Von Totengeistern, Mythen und leichter Erde

Führung im Dominikanermuseum eröffnet neue Sichtweisen auf Tod und Hoffnung in der Antike

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Ein Fragment eines Grabreliefs zeigt den Schleier der Mondgöttin Selene, die sich dem schlafenden Endymion zuneigt, den sie der Sage nach in ewigen Schlaf versetzte, um ihm Unsterblichkeit und ewige Jugend zu bewahren (Foto: Städtische Museen).
Hinweis der Redaktion: Diese Pressemitteilung haben wir nicht oder nur oberflächlich redaktionell bearbeitet. Sie wurde direkt in das Angebot der NRWZ übernommen.

Am Sonntag, 19. April lädt das Dominikanermuseum zur monatlichen Sonntagsführung ein. Im Mittelpunkt stehen Objekte, die mit Tod und Jenseitsvorstellungen in Zusammenhang stehen. Interessierte sind zu einem Rundgang in die Abteilung „römisches rottweil – arae flaviae“ eingeladen. Beginn ist um 15 Uhr.

Rottweil – Was geschieht nach dem Tod? Typische Formeln auf römischen Grabsteinen wie „D M“ – Dis Manibus, „den Totengeistern geweiht“ – oder „STTL“ – Sit tibi terra levis, „Die Erde sei dir leicht“ – zeigen, wie eng Erinnerung, Fürsorge und Hoffnung für die Menschen im römischen Reich in dieser Frage miteinander verbunden waren. Die Führung im Dominikanermuseum Rottweil widmet sich diesem Thema und nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine kulturgeschichtliche Reise durch die Jenseitsvorstellungen der Antike. Im Mittelpunkt steht dabei Arae Flaviae als Ort, an dem sich unterschiedliche religiöse und kulturelle Traditionen begegneten.

„Das römische Reich kannte keine einheitliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod“, so Dr. Peter Bippus, der durch die Ausstellung führen wird „Vielmehr begegnen wir einem Nebeneinander von Mythen, philosophischen Konzepten und religiösen Traditionen unterschiedlichster kultureller Herkunft.“ Grabbeigaben wie Münzen, Keramikgefäße, Schmuck oder persönliche Gegenstände lassen erkennen, dass der Tod nicht als endgültig verstanden wurde.

Die Führung beschränkt sich jedoch nicht auf das klassische römische Unterweltsmodell. Mythische und literarische Erzählungen eröffnen weitere Perspektiven. So steht etwa der Mythos von Orpheus und Eurydike für den Versuch, die Grenze des Todes zu überschreiten, während die Erzählung von Selene und Endymion einen rätselhaften Zwischenzustand zwischen Leben, Schlaf und Tod thematisiert, wie auf einem ausgestellten Grabsteinfund zu sehen ist.

Das Dominikanermuseum bietet einen außergewöhnlichen Ort, um über Tod, Erinnerung und Hoffnung in der Antike nachzudenken. Die Führung verbindet archäologisches Wissen mit kulturgeschichtlichem Kontext – und lässt dabei auch Raum für die Frage, was diese uralten Bilder heute noch bedeuten. Denn die Menschen, die vor 2000 Jahren in unserer Region lebten, stellten dieselben Fragen, die uns bis heute beschäftigen.

Treffpunkt mit Dr. Peter Bippus am Sonntag, 19. April, 15 Uhr, Foyer des Dominikanermuseums. Kosten: 2,50 € zzgl. Eintritt. Kinder bis 18 Jahren sind frei.

www.dominikanermuseum.de

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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