Mit Beginn der Osterferien steigt der Verkehr auf Deutschlands Autobahnen deutlich an – gleichzeitig sorgen rund 800 Baustellen für zusätzliche Risiken. Der ACV Automobil-Club Verkehr erklärt, worauf Autofahrer jetzt besonders achten sollten, um sicher ans Ziel zu kommen.
Mit der ersten großen Reisewelle des Jahres nimmt auch die Belastung auf den Autobahnen spürbar zu. Nach Angaben des ACV Automobil-Club Verkehr sind derzeit bundesweit knapp 800 Baustellen eingerichtet. Gerade in diesen Bereichen kann es bei dichtem Verkehr schnell gefährlich werden.
Ein zentrales Problem ist der begrenzte Platz: Während reguläre Fahrstreifen meist zwischen 3,5 und 3,75 Meter breit sind, werden sie in Baustellen oft deutlich schmaler. Die rechte Spur misst häufig nur rund drei Meter, die linke teilweise sogar nur 2,10 bis 2,50 Meter. Gleichzeitig fehlt meist der Standstreifen – Ausweichmöglichkeiten sind rar.
Hinzu kommen weitere Risikofaktoren wie verschwenkte Fahrspuren, ungewohnte Verkehrsführungen mit gelben Markierungen sowie dichter Verkehr bei reduziertem Tempo. Schon kleine Fahrfehler oder abrupte Spurwechsel können hier schnell zu Kollisionen führen. Der ACV rät deshalb, nicht dauerhaft auf gleicher Höhe mit Fahrzeugen auf der Nachbarspur zu fahren, sondern leicht versetzt.
Auch die Blickführung spielt eine wichtige Rolle: Wer sich zu stark auf Baustellenarbeiten oder Gegenverkehr konzentriert, läuft Gefahr, unbewusst von der eigenen Spur abzukommen. Autofahrer sollten sich daher bewusst auf ihren Fahrstreifen fokussieren.
Kommt es zu einer Verengung, gilt das Reißverschlussverfahren – und zwar verpflichtend. Gemäß § 7 Abs. 4 der Straßenverkehrs-Ordnung müssen beide Spuren bis zur Engstelle genutzt werden, bevor sich Fahrzeuge im Wechsel einfädeln. Ein zu frühes Einordnen kann den Verkehr zusätzlich behindern.
Die wichtigsten Regeln
- Tempolimit einhalten,
- Abstand vergrößern,
- die 2-Meter-Regel beachten,
- Überholverbote respektieren,
- korrekt einfädeln und
- stets defensiv fahren.
In Baustellenbereichen gilt zudem fast immer ein Tempolimit – häufig 80 oder 60 km/h. Diese Begrenzungen sind verbindlich und dienen der Sicherheit. Wer zu schnell fährt, riskiert nicht nur Unfälle, sondern auch Bußgelder, Punkte oder Fahrverbote. Gleichzeitig empfehlen Experten, den Abstand zum Vordermann zu vergrößern.
Beim Überholen gilt: Ein generelles Verbot besteht zwar nicht, doch das Rechtsüberholverbot bleibt bestehen. Nur bei stockendem Verkehr darf rechts vorsichtig vorbeigefahren werden. Besonders wichtig ist außerdem die sogenannte 2-Meter-Regel: In vielen Baustellen ist die linke Spur nur für Fahrzeuge bis maximal zwei Meter Breite freigegeben – inklusive Außenspiegel. Viele moderne Autos überschreiten diese Grenze, oft ohne dass es den Fahrern bewusst ist.
Auch im Stau gilt: Eine Rettungsgasse muss gebildet werden – selbst in engen Baustellen. Bei zwei Fahrstreifen entsteht sie zwischen den Spuren, indem Fahrzeuge links nach links und rechts nach rechts ausweichen.
Kommt es dennoch zu einem Unfall, hat die eigene Sicherheit oberste Priorität. Fahrzeuge sollten möglichst weit rechts abgestellt, die Warnblinkanlage eingeschaltet und die Unfallstelle abgesichert werden. Insassen sollten sich hinter die Leitplanke begeben und die Fahrbahn keinesfalls ungesichert überqueren.












