr genannt.

Baufortschritt

Rohbau, Mauer, Infrastruktur

Nach öffentlichen Angaben sind große Teile der Rohbauarbeiten erbracht. Haftmauer und Außenzaun gelten als weit fortgeschritten; parallel entstehen Verwaltungs-, Werkstatt-, Besuchs- und Versorgungsbereiche.

Kosten

Der Rahmen ist deutlich gewachsen

Aus einer frühen Kostenschätzung von rund 120 Millionen Euro wurde über mehrere Planungsstufen ein deutlich größerer Ansatz. Öffentlich genannt werden inzwischen rund 280 Millionen Euro für das Projekt.

Zusätzlich ist im Staatshaushalt eine Risikovorsorge von knapp 100 Millionen Euro hinterlegt. Offiziell heißt es zugleich, das Projekt bewege sich bislang innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens.

ca. 120 Mio. frühere Kostenschätzung
ca. 240 Mio. späterer Planungsstand
ca. 280 Mio. aktueller öffentlich genannter Ansatz
knapp 100 Mio. zusätzliche Risikovorsorge im Haushalt
Justizvollzug

Wofür die neue JVA gebraucht wird

Die neue Anstalt soll Straf- und Untersuchungshaft für erwachsene männliche Gefangene aufnehmen. Baden-Württemberg bündelt damit Haftplätze, die bisher auf mehrere ältere Standorte und Außenstellen verteilt sind.

Mit der Inbetriebnahme sollen unter anderem die bisherigen Einrichtungen in Rottweil, Oberndorf, Hechingen, Villingen und Waldshut-Tiengen geschlossen beziehungsweise ersetzt werden. Für das Personal der betroffenen Anstalten ist eine Weiterbeschäftigung in Rottweil vorgesehen.

Mehr als Zellenbau

Zum Konzept gehören neben Hafträumen auch Werkstätten, Ausbildungsmöglichkeiten, Besuchsbereiche, Verwaltung, Sicherheitstechnik und Versorgungsinfrastruktur.

Rottweil

Zwischen Zustimmung, Nutzen und Kritik

Die Ansiedlung im Esch war lokal umstritten, wurde aber in einem Bürgerentscheid mehrheitlich unterstützt. Die Stadt verweist regelmäßig auf die Bedeutung des Projekts für Arbeitsplätze, regionale Aufträge und die langfristige Entwicklung des Justizstandorts.

Gleichzeitig führen Verzögerungen, Kostensteigerungen und Koordinationsprobleme immer wieder zu Kritik. Für Rottweil ist die JVA damit nicht nur eine Baustelle, sondern ein politisches und wirtschaftliches Langzeitthema.

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