NRWZ-Dossier · Gäubahn

Die Strecke, an der die Region hängt

Streckenverlauf, Bahnhöfe in Horb, Oberndorf, Rottweil und Spaichingen, der Streit um die Anbindung an Stuttgart – und alle aktuellen NRWZ-Berichte zur Gäubahn zwischen Stuttgart, Singen und Zürich.

Das Wichtigste

Eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen in Baden-Württemberg.

Die Gäubahn verbindet Stuttgart über Böblingen, Herrenberg, Horb am Neckar, Oberndorf am Neckar, Rottweil, Spaichingen, Tuttlingen und Singen mit der Schweizer Grenze und weiter mit Zürich. Ihren Namen verdankt sie den fruchtbaren Gäulandschaften, durch die ein Teil der Strecke führt – vor allem dem Korngäu zwischen Stuttgart und Horb.

Für den Landkreis Rottweil ist sie die wichtigste Schienenverbindung überhaupt: direkte Anbindung an Stuttgart, Verbindung Richtung Bodensee und Schweiz, zentrale Pendlerstrecke – und der Anschluss der Städte Horb, Oberndorf, Rottweil und Spaichingen an den Fern- und Regionalverkehr. Fahrplanänderungen und Bauarbeiten auf der Gäubahn wirken sich deshalb fast immer unmittelbar auf Pendler und Reisende in der Region aus.

Zug auf der Gäubahn-Strecke bei Rottweil
Die Gäubahn bei Rottweil. Foto: pm

NRWZ-Berichte

Aktuelle Artikel zur Gäubahn

Politik, Bauarbeiten, Fahrplan und Proteste: Was die NRWZ zuletzt über die Gäubahn berichtet hat.

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Strecke

Von Stuttgart bis an den Hochrhein

Die Gäubahn ist Fernverkehrsstrecke und Pendlerachse zugleich. Zwischen Horb und Tuttlingen ist sie über weite Abschnitte nur eingleisig – einer der Gründe, warum in der Region seit Jahren der zweigleisige Ausbau gefordert wird.

  • Stuttgart Hbf
  • Böblingen
  • Herrenberg
  • Horb
  • Oberndorf
  • Rottweil
  • Spaichingen
  • Tuttlingen
  • Singen
  • Schaffhausen
  • Zürich

Rot markiert: die Halte im NRWZ-Verbreitungsgebiet. Nicht alle Züge halten überall – Fernverkehrshalte und Regionalhalte unterscheiden sich.

Verlauf Stuttgart – Singen Rund 170 Kilometer, durchgehend elektrifiziert; Weiterfahrt über Schaffhausen nach Zürich.
Fernverkehr IC Stuttgart – Zürich Die internationale Linie ist das Rückgrat der Strecke und macht Rottweil zum Fernverkehrshalt.
Regionalverkehr Pendlerachse Regionalzüge verbinden die Städte im Kreis untereinander und mit Stuttgart; in Rottweil besteht Anschluss an den Ringzug.
Ausbaustand Teils eingleisig Zwischen Horb und Tuttlingen fehlt über weite Strecken das zweite Gleis – ein Kernpunkt der regionalen Forderungen.

Chronologie

Von der Königlich Württembergischen Staatsbahn bis heute

Die wichtigsten Etappen einer Strecke, die seit über 150 Jahren den Südwesten mit der Schweiz verbindet.

1866 bis 1879

Die Strecke entsteht abschnittsweise. Baden und Württemberg bauen zunächst getrennte Teilstücke, die nach und nach zur durchgehenden Verbindung Stuttgart–Singen zusammenwachsen.

1963 bis 1977

Elektrifizierung in Etappen: zuerst Stuttgart–Böblingen, dann Böblingen–Horb, zuletzt der südliche Abschnitt Horb–Singen.

Seit den 1990er-Jahren

Die Gäubahn wird zur internationalen Fernverkehrsachse Stuttgart–Zürich ausgebaut und zugleich zur Dauerbaustelle: Ausbaupläne, Verzögerungen und Streckensperrungen prägen die Debatte.

Seit 2010er-Jahren

Mit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie die Gäubahn künftig an den Stuttgarter Hauptbahnhof angebunden wird. Bürgerinitiativen, Kommunen und Verbände formieren sich.

Seit 2024

Die geplante Kappung der Gäubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof wird mehrfach verschoben, Gerichte befassen sich mit dem Verfahren, die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 rutscht weiter nach hinten. Oberbürgermeister entlang der Strecke erhöhen gemeinsam den Druck.

Der Konflikt

Warum die Gäubahn dauernd in den Nachrichten ist

Im Zentrum steht das Bahnprojekt Stuttgart 21. Durch den Umbau des Stuttgarter Bahnknotens soll die Gäubahn zeitweise nicht mehr bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof durchfahren. Reisende müssten stattdessen vorher umsteigen – im Gespräch war zuletzt ein Halt in Stuttgart-Vaihingen mit Umstieg auf die S-Bahn.

Bund, Land, Kommunen und Verbände streiten seit Jahren darüber, wie lange eine solche Unterbrechung dauern darf und welche Übergangslösungen zumutbar sind. Langfristig soll die Gäubahn über den geplanten Pfaffensteigtunnel wieder direkt an den Stuttgarter Hauptbahnhof angebunden werden.

Gleise des oberirdischen Stuttgarter Hauptbahnhofs
Der Streitpunkt: die Weiterfahrt bis Stuttgart Hbf (oben). Foto: pm
Was geplant war Die Kappung der Gäubahn vom Kopfbahnhof während der Bauphase von Stuttgart 21, mit Umstieg im Stuttgarter Süden statt durchgehender Fahrt.
Was die Region fordert „Keine Kappung ohne Alternative“: Neun Oberbürgermeister von Böblingen bis Konstanz verlangen, die direkte Anbindung bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme von Stuttgart 21 zu erhalten. Rottweils OB Christian Ruf fordert Planungssicherheit – auch mit Blick auf die Landesgartenschau 2028.
Was offen ist Der Termin für die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ist mehrfach verschoben worden, zuletzt in Richtung Anfang der 2030er-Jahre. Auch Zeitplan und Finanzierung des Pfaffensteigtunnels sind Gegenstand der Debatte; Klagen sind anhängig.

Begriffe

Vier Wörter, die man in der Gäubahn-Debatte kennen muss

Kappung Die Trennung der Gäubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof während der Bauarbeiten. Züge würden vorher enden, Reisende müssten umsteigen.
Panoramabahn Der bestehende oberirdische Streckenast über den Stuttgarter Westen zum Hauptbahnhof. Er ermöglicht heute die durchgehende Fahrt – und soll nach den ursprünglichen Plänen entfallen.
Pfaffensteigtunnel Geplanter rund elf Kilometer langer Tunnel, der die Gäubahn über den Flughafen-Fernbahnhof an Stuttgart 21 anbinden soll.
Zweigleisiger Ausbau Die Forderung, die eingleisigen Abschnitte zwischen Horb und Tuttlingen zu ergänzen – Voraussetzung für dichtere und pünktlichere Takte.

FAQ

Häufige Fragen

Warum heißt die Strecke Gäubahn?

Der Name leitet sich von den fruchtbaren Gäulandschaften ab, durch die ein Teil der Strecke verläuft – insbesondere vom Korngäu zwischen Stuttgart und Horb.

Welche Bahnhöfe in der Region liegen an der Gäubahn?

Für Leserinnen und Leser der NRWZ sind vor allem Horb, Oberndorf am Neckar, Rottweil und Spaichingen relevant. Von dort bestehen Verbindungen nach Stuttgart sowie in Richtung Singen und Zürich.

Was bedeutet die „Kappung“ der Gäubahn?

Gemeint ist, dass die Gäubahn wegen der Bauarbeiten für Stuttgart 21 zeitweise nicht mehr bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof durchfährt. Reisende müssten vorher umsteigen. Wann und wie lange das gelten soll, ist seit Jahren politisch und juristisch umstritten.

Was ist der Pfaffensteigtunnel?

Ein geplanter rund elf Kilometer langer Eisenbahntunnel, der die Gäubahn künftig über den Fernbahnhof am Stuttgarter Flughafen an den neuen Tiefbahnhof anbinden soll. Zeitplan, Kosten und Nutzen sind Gegenstand der Debatte; Alternativen wie ein zweigleisiger Ausbau der Bestandsstrecke werden diskutiert.

Fährt die Gäubahn wirklich bis Zürich?

Ja. Die Fernverkehrsachse führt von Stuttgart über Singen und Schaffhausen weiter nach Zürich. Rottweil ist dabei einer der Halte im Fernverkehr.

Wo finde ich aktuelle Fahrplanänderungen und Sperrungen?

Bauarbeiten und Streckensperrungen begleitet die NRWZ laufend redaktionell. Eine Übersicht aller Berichte gibt es unter nrwz.de/thema/gaeubahn. Verbindliche Auskünfte liefern die Fahrplanauskunft der Bahn und bwegt.

Stand dieser Themenseite: August 2026. Zeitpläne rund um Stuttgart 21, die Anbindung der Gäubahn und den Pfaffensteigtunnel ändern sich laufend. Die jeweils aktuelle Lage steht in den oben verlinkten NRWZ-Berichten.

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