Lange hat’s gebraucht, aber jetzt kann es losgehen: Der Umbau des städtischen Spitals zum Hotel- und Gaststättenbetrieb wird demnächst beginnen. Anfang des kommenden Jahres, jedenfalls zur Fasnet, „wollen wir auf dem Markt sein“, versprach Bauherr Martin Stockburger, Geschäftsführer von Koncept Hotels, beim Besichtigungstermin am Dienstag.
Rottweil – Auf drei Stockwerken will Stockburger rund 50 Gästezimmer einrichten: Erster und zweiter Stock plus ein Dachgeschoss. Es wäre auch möglich gewesen, hundert Zimmer einzurichten, dazu hätte er das Gebäude St. Anna dazu nehmen müssen. Aber Stockburger wollte nicht wie ein Konkurrent zu den eingesessenen Beherbergungsbetrieben auftreten. Er sei im Dialog mit anderen Betrieben wie dem Hotel Johanniterbad, sagte er den Anwesenden, darunter Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Bürgermeisterin Ines Gaehn.
Der erste Bericht datiere vom Mai 2023. Er sei von OB Ruf darauf angesprochen worden. Zuvor seien bereits drei Versuche gescheitert, ein Hotel anzusiedeln. Stockburger lobte das Engagement der Rottweiler Verwaltung, dass die Baugenehmigung so schnell bearbeitet worden sei. „Wenn die Unterlagen vollständig sind und alles gut vorbereitet, geht das in drei Monaten“, erwiderte OB Ruf. Auch mit der Denkmalschutz-Behörde gab es schließlich eine Einigung.
Gästezimmer auch im Dachgeschoss
Unter anderem stimmte sie dem Umbau des Dachgeschosses zu, als sich herausgestellt hatte, dass es seit einiger Zeit, bislang unbemerkt, hereingeregnet habe. In dieses Stockwerk kommen dann auch Gästezimmer. „Hier wird man Historie spüren“, kündigte Stockburger an. In den übrigen Dachgeschossen dürfen aber keine Umbauten stattfinden.

Weniger als befürchtet musste im dritten Dachgeschoss saniert werden. Es hatte sich herausgestellt, dass viele Balken noch im besten Zustand seien. „Sie haben 500 Jahre gehalten. Sie halten vielleicht nicht weitere 500, aber doch noch viele Jahre“, erkläre Volker Herold, dessen Firma Bauprojekt GmbH die Bauarbeiten vornimmt. Er versuche, Handwerker aus Rottweil und Umgebung zu finden – „aber das ist gar nicht so einfach“, berichtete er.

OB Ruf zeigte sich erfreut über das Projekt. Ziel sei gewesen, Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel zu fördern, und dieses Projekt erfülle zwei der Ziele.
Das Hotel wird dann von Stockburgers Firma betrieben. Aufgrund der nicht gerade hohen Zahl an Zimmern ist es nicht möglich, 24 Stunden Personal einzusetzen. Aber, so weiß er aus seinen anderen Hotels: „Der Gast kommt ganz gut zurecht.“ Auch er hätte lieber eine charmante Mitarbeiterin an der Rezeption. Aber dafür müsste er 150 Zimmer haben, damit sich das rechnet.
Der gastronomische Bereich wird an einen Pächter vergeben. Stockburgers Ziel: Eine „niederschwellige Gastronomie. Essen von hier für Leute von hier.“
Eines allerdings wünscht sich Stockburger: Er wolle nicht „Investor“ genannt werden. Denn ein solcher wolle eine möglichst hohe Rendite. Das sei mit dem Hotel im Spital nicht zu schaffen. Aber das Hotel in Rottweils historischer Innenstadt sei für ihn eine „Herzensangelegenheit“.













